Veröffentlicht in Tagebuch

Ireland International Conference on Education (IICE), Dublin

Bei Irland fällt mir der Pulitzer Preisträger Frank McCourt und sein Buch „Die Asche meiner Mutter“ ein. Und das beginnt so: 
„Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, frage ich mich, wie ich überhaupt überlebt habe. Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche katholische Kindheit.“
Wir, die wir nach Irland reisen, um uns über gute Praktiken in Bildung und Erziehung auszutauschen, geht es genau um das Gegenteil. Wir gehen davon aus, dass eine glückliche Kindheit der Schlüssel zu einem glücklichen Leben ist. Und wir haben in unseren Organisationen hohe Qualitätsansprüche an unsere Mitarbeitenden, damit Kinder und Jugendliche die bestmöglichen Rahmenbedingungen erhalten.
Education. Es fängt eigentlich schon mit dem Begriff an. Die englische Sprache kennt keinen Unterschied zwischen Bildung und Erziehung. Ein Zeichen dafür wie eng Bildungs- und Erziehungsprozesse verknüpft sind. Daher ist auch klar, dass die Ireland International Conference on Education (IICE-2014) keine Lehrer/innenschulung sein würde, sondern mehr. Aber warum ins Ausland gehen, wenn es um Bildung und Erziehung geht? Sind wir in Deutschland nicht bestens ausgestattet? Spätestens seit Pisa wissen wir, dass das nicht unbedingt der Fall ist. Über den Tellerrand zu schauen, kann das Bildungsverständnis erweitern. Gerade, was das informelle Lernen betrifft, wissen wir, dass es im Ausland insbesondere im englischsprachigen Raum deutlich früher wertgeschätzt wurde. 
Die Konferenz ist ein Lehr- und Lernsystem. Studien aus aller Welt werden vorgestellt und fast jede/r Teilnehmer/in ist auch Vortragende/r. Es geht um Arbeitgebererwartungen in Irland, Beschäftigungsstrategien für Pensionäre auf den Philippinen und es geht um frühe Kindheit und familiäre Umgebung im Iran. Südafrika, Chile, USA, Großbritannien – viele interessante Ansätze werden vorgestellt. 

Mitten in der Stadt steht eine 404 Fuß (123 m) hohe Edelstahlnadel, die ein Monument und Wahrzeichen Dublins ist. The Spire. Offiziell heißt es „Monument of Light“. Es ist ein beliebter Treffpunkt Jugendlicher und sein Licht von weit her zu sehen. Das Licht der Erkenntnis traf auch uns:

Lessons Learned: 
    • 25% Fachkenntnisse sind in der sich schnell weiterentwickelnden Arbeitswelt ausreichend. Entscheidend sind persönliche Fähigkeiten. Sozialkompetenz und Flexibilität. 

 

  • einfache Tipps und Tricks unterstützen die Leistungsfähigkeit eines Menschen, z.B. ein R für Rechts und L für Links über dem Schreibtisch für diejenigen, die eine Rechts-Linksschwäche haben.

 

 

  • Ehrenamt und Freiwilligenarbeit können sich eher die sozio-ökonomisch besser gestellten Länder leisten. 

 

 

  • Bindung, Bildung und Erziehung unterliegen der Psychologie des Menschen und lassen sich kulturübergreifend vergleichen. 

 

 

  • Sprache grenzt ein oder aus. Und damit ist nicht nur die Fremdsprache gemeint. 

 

 

  • ein runder Tisch für acht Personen während eines Konferenzdinners ist eine ideale Größe für kulturübergreifendes Networking (Island, Kroatien, Südafrika, Deutschland)

 

 

  • ein Fussballspiel im Ausland zu schauen, ist interkulturelle Begegnung. 

 

 

Also, was ist ein gebildeter Mensch? Nach den Erfahrungen dieser Konferenz: Ein Menschen, der kultursensibel ist, Namen und Worte richtig ausspricht, seine eigene Kreativität entfalten kann, flexible, emphatisch und kooperativ ist.  
 

 

 

 

Autor:

Digitaler Wandel in der sozialen Arbeit: Zeitzuteilen.blog & Reisekladde: aus meinen Reisetagebüchern.

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