Veröffentlicht in Bildung 4.0

Der, die das – wieso, weshalb, warum… – Von der Sesamstrasse zur EdTech.

In unserem Projekt Bildung geht auch anders zielen wir darauf ab, bildungsferneren Kindern und Jugendlichen Zugänge zu Bildung zu schaffen. Dabei bezweckt das Projekt in erster Linie zu verdeutlichen, dass Bildung bei weitem nicht nur in der Schule, sondern an ganz vielen Lebens- und Lernorten passiert. Allein innerhalb der Jugendhilfe haben wir hierfür  50 gute Beispiele gefunden. Kinder- und Jugendhilfeträger sind neben Schule und Elternhaus wichtige Lebens- und Lernwelten.

In der außerschulischen Welt erleben Kinder und Jugendliche in der Regel eine wohltuende andere Erlebniswelt, die sich von den Methoden der Schulwelt häufig erheblich unterscheidet. Unter anderem auch darin, dass sie mit weit aus mehr Spiel, Spaß und Abenteuer und mit weit aus weniger Druck arbeitet. Noten und Abschlüsse spielen eine untergeordnete Rolle. Ausprobieren, Kreativität und soziale Kompetenzen stehen im Vordergrund.

Neben den Methoden der Erlebnispädagogik, Gruppenarbeit und dem sozialen Lernen, das in der Jugendarbeit von jeher eine Rolle spielt und erst langsam nach und nach auch im Schulalltag Einzug hält, spielt sei dem standardmäßigen Einzug des Fernsehers in die Haushalte, das Thema „Neue Medien“ eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Lernprozessen. Schon Ende der 60er Jahre wurde die Sesamstraße zunächst in den USA und später in Deutschland als eine Sendung mit pädagogischen Inhalten entwickelt, um bildungsferneren Kindern, von denen angenommen wurde, dass sie viel Zeit vor dem Fernseher verbringen, Bildung zu vermitteln bzw. schlicht zu alphabetisieren. Die Mischung von Videos, Animationen, Humor und kulturellen Inhalten sollte die Kinder bei der Stange halten. Dabei galt die Sesamstraße als ein Symbol für einen sonnigen und coolen Lernort, wo jede/r gerne sein wollte. Viele ähnliche Konzepte sind danach entstanden, die wir aus Kindertagen kennen.

Auch in der Medienpädagogik wuchs die Erkenntnis, dass Fernsehen nicht nur eine böse Droge ist, sondern auch pädagogische Vorteile haben bzw. pädagogische Methode sein kann.

Mittlerweile haben weltweit viele Menschen tagtäglich non-stop kleine Geräte in ihren Händen und probieren sich im Herunterladen von Apps, schauen sich Videos an, lesen, schreiben (wann haben Schüler/innen je so viel geschrieben wie zur heutigen Zeit?) und kreieren neue Filme, Audios etc. Das gleiche Prinzip wie Sesamstraße nur viel interaktiver.

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Die alte Lernpyramide hat sich ein Stück überholt, da Lernen nicht mehr nacheinander sondern interagierend geschieht.

Lerninhalte, auch wenn sie teilweise gar nicht als solche wahrgenommen werden, werden sofort verarbeitet, weitergeleitet, reflektiert und damit auch begriffen. Und in der Schnelligkeit sind uns die jungen Menschen in vielem voraus. Die Technologie stellt für sie überhaupt kein Problem mehr dar. Sie bedienen und durchdringen sie nahezu blind. Ein miliueübergreifendes Phänomen.

Während die ältere Generation noch damit beschäftigt ist, vor den Gefahren zu warnen, hat die jüngere Generation schon wieder etwas dazu gelernt.

Für manchen Menschen mit Behinderung bietet die digitale Unterstützung Zugänge, Kommunikationsfreiheit und Socialising.

EdTech Cheat Sheet

Die Methodenvielfalt wächst von Tag zu Tag. Das Prinzip Sesamstraße ist multikomplex in unserer heutigen digitalen Welt vorhanden und erleichtert bei richtigem Einsatz gerade den Kindern und Jugendlichen, für die Lernen auf althergebrachte Weise nicht die geeignete Form darstellt, spielerisch und über individuelles Lernen weiter zu kommen.

Schule, Jugendhilfe und Internetwelt können voneinander lernen und Bildungsprozesse miteinander gestalten, wenn sie Menschen haben, die entsprechende Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang besitzen. Nur auf die Gefahren hinzuweisen, wie es viele Lehrer/innen heute tun, weil sie selbst den Umgang scheuen, hilft hier nicht weiter, sondern verhindert Chancen.

Pädagog/innen sind Gestalter/innen und Entwickler/innen. Lehrer/innen sind mehr denn je gefordert, mit den anderen Akteur/innen in der Lebenswelt des Kindes zusammen zu arbeiten und den Bildungsprozess zu begleiten und nicht nur den Wissenstrichter aufzufüllen.

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade Mit digitalen Medien besser lernen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? der Bertelsmann-Stiftung, mit dem ich gerne auch eine Brücke zwischen unterschiedlichen Lernwelten schlagen möchte, damit sie zusammen gesehen und zusammengeführt werden.

Autor:

Digitaler Wandel in der sozialen Arbeit: Zeitzuteilen.blog & Reisekladde: aus meinen Reisetagebüchern.

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