Veröffentlicht in Social Media

Social Media in der sozialen Arbeit?

Mitarbeitende in der sozialen Arbeit wissen häufig nicht, wie sie digitale Arbeitsmethoden vernünftig in ihrem Alltag einsetzen können. Manche benutzen vielleicht privat Facebook, aber damit hat es sich auch häufig schon. Vielen Älteren sind die digitalen Medien suspekt, gerade weil sie einen Kommunikationsstil pflegen, der ihrer Alltagskommunikation so gar nicht entspricht. Damit sollen sich Öffentlichkeitsarbeiter beschäftigen, wenn überhaupt.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Kommunikations- und Arbeitskultur wie sie in digitalen sozialen Netzwerken praktiziert wird, häufig dem Alltag in sozialen Organsitionen, wenn sie nicht Betterplace oder Changer heißen, noch so wenig entspricht.

Es ist auch nicht damit getan, einen Kurs zu besuchen, der einem zeigt wie Twitter oder Instagram funktioniert, sondern es ist Learning by doing. Und dieses Learning by doing führt zu einer neuen Kommunkationskultur und diese dann zu einer neuen Organisationskultur. Die Garage, in der Steve Jobs seinen ersten Computer entwickelte, ist in jedem Haushalt denkbar und Internetaktivisten sind kleinere oder größere Erfinder.

Dieser Gedanke muss in der sozialen Arbeit Einzug halten. Sozialarbeiter/innen müssen sich als Entwickler/innen begreifen.

Diese Drei sind genug.

Das Tablet.

Seit fünf Jahren experimentiere ich mit unterschiedlichen digitalen Möglichkeiten, um meinem Arbeitsalltag gerecht zu werden. Der Schritt vom mobilen Laptop zum Tablet war der Elementarste hat mir Zeit, Geld und Ressourcen einspart.

Es ist sicher eine Gewohnheitssache, aber ich lese mittlerweile fast alles auf dem Tablet. Die Papierzeitungen sind abbestellt. Es ist umweltfreundlicher und preiswerter. Und das gleiche gilt für Broschüren, größere Dokumente und Präsentationen.

tipp: Ich empfehle die App File Manager zum Transport von Sitzungsunterlagen. Dieser Dateimanager ist wie ein Aktenplan aufgebaut.

Apps.

Die Grundlagen einer funktionierenden digitalen Arbeit sind neben der Hardware gute Programme, sprich Apps. Da es zig verschiedene Apps gibt, empfehle ich, ruhig ein wenig zu experimentieren. Wer noch wenig Erfahrungen mit Apps hat, kann sich vorher mal eine Liste machen, was er normalerweise im Alltag auf seinem Schreibtisch oder an seinem Arbeitsplatz braucht. In der Regel gibt es auch eine entsprechende App dafür.

Am besten die Apps mit treffsicheren Namen in wenigen Ordnern sortieren.

tipp: Nicht zu viele Apps downloaden, sondern lieber experimentieren und auch wieder löschen und andere ausprobieren.

Eine Kladde.

Zusätzlich zu meinem Ipad benutze ich eine DIN A 5 Kladde. Manch eine/r wird sich wundern, das ginge doch auch alles elektronisch. Ja, stimmt. Ich habe da auch Einiges ausprobiert.

Für Notizen und insbesondere Ideenskizzen eignet sich die Kladde einfach besser. Aber es geht auch elektronisch.

tipp: Sehr beliebt ist zum Beispiel die App Evernote. Der Kollege Thomas Mampel gibt wertvolle Hinweise, wie er mit ihrer Hilfe seine Arbeit managet.

Soziale Netzwerke.

Das Blog.

Heutzutage ist es keine große Kunst mehr, seine eigene Webseite zu erstellen und zu pflegen. Mit Plattformen wie wordpress lassen sich mit ein wenig Übung wohldesignete Blogs und anderes kreieren. Dabei ist das bei einem Blog überhaupt nicht nötig, denn ein Blog ist ja nichts anderes als eine schlichte Aneinanderreihung von Textbeiträgen, Fotos, Podcasts oder Videos und mehr, neudeutsch Posts. Grundsätzlich ist Bloggen auch auf anderen sozialen Netzwerken wie Facebook (Notizen) oder Linked In möglich. Der eigene Blog birgt allerdings die Möglichkeit, ihn zum Ausgangspunkt crossmedialer Kommunikation zu machen.Die Abkürzung Blog kommt von Logbuch. Für Einrichtungen der sozialen Arbeit ist es eine gute Möglichkeit über ihre Arbeit und besondere Events zu berichten.

tipp:  Die einfachste Möglichkeit ist, wöchentlich einen Wochenrückblick zu schreiben und ein Foto beizufügen.

