Veröffentlicht in Soziale Arbeit

5 Gründe, warum Du auf keinen Fall Projekte machen solltest!

Projekte sind mehr oder weniger geliebte Kinder der sozialen Arbeit. Weniger geliebt sind sie dann, wenn sie mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden sind, was bei Förderprojekten schon mal der Fall ist. Eigentlich aber sind sie sehr brauchbare Methoden der sozialen Arbeit. Denn sie bringen Innovationen, fördern Kooperationen, erproben neue Methoden, Kulturen und Organisationsformen.

5 Gründe, warum Du auf keinen Fall Projekte machen solltest.

1. Du willst Deine Regelarbeit refinanzieren.

Die Mittel in der sozialen Arbeit sind häufig knapp und daher kommen Menschen auf die Idee, alle möglichen Arten von Förderprogrammen zu nutzen, ob sie etwas mit dem Sinn und Zweck der Einrichtung zu tun haben oder auch nicht. Projekte sind zusätzlich und daher auch immer mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden.

2. Du hast keinen echten Bedarf.

Projekte entwickeln um der Projekte wegen ist ziemlicher Unsinn, auch, wenn es dafür gute Gelder gibt. Ein Projekt kann nur dann zum Erfolg werden, wenn es einen echten Bedarf deckt und die soziale Arbeit auch weiter bringt.

3. Projekte behindern Deine Arbeit.

Es gibt Aktionen in der sozialen Arbeit, die brauchen keine Projekte. Projekte sind dabei sogar hinderlich. Manchmal braucht es einfach ein paar kleine „Come To Gether“, um ein Problem zu lösen, aber keine großen Ziele, Ressourcen und Pläne.

4.Du machst das Projekt zusätzlich zu Deinen Regelaufgaben.

Projekte sind aufwändig. Sie brauchen freie Zeit, Kapazitäten und, da sie häufig auch mit kreativen Prozessen einher gehen, auch Menschen, die den Kopf dafür frei haben.

5. Du hälst nichts von Nachhaltigkeit.

Wir fangen jetzt mal an, um die Nachhaltigkeit kümmern wir uns später. Lass es sein. Projekte sind dann gut, wenn von vorneherein klar ist, wie ihre Ergebnisse in die Arbeit einfliessen und sie bereichern können.

 

Wie aber können Projekte gelingen? Wann machten Projekte in der sozialen Arbeit Sinn, so dass es den zusätzlichen Aufwand lohnt?

In 10 Schritten zum Projekterfolg.

 

1. Es gibt einen Bedarf.

Projekte gelingen dann, wenn es Menschen gibt, die einen tatsächlichen Bedarf festgestellt haben und davon getrieben sind, hier Abhilfe zu schaffen. Die Art der Bedarfe kann völlig unterschiedlich sein. Aktuell enstehen durch die Flüchtlingsströme viele Bedarfe, nicht allen kann im Rahmen eines Projektes abgeholfen werden, manchmal geht es um unmittelbare direkte Hilfe in der Notlage. Im zweiten Schritt kann dann ein Projekt jedoch Ordnung bringen, ohne gleich schon in Stein gemeisselt und für alle Zeiten festgelegt und geregelt zu sein.  Ein Bedarf kann auch der Fachkräftemangel sein. Oder die zunehmende Digitalisierung der sozialen Arbeit. Hier können Projekte neue Ideen und kreative Einfälle voran bringen.

2. Die Analyse.

Oh je, oh je, höre ich jetzt schon manche/n aufstöhnen. Großartige Analysen und Studien. Muss das denn sein. Nein, manchmal überhaupt nicht, weil die Dinge so offensichtlich sind, dass sie auf der Hand liegen. Zum Beispiel wenn 100 Arbeitsplätze nicht besetzt sind. Manchmal reicht es aus, ein paar Expert/innen zusammen zu holen und eine Bestandsaufnahme zu machen und manchmal lohnt es sich auch, Studien zu lesen oder gar in Auftrag zu geben.

3. Die Projektidee.

Das ist mein Lieblingsteil. Wenn der Bedarf analysiert ist, braucht es eine Idee, vielleicht sogar eine Vision, wie das Projekt aussehen könnte. Oft ist eine solche Vorstellung ein Motivator, um die nächsten Schritte anzugehen. Es ist in jedem Fall ein kreativer Part. Auch hier ist ein kleines Team mit unterschiedlichen zum Thema passenden Expert/innen ein Erfolgsgarant.

