Veröffentlicht in Social Media

Warum Twitter so wertvoll für die soziale Arbeit ist.

Vor ein paar Monaten haben wir auf Instagram das Projekt Caritasjobs gestartet.

Das soziale Netzwerk Instagram arbeitet hauptsächlich mit Fotos und neuerdings auch ähnlich wie Snapchat mit Videos.

Fotos und Videos, das zeigen die neusten Social Media Trends , erreichen die meisten Nutzer und insbesondere junge Menschen fühlen sich durch sie angesprochen.

Dabei geht es weniger darum, Stellenanzeigen zu posten, als vielmehr aus dem Berufsalltag zu berichten und zu vermitteln wie es sich anfühlt, wenn man bei der Caritas arbeitet.

Mir gefallen persönliche Kleinigkeiten am Arbeitsplatz! #sozialearbeit #Arbeiten #Arbeitsplatz #caritas #caritasjobs

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Die Unterhaltsamkeit weckt die Kreativität und macht Freude. Wir arbeiten in einem kleinen Team von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, das in unterschiedlichen Einrichtungen unterwegs ist. Jedes Teammitglied hat einen festen Tag, an dem er oder sie fotografiert und filmt.

Wenn die Technik funktioniert, lässt sich die Arbeit fast nebenbei erledigen. Ein neues Smartphone mit guter Kamera sollte es schon sein.

Twitter

Bei unserem letzten Meeting haben wir festgestellt, dass es Sinn macht, ein weiteres digitales Netzwerk mit ein zu beziehen, damit wir auch konkrete Stellenanzeigen verlinken können, was in Instagram nicht möglich ist.

Wir haben uns für Twitter entschieden, weil sich hier viele User aus dem Kontext soziale Arbeit tummeln. Was mich gleichzeitig zu der Frage geführt hat, warum Twitter für die soziale Arbeit so wertvoll ist.

Aber wie funktioniert Twitter eigentlich genau und wie lässt es sich sinnvoll einsetzen?

… für Anfänger

1. Registrieren

Wie bei allen Netzwerken besteht der erste Schritt darin, dass man sich anmeldet.

Also: Mailadresse, Nutzernamen und Passwort eingeben. Der Nutzername will gut gewählt sein, damit jede/r sogleich versteht, worum es geht. Zum Beispiel Caritasjobs.

2. Bio einrichten

Das Kürzel Bio steht für Biographie und meint eine Kurzbeschreibung des Profils. Dazu gehört das Profilfoto, ein Hintergrundbild und die Verlinkung zur Webseite.

Es können Hashtags auf spezielle Themen hinweisen, die die Auffindbarkeit deutlich erleichtern.

3. Folgen

Twitter lebt wie andere Netzwerke von der Kommunikation und der Interaktion. Hier kommt es besonders darauf an, nicht im eigenen Dunstkreis zu verharren, sondern Kontakte auszumachen, mit denen sich eine thematische Vernetzung lohnt.

4. Teilen

Twitter ist dafür bekannt, dass es die 140 Zeichen Begrenzung eingebaut hat, was viele abschreckt. Es ist wirklich nicht ganz einfach in 140 Zeichen auf den Punkt zu bringen, was gesagt werden soll.

Es ist jedoch nicht zwingend nötig eigene Inhalte zu produzieren, sondern gerade auf Twitter lassen sich besonders gut auch Links teilen. Sogar direkt vom Web aus. Vom Smartphone oder Tablet aus gibt es häufig eine Weiterleitungsfunktion nicht nur per mail, sondern auch per Twitter oder in andere soziale Netzwerke.

Das Teilen anderer Tweets gehört bei Twitter mehr als bei allen anderen sozialen Netzwerken zur Essenz. Es heißt bei Twitter „retweet“ und wird über die Funktion unter dem Tweet neben dem Herzchen/Stern bedient.

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5. Liken

Was dem einen die Herzen sind, sind den anderen die Sterne. Unterschiedliche Twitter Apps bieten da verschiedene Varianten an.

Seit den Anfängen von Facebook wird die Funktion des Likens kontrovers diskutiert. Es gibt dem Nutzer aber wertvolle Hinweise, ob eine Information brauchbar ist oder nicht, daher bitte beherzt mittun.

6. Hashtags

Ein Markenzeichen von Twitter sind die hashtags, die dadurch entstehen, dass man die Raute vor ein Stichwort setzt. Darüber ist es möglich alle Informationen zu einem Thema  zu sammeln, z.B. #sozialeArbeit oder #Flüchtlinge.

Die Hashtags setzen sich zwar auch langsam in anderen Netzwerken durch, sie machen aber gerade Twitter zu einem hervorragenden Instrument des Wissensmanagements, da hier eine Fülle von unterschiedlichen Texten, Links, Studien u.ä. zum Thema recherchiert werden kann.

Ein Beispiel ist aktuell der hashtag #SGBVIII, der Informationen und Aktionen zur SGB VIII Novelle bündelt.

…. für Fortgeschrittene

1. Listen anlegen (öffentlich & privat)

Twitter erlaubt das Anlegen von Listen. Zu welchem Thema ich die Liste anlege, bleibt mir selbst überlassen. Der Liste kann ich Nutzern, denen ich folge, hinzufügen.

Ich muss den Nutzern gar nicht offiziell folgen, wenn ich sie der Liste hinzugefügt habe, lese ich ihre Tweets, wenn ich die Liste öffne. Listen lassen sich öffentlich oder privat anlegen. Die öffentlichen Listen sind von anderen einsehbar und sie könnten sie auch abonnieren.

