Veröffentlicht in Arbeiten 4.0

Ein Blick in die Zukunft: Verbandsarbeit 2020.

tricornsIn den Anfängen war es eine kleine Community, die sich in den sozialen Netzwerken tummelte. Alle waren von einer Art Goldfieber gepackt. Neugierde und Abenteuerlust, die neue Welt zu entdecken, überflügelten Hierarchien und Barrieren. Die Pioniere ließen sich von denen draußen nicht aufhalten, denn einmal dabei, witterten sie die Chancen, die in den neuen Kommunikationsformen lagen. Es wurde geliket, gescherzt, kommentiert, diskutiert, gelacht. Allmählich kehren die Akteur/innen nun zur gewohnten professionellen Tagesordnung zurück. Die Profile werden profilierter. Die sozialen Medien vielfältiger. Der Einzelne überlegt gezielter, wo er oder sie etwas veröffentlicht.

Die Pionierphase ist abgeschlossen. Die Grenzen von Facebook sind erreicht. Und war ich früher von google+ wegen seiner vermeintlichen Rückständigkeit gelangweilt, weiß ich es heute wegen seiner eher nüchternen Sachlichkeit mehr zu schätzen.

Und dennoch weigere ich mich vor Festlegungen. Denn die sozialen Medien sind in Bewegung. Was heute hipp ist, kann morgen out sein oder anderen Zwecken dienen. Aktuell gefällt mir neben Twitter Instagram am besten. Warum? Instagram verkörpert eine leichte, moderne Art der Kommunikation, die durch die Beschränkung auf eine einziges Bild doch einen starken Ausdruck haben kann. Ähnlich wie Twitter. Du hast nur 140 Zeichen. Genial! Kampagnenfähig. Und profiliert.

Eine wirkliche Zukunft schreibe ich dem Blog zu. In den USA hat es normale Zeitungen längst abgelöst. Und wenn Zeitung, dann bitte im Blogstil, wofür die Huffington Post ein gutes Beispiel ist.

Wohin also geht es für uns Non-Profits? Insbesondere für die Verbändearbeit?

Wissensarbeit.

“Wissensarbeiter arbeiten zumeist problembezogen. Sie finden neuartige Lösungen für bekannte Probleme und/oder behandeln bislang unbekannte Fragestellungen. Dafür benötigen sie eine erhöhte Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen. Es kann aber durchaus auch bei Wissensarbeit der Fall eintreten, dass ein Problem als solches noch gar nicht erkannt oder definiert wäre. Gerade in kreativen und explorativen Bereichen wird der Problemraum erst durch die Arbeit erschlossen.“ Manfred Kofranek

Zum Weiterlesen:  Blog Wissensarbeiter .

Im Rahmen einer Blogparade ist ein lesenswertes eBook zu den notwendigen Rahmenbedingungen von Wissensarbeit entstanden.

 

Interessenvertretung 2.0

Die Aufgabe von Verbänden ist es, ihren Mitglieder  für ihre Arbeit nützliche Trends und Informationen aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Dafür gibt es landläufige (elektronische) Infodienste, Printmedien und Webseiten. Zieht man die neuen Medien hinzu, ist das Potential bei Weitem noch nicht ausgeschöpft, denn die traditionellen Dienste sind a) bereits zu langsam und b) in den seltensten Fällen interaktiv. Das Web 2.0 aber ist interaktiv. Der Nutzer ist es gewohnt, zu teilen, zu verlinken, Politikern und Kirchenvertreter/innen bis hin zum Papst zu folgen und ist so teilweise näher am Geschehen dran als wir. Ausserdem: Allgemeine Informationen sind gar nicht so interessant. Viel interessanter ist, was geschieht im Prozess? Im politischen Prozess? Wo ist die Diskussion um ein Gesetz gerade? Wo kann man und frau noch mit diskutieren? Sich einmischen? Die Auswirkungen auf die Praxis als Kommentar beschreiben?

Es braucht eloquente Akteur/innen, die in den neuen Medien unterwegs sind, informieren, diskutieren, sich einmischen, mit Politikern twittern, Infos zeitnah weitergeben, in Gruppen (Xing, Facebook, google+) Themen wiedergeben und diskutieren, Blogs schreiben und Kampagnen auf Instagram begleiten.

Online-Beratung.