Twitter.

Ich schwöre auf Twitter. Es ist mittlerweile mein Informationskanal Nummer 1. Durch die Echtzeitkommunikation und durch seine Vielfalt sind dort Informationen als erstes und auch diversifiziert und zu allen möglichen Themen zu finden. Twitter ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Deswegen habe ich dazu einen separaten Beitrag geschrieben.

tipp: Eine Liste anlegen mit den Themen und Kontakten (Usern), die aktuell für Deine Projekte und Interessen von besonderer Bedeutung sind.

Linked in/Xing.

Beide Netzwerke dienen mir persönlich als Adressverzeichnis. Beiträge aus dem Blog veröffentliche ich dort ebenfalls und auch die Expertengruppen erreichen eine immer höhere Beliebtheit. Auch im Zusammenhang von Personalgewinnungsstrategien sind diese Netzwerke von Bedeutung.

tipp: Wem Facebook oder Twitter zu gewöhnungsbedürftig sind, findet hier eine gute Einstiegsmöglichkeit, sich in Foren zu beteiligen oder Unternehmensnews zu abonnieren.

Facebook.

Facebook arbeitet mit Seiten, Gruppen und persönlichen Profilen. Es gibt mittlerweile viele Gruppen, die für Studierende der sozialen Arbeit und Sozialarbeitende von Interesse sind. Fachspezifische Gruppen und auch Gruppen für Stellensuchende.

tipp: Für soziale Organisationen kein Profil sondern eine Seite einrichten.

Instragram.

Generell erfreuen sich Bilder und Videos zunehmender Beliebtheit. In Instagram werden Fotos und Videos veröffentlicht. Es verlangt ein wenig Kreativität, da über die Fotografie zum Ausdruck kommt, welche Botschaft ich habe.

tipp: Instagram für Beginner: 10 Tipps für den Start.

Wissensmanagement ist easy.

Guter Content ist King. Guter Content zeugt von Qualität. Da hat sich zwischen früher und heute wenig geändert. Aber früher war es hauptsächlich eine Sache der Journalisten. Heute ist es Aufgabe jedes Einzelnen. Auch in der sozialen Arbeit.

Und der Unterschied zu früher ist, jede/r Einzelne kommuniziert, produziert und verarbeitet die Inhalte selbst. Das hat verrückte Auswirkungen auf die in der analogen Welt wirksamen Arbeitsstrukturen. Auch in der sozialen Arbeit hält das Einzug. Learning by doing ist Prinzip. Nichts ist mehr zu Ende gedacht, alles kann und muss ständig weiter entwickelt werden.

Ich benutze ein paar wenige Apps, um mich auf dem Laufenden zu halten. Dabei lese ich neben den klassischen Zeitungen, die ich in der Regel über Twitter konsumiere, gerne andere Blogs, die es mittlerweile zu den vielfältigsten Themen gibt.

Wenn ich kurzfristig Informationen sammeln will, speichere ich die entsprenchende Seite auf meiner Tabletoberfläche in einem entsprechend benannten Ordner, z.B. Blogartikel XY. Was ich länger aufheben möchte, lege ich in OneNote ab.

tipp: Halte Dein Tablet oder Smartphone übersichtlich. Ich benutze einen Feedreader, eine App, die Dir ermöglicht Blogs zu abonnieren und immer, wenn sie einen neuen Beitrag eingestellt haben, erscheinen sie im Reader. Meine App hierfür heißt Newsify.

Produzieren.

Als Social Media Akteur wirst Du schnell zum Produzenten. Du schreibst, fotografierst, drehst kleinere oder größere Videos oder vertonst Deine Texte. Das ist das Neue. Als Experte für Deinen Inhalt wirst Du Teil einer Weiterentwicklung und entwickelst sie auch mit.

Im Rahmen dieses Blogs beobachte ich neue Entwicklungen, lerne im Austausch mit anderen und entwickle auch wieder weiter. Und das kann in der sozialen Arbeit insgesamt geschehen.