Die Listen sind neben den hashtags eine zweite gute Möglichkeit Themen zu sortieren und sind im Unterschied zu Facebook, das diese Funktion vor einiger Zeit auch nachgerüstet hat, deutlich übersichtlicher.

2. Zitieren

Wenn ich den Tweet eines anderen Nutzers retweete, habe ich die Wahl zwischen reinem Retweet und dem Hinzufügen eines Kommentars. Der Kommentar ermöglicht mir die Ergänzung von Bewertungen oder einem hashtag, z.B. #sozialeArbeit, damit andere das Thema leichter finden können.

3. Diskutieren

Die digitalen Medien leben wie andere sozialen Netzwerke von Beteiligung. Gerade Twitter lebt von der Interaktion und vom Diskurs, der ja auch ein Garant für die Qualität der sozialen Arbeit ist..

4. Gemeinsamer Account

Organisationen arbeiten häufig mit mehreren Personen unter einem Profil wie wir das mit Caritasjobs auch machen. Ich empfehle mit Kürzeln vor dem Tweet zu arbeiten, damit man erkennt, wer gerade kommuniziert.

Digitale Medien leben von der persönlichen Kommunikation. Es kann nicht oft genug gesagt werden.

5. Mehrere Profile benutzen

Jedes Profil hat eine eigene Mail-Adresse. Wer mehrere Mailadressen nutzt, kann auch mehrere Profile anlegen. In der App lässt sich im Unterschied zum Browser einfach zwischen den verschiedenen Profilen hin und her wechseln, wenn sie einmal angelegt sind.

6. Tweets in den Blog integrieren

Wer einen WordPress – Blog nutzt, die software ist auf wordpress.com kostenlos, kann mit Hilfe eines Widgets Tweets in den Seitenrand integrieren. Es werden automatisch die letzten Tweets angezeigt.

7. Gruppenarbeit

Ähnlich wie bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken gibt es bei Twitter die Möglichkeit, Direktnachrichten zu schreiben. Wenn man verschiedene User gleichzeitig anschreibt, bildet sich ein Gruppenchat.

8. Statistiken

Jeder Tweet hält eine Statistik bereit, der durch ein Diagramm kenntlich gemacht ist. Die Statistik gibt Aufschluss darüber, wie häufig der Tweet angeschaut wurde, ob und welche Art von Interaktionen es gab. Neben den Herzchen/Sternen ist das eine weitere Evaluationsmöglichkeit.

9. Storify

Manche Events bieten so viel Stoff, dass es sich lohnt, live zu twittern. Dann kommen unter einem hashtag viele Informationen zusammen. Wer sie bündeln und sortieren will, kann Storify benutzen.

 

10. Stammtisch

Ein Stammtisch auf Twitter scheint mir noch Seltenheitswert zu haben. Beim Stammtisch twittern User 1x wöchentlich zu einer bestimmten Uhrzeit eine Stunde lang zu einem bestimmten Thema. Strukturiert wird das Thema durch 5 – 6 Fragen. F plus Nummer wird der Frage vorangestellt, so dass der User weiß, um welche Frage es sich handelt. Mit A plus Nummer wird geantwortet.

Ich kenne bisher zwei: #RN8 (Reisenacht) montags zwischen 20 Uhr & 21 Uhr und für die soziale Arbeit interessanter der #EdchatDE (Education Chat Deutschland) dienstags zwischen 20 Uhr & 21 Uhr.

Sie werden beide gut vorbereitet und moderiert, das macht ihre Qualität aus.

Ich hätte Lust, einen Stammtisch zur sozialen Arbeit einzurichten, wenn sich ein Team aus 5 – 6 Leuten findet, das mitmachen will. Ich denke, ich werde beim BarCamp soziale Arbeit hierzu eine Session anbieten.

Mein Fazit: Es geht um gute Inhalte, wertvolle Informationen & Interaktion, reines Marketing ist absolutes NoGo auf Twitter. Auch eine Standardweiterleitung von Facebook. Nichts ist so ermüdend wie 10 Tweets hintereinander mit der Aussage: „Ich habe ein Foto auf Facebook gepostet.“

Twitter wird so samt der hashtags und unterschiedlichsten User aus Wissenschaft, Politik und Praktikern zu einem Fundus an relevanten Informationen.

Jetzt Du! Was gefällt Dir an Twitter? Was nicht? Was fehlt hier im Beitrag? Schreibt Eure Meinung gleich unten in die Kommentare!

 

 

Das könnte Dich auch interessieren: Social Media in der sozialen Arbeit.

Autor:

Digitaler Wandel in der sozialen Arbeit (Zeitzuteilen) & Reisen und Lesen mit Hund (Reisekladde).

6 Kommentare zu „Warum Twitter so wertvoll für die soziale Arbeit ist.

  1. Moin Sabine,

    und danke für den Artikel…

    Die Idee des Stammtisches ist gut. Bin gespannt ob sich etwas entwickelt.

    Ich sehe Twitter zusätzlich noch als einfache Möglichkeit der Unternehmenskommunikation, die auch und gerade von sozialen Organisationen gut genutzt werden kann. Was passiert gerade in Einrichtung XY? Was sind aktuelle Themen, die bewegen? Vielleicht kann Twitter auch als echte „Hilfeplattform“ von Sozialen Organisationen genutzt werden (ähnlich wie die Accounts von großen Organisationen wie der Bahn o.ä.)? Und wie ich das schon mal geschrieben habe: Twitter ist ehrlich und kann zum Durchbrechen des Teufelskreises beitragen: https://hendrikepe.wