Veröffentlicht in Tagebuch

Warum Bürgermedien so wichtig sind. #BIG16

Unter strahlend blauem Himmel türmt sich die futuristische Architektur im Medienhafen in Düsseldorf auf, als ich dort meinen Weg zur Landesanstalt für Medien in NRW suche. Ich bin eingeladen, in einem Podium zum Thema Bürgermedien über meine Erfahrungen als Bloggerin zu sprechen.

Was sind eigentlich Bürgermedien?

„Die grundsätzliche Idee der Bürgermedien ist ganz einfach: Bürger/innen haben ein Thema, greifen selbst zu Kamera und Mikrofon, produzieren einen Radio- oder Fernsehbeitrag und gestalten so ihr eigenes Programm. Kinder, Jugendliche, Studierende, Senioren und viele andere Gruppen haben mit den Bürgermedien eine Plattform für ihre Themen und Geschichten – sie erhalten praktische Einblicke hinter die Kulissen von Medienproduktionen und lernen dabei viel über die Mechanismen der Medienwelt.“ (Quelle: Medienkompetenzportal NRW)

Im Vortrag von Herrn Prof. Dr. Leif heisst es später:

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Blogger, Podcaster und YouTuber und co. würden jetzt erstaunt aufsehen und sagen, ja, das machen wir doch die ganze Zeit.

Genau! Zuspruch!

Bürger produzieren heute selbst.

Ganz leicht per Smartphone, Tablet und Laptop.

Möglicherweise ist das mit ein Grund dafür, dass (Rundfunk-) Journalismus diese Form der Einbeziehung aus den Augen verloren hat und sich auch sonst nicht so gerne mit dem digitalen Wandel befasst.

Die gestrige Veranstaltung Bürgermedien im Gespräch sollte daher dazu beitragen, das Phänomen Bürgermedien zu beleuchten und eine Renaissance einzuläuten.

Landesanstalt für Medien NRW

Veranstalter war die Landesanstalt für Medien NRW (LfM).

„Sie ist die Aufsichtsinstitution für den privaten Rundfunk in Nordrhein-Westfalen. Die LfM ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts, also keine staatliche Einrichtung. Die Arbeit der LfM wird nach dem Rundfunkstaatsvertrag aus einem Anteil des in NRW erhobenen Rundfunkbeitrags finanziert. Dies soll Unabhängigkeit, Staatsferne und ihr Wirken für einen unabhängigen Rundfunk sichern.“ (Quelle: Wikipedia)

Empfehlungen von Prof. Dr. Thomas Leif

Der Beitrag von Prof. Dr. Thomas Leif war ein inspirierender Input, der mit Empfehlungen für die Zuhörer abschloss. Es ging in erster Linie darum, dort hinein zu gehen, wo die großen Medienanstalten nicht hinkommen. O-Töne z.B. in Flüchtlingsheimen und hinter den Kulissen aufzuschnappen. Nicht namhafte Persönlichkeiten, sondern junge Expertinnen und Experten wie beispielsweise Doktoranden zu interviewen.

Zwei Aspekte sind mir dabei allerdings aufgefallen: die digitalen Medien spielten bei den Empfehlungen keine Rolle und wurden nur einmal beiläufig erwähnt mit der These, dass sie zu einer Bildungsverwahrlosung führen würden.

Zu Letzterem: Das Gegenteil ist der Fall. Der Prozess Bildung 4.0 und seine frisch heraus gegebenen Leitlinien zeigen, dass digitale Netzwerke und Medien einen wichtigen Beitrag zu Bildung für alle leisten.

Podiumsdiskussion

Eigentlich hätte hier die anschließende Diskussion ansetzen müssen, an der neben mir Jürgen Mickley (Bürgermedienvertreter in der Medienkommission), Prof. Dr. Leif, Abteilungsleiterin LfM Mechthild Appelhoff und der Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe beteiligt waren.

Denn solange sich diese Haltung nicht ändert, wird auch das Vorurteil nicht abgelegt und die Öffnung hin zur Nutzung der digitalen Welt kann nicht geschehen. Ohne die Nutzung fehlt die Erfahrung und die Anwendungskompetenz.

Somit geschieht nicht, was die Zukunft der herkömmlichen Bürgermedien sichert: dem Neuen einen geeigneten Rahmen zu geben.

Meine Empfehlungen an Medienmacher/innen im Rundfunk:

  1. Digitale Netzwerke und Medien  aktiv nutzen
  2. Sich fit machen im kompetenten Umgang mit digitalen Medien
  3. Das Potential von Twitter als Recherche und Wissensmanagementtool verwenden
  4. (Lokalen) Facebookgruppen beitreten
  5. Blogs als Recherchetool einbeziehen
  6. Blogger, Youtuber und Podcaster interviewen
  7. Die digitalen Bürgermedien in Szene setzen

Bürgermedien der Vergangenheit und digitale Bürgermedien müssen zusammengehen, dann gelingt ihnen ein entscheidender Beitrag zur Erhaltung der Demokratie.

 

 

 

Autor:

Digitaler Wandel in der sozialen Arbeit: Zeitzuteilen.blog & Reisekladde: aus meinen Reisetagebüchern.

5 Kommentare zu „Warum Bürgermedien so wichtig sind. #BIG16

  1. Die Welt war mal einfacher als dort die Journalisten und Profis und hier die „Bürger“ waren, die dann auch mal mit Broadcast-Technik spielen durften.
    Jetzt hat jedes Kind ein Fernseh-/Radiostudio in der Hosentasche und kann über soziale Medien teils mehr Menschen erreichen, als so manche teuer produzierte klassische Sendung.
    Statt Bürgermedien sollte man übergreifend Medienkomptenz als Thema nehmen, egal ob klassische oder soziale Medien. Der gezielte Umgang muss und kann ja doch erlernt werden.

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    1. Das Thema Medienkompetenz bestimmte die Abschlussrunde. Und die Frage: Was ist eigentlich Medienkompetenz. Die kritische Beurteilung von medialen Inhalten? Die Anwendung moderner Technik? Irgendwie sicher beides und mehr.

      Gefällt 1 Person

  2. Schade, der Kommentar von gestern ist wirklich verloren 😦 WordPress wollte mich beim Login ärgern …

    Mehr Sichtbarkeit von individuellen persönlichen Themen, mehr Sichtbarkeit von Engagement, mehr Dialog zwischen Menschen! Es gibt so viele Gute Gründe für objektive Berichterstattung in den Medien, aber auch für subjektive, teils emotionale Informationen in Blogs, auf Youtube, in den Sozialen Medien und vielen anderen Kanälen, den Bürgermedien. Auch diese können sachlich und objektiv sein. Nur gemeinsam aus verschiedenen Quellen entsteht ein Bild, entsteht Diskussion und Dialog.
    Daher gefallen mir deine Vorschläge liebe Sabine, die Medienmacher zu mehr Miteinander aufzufordern!

    Jetzt habe ich was völlig anderes geschrieben als gestern ;-), der letzte Satz soll der gleiche bleiben:
    Ich freue mich schon sehr auf das SocialCamp mit dir!

    Liebe Grüße und bis bald!
    Stephanie

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar! Sehe ich auch so. Und auch objektive Berichterstattung ist nie ganz frei von subjektiven Überzeugungen. Zum Beispiel welche Fakten und Bilder Journalismus präsentiert. Und gleichzeitig können Bürger(-Medien) sich um Objektivität bemühen, was zur Medienkompetenz dazu gehört. Gerade weil digitale und damit öffentliche Kommunikation zum Alltag gehört. Freue mich auch auf’s SozialCamp. Und, dass Du dabei bist!!

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