Eine App ist mehr oder weniger schnell entwickelt und wenn wir unser Know-How miteinbringen, kann sie sinnvoll genutzt werden: für die Flüchtlingshilfe, als Obdachlosenzeitung, als Wegweiser, zur Übersetzung, als Lernhilfe für Kinder und Jugendliche, die andere Herangehensweisen an Bildung brauchen als es sie klassischerweise gibt. Gamification ist gefragt. Wie können wir Menschen durch spielerische Aktionen an Lernprozessen beteiligen?

tipp: Probiere Dich aus. Es ist Learning by doing. Das wichtigste ist: Trau Dich! Es wird Dich weiterbringen.

Influencing.

Wenn Du so agierst, wirst Du feststellen, dass Du zum Influencer wirst. Du wirst gelesen, wahr genommen. Und das promotet auch Deine Einrichtung. Aber wichtig ist eigentlich, dass die Marke oder die Einrichtung nicht im Vordergrund stehen und auch nicht vordergründig von Interesse sind. Das Neue an der Kommunikation 4.0 ist, dass Du von Bedeutung bist. Deine Meinung, Deine Persönlichkeit, Dein Stil, Deine Interessen. Ohne Dich funktioniert es nicht. Das ist die neue Qualität: Nicht mehr wenige Journalisten oder Politiker entwickeln unsere Gesellschaft medial miteinander weiter, sondern wir alle. Und wir sind Botschafter/innen unserer eigenen Ideen und Werte.

tipp: Suche Dir Themen, Kampagnen, Aktionen, die Dich wirklich interessieren, dann wirst Du wichtige Beiträge zu deren Weiterentwicklung leisten können.

Die Community.

Du bildest ganz automatisch eine Community. Das sind die Leute, die Dir auf den unterschiedlichen Kanälen folgen. Wenn es Dir wichtig ist, dass die Community ausgewogen ist, dass verschiedene Experten und Expertinnen mit dabei sind, dann folge ihnen, gehe ins Gespräch, schreibe Kommentare. Im Vordergrund steht das Thema, das Euch verbindet und das Du weiterbringen willst.

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Für Euch getestet: Snapchat – ein Selbstversuch.

 

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Autor:

Digitaler Wandel in der sozialen Arbeit (Zeitzuteilen) & Reisen und Lesen mit Hund (Reisekladde).

7 Kommentare zu „Social Media in der sozialen Arbeit?

  1. Hat dies auf rebloggt und kommentierte:
    Da habe ich gestern noch in meinem kleinen Interview mit Studierenden der EH Freiburg darüber gejammert, dass Social Media in der Sozialen Arbeit nicht wirklich angekommen ist, da haut die Sabine mal eben eine Anleitung raus, was denn wichtig ist… 😉

    So läuft das…

    Gefällt 1 Person

  2. Ja……………………….“Das Internet in der sozialen Arbeit.“
    Dazu hatte ich schon 2004 meine Diplomarbeit geschrieben und man kann sich ja ungefähr vorstellen wie weit das Thema bisher vorangeschritten ist. Ganz zu schweigen vom Web 2.0, 3.0, 4.0. (…)

    Die medienpädagogische Szene leistet seit jeher Pionierarbeit, die allerdings leider oft nicht im methodischen Mainstream ankommt. Wie wichtig Learning on the Job (lebenslanges Lernen…..) aktuell ist und zukünftig sein wird, scheint vielen Kolleg*innen noch verborgen zu sein – oder im Hinblick auf das sichere Arbeitsverhältnis bis zum Renteneintritt – bewusst/ unbewusst ignoriert zu werden!?

    Naja vieles tut sich dennoch und die Social Entrepreneure schlafen nicht. Da werden sich einige klassische, bolide Einrichtungen noch umschauen.

    Danke für den Artikel. Ich hatte zuletzt hier in Berlin eine Azubimarketing/Jobcoaching-Kampagne für das Gastgewebe umgesetzt: http://eat-sleep-drink.de

    :against all odds:

    🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Wie interessant! Ich glaube, es hängt damit zusammen, dass Erzieher & Co. eine besondere Verantwortung fühlen und lieber warnen als das Für und Wider zu erproben, zu schulen und sich damit auseinander zu setzen. Hier müssen wir mit gezielten Fortbildungen oder Workshops ansetzen. Gerade damit sie ihre Verantwortung gut wahr nehmen können.

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