4. Die Projektskizze.

Es mag nun eine Vorstellung im Kopf bestehen wie das Projekt aussehen könnte. Daher fängt nun die Feinarbeit an. Es gilt, das Projekt zu beschreiben. Hierfür und für die weiteren Schritte braucht es zunächst keine ausgereifte Konzeption, sondern es genügt eine kleine Projektskizze, auf der die wichtigsten Eckpunkte notiert sind. Dieses Papier ist ein wichtiger Baustein, da es eine Art Kommunique der weiteren Arbeit ist.

5. Ressourcen und Finanzierung.

Nicht immer muss ein Projekt über Fördermittel beantragt werden, aber egal welcher Art ein Projekt ist, es kostet Zeit und Ressourcen. Daher muss man sich darüber im Klaren sein, auf welche Aufgaben die Einrichtung verzichten kann, damit die entsprechenden Menschen für das Projekt zur Verfügung stehen.

6. Fördermittel.

Wenn Fördermittel akquiriert werden sollen, dann ist die Projektskizze ein brauchbares Papier mit dem bei entsprechenden Kostenträgern nachgefragt werden kann, ob dieses Vorhaben zu den Förderkriterien des entsprechenden Programms passt.

Um ein geeignetes Programm zu finden, lohnt sich ein Blick in den Blog des Fördermittel-Lotsen.

Übrigens ist meine Erfahrung auch, es braucht nicht immer ein passendes Programm. Wenn das Vorhaben überzeugend ist, findet sich dafür auch ein Finanzier. Einfach mal im persönlichen Netzwerk nachfragen.

7. Operationalisierung.

Nun geht es los! Sobald die Finanzierung geklärt bzw. bewilligt ist, kann es losgehen. Die verantwortlichen Menschen gehen zusammen mit ihren Kooperationspartnern an die Arbeit, die einzelnen Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen, um das Gesamtziel zu erreichen.

8. Marketing und mediale Vernetzung.

Tue Gutes und rede darüber! Öffentlichkeitsarbeit ist aus der sozialen Arbeit heute nicht mehr weg zu denken, aber weniger um zu sagen, wie toll man ist, sondern mehr, um andere zu beteiligen und partizipieren, ja sogar mitdenken zu lassen. Hierfür sind die sozialen Netzwerke sehr geeignet. Die Gruppe ist klüger als der Einzelne. Gilt auch hier. Hier sogar besonders.

9. Wirkung und Rewriting.

Das Problem mit manchen Förderprogrammen ist, dass die Projekte zum Erfolg verdammt sind. Wenn Ziele nicht erreicht werden, auch, wenn sie Unsinn sind, was sich manchmal eben erst im Verlauf des Projekts herausstellt, droht ein Förderabbruch, wenn nicht gemäß Plan weiter gearbeitet wird. Lernpartnerschaften und lernende Organisationen brauchen aber eine andere Kultur. Und hierfür ist es richtig, während des Projektes die Wirkung immer wieder zu überprüfen und ggf. auch zu revidieren.

10. Nachhaltigkeit.

Blödes Wort. Am liebsten streichen. Nein. Nachhaltigkeit ist total wichtig. Wieviele Projekte ich schon gemacht habe, mit wohlklingenden Namen und Programmen und Ergebnissen, wo die Nachhaltigkeit im Sande verlief. Das hatte Gründe. Keine Ressourcen mehr, kein Geld, keine Zeit. Daher von Anfang an überlegen wie es in die weitere Arbeit einfließen kann.

Die Systematik eines Projektes ist eigentlich ganz einfach. Wenn diese Schritte eingehalten werden und zu viel Bürokratie aus der Entwicklung rausgehalten wird, dann sind Projekte ein guter Rahmen, um kreativ und planvoll an den Lösungen für soziale Probleme zu arbeiten und echte Verbesserungen und sogar Innovationen zu schaffen.

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Lust auf mehr?  Praxisbeispiele  aus meiner Arbeit.

Oder schaut mal hier: Wie Ihr wirklich erfolgreiche Projekte aufsetzt.

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Autor:

Digitaler Wandel in der sozialen Arbeit: Zeitzuteilen.blog & Reisekladde: aus meinen Reisetagebüchern.

2 Kommentare zu „5 Gründe, warum Du auf keinen Fall Projekte machen solltest!

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