Die konzeptionelle Beratung spielt eine Rolle. Wie werden Beratungsdienste finanziert? Welche Professionen brauchen die Beschäftigten? Wie muss die Einrichtung räumlich gestaltet sein etc. Soweit so gut. Jedoch, die Klienten finden ihre Wege, je jünger sie sind, umso weniger durch eine reale Aufsuchstruktur, sie werden auch nicht lange im Internet recherchieren, sie finden sie durch Empfehlung oder, weil sie dort sind, wo sie selbst auch sind. In der virtuellen Welt. Was steht also an Aufgabe an?

Auf- und Ausbau der Onlineberatung, Auf- und Ausbau der Chatangebote, Entwicklung von Kampagnen zur Werbung für die Angebote in den verschiedenen Netzwerken, Nutzung unterschiedlichster Kanäle zur Verbreitung der Angebote, Schulung von Peergroups, die direkt mit den Nutzern in Kontakt treten können.

eLearning & EdTech

Die Fort- und Weiterbildung ist ein Kerngeschäft der Verbändearbeit. Wo geht es mit ihr hin? Begriffe wie Blended Learning und eLearning weisen den Weg. Menschen sind mobil. Unterwegs. Universitäten, Bibliotheken, Blogger richten sich darauf ein. Es ist gar nicht mehr unbedingt die Institution selbst, das Gebäude, in dem Bildung stattfindet. Es ist die Kompetenz, die zählt. Und das passgenauen Medium: eBook, der online-Kurs, das Lerntool, das Klassenzimmer via Skype. Lern- und Arbeitsräume werden vielfältiger. Flexibler. Können drinnen und draußen sein.

Fundraising via Internet.

Soziales Netzwerken gehört (bald) so selbstverständlich zu unseren Kommunikationsformen wie Telefonieren, Briefe schreiben und eMailen. Medienkompetentes Verhalten wird zu einer Kernkompetenz und sollte in jedem kleineren oder größeren Team vorhanden sein.

Fundraisern ist dies schon seit längerem bewusst. Fundraising, eine Aufgabe, die älter als ihr Name ist, ist ohnehin nicht ohne Medien ausgekommen. 

Ob es die Aquise von Stiftungsmitteln, die Beantragung von EU-Geldern oder Corporate Social Responsibility ist, eine Sensibilität für Öffentlichkeitsarbeit, soziales Netzwerken und gute Verbindungen spielen hier eine wichtige Rolle. Also, die Aktivitäten, die sich durch das soziale Vernetzen beschleunigen und verbessern lassen. 

Social Recruiting.

Die Not in Deutschland wird größer, das zeigt die Arbeit in unseren Diensten und Einrichtungen tagtäglich. Der 14. Kinder- und Jugendbericht wies nach, dass ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter schlechten Rahmenbedingungen heranwachsen. Keine ausreichende Bildung. Sozial schwierige Verhältnisse.

Gleichzeitig wird bis Mitte 2025  die Zahl der jungen Heranwachsenden, die dann unsere zukünftigen Mitarbeitenden sein werden, drastisch weniger werden.

Die Zahl der Interessierten für den Sozial- und Gesundheitssektor müsste sich verdoppeln, wollten wir genug Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Diensten und Einrichtungen haben.

Was also tun? Dort unterwegs sein, wo sich junge Menschen aufhalten. Online. Und zwar mit Menschen, die diese Altersgruppe verstehen und anzusprechen wissen. Ein gutes Beispiel hierfür sind Young Caritas Deutschland und Soziale Berufe kann nicht jede/r.

Zum Weiterlesen: Social Media Recruiting Studie 2015.

Trendscouting.

Wohin geht es in Zukunft? Da bieten die sozialen Medien tagtäglich eine Fülle an Informationen. Hier die Nase in die Luft zu halten, zu wittern, was angesagt sein wird, zu prüfen, ob es ein Weg ist, der einzuschlagen ist, ist mit eine zentrale Aufgabe.

Die traditionellen Verbändeaufgaben gehen online. Die erforderlichen Kompetenzen ändern sich. 

Karrierebibel nennt 8 Eigenschaften, die Mitarbeitende im Jahr 2020 haben müssen. Heißt also jetzt schulen, weiterbilden, fündig werden. Denn die Zukunft beginnt heute.

 

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Praxisbeispiele

und

Social Media A – Z.

 

 

 

Autor:

Digitaler Wandel in der sozialen Arbeit: Zeitzuteilen.blog & Reisekladde: aus meinen Reisetagebüchern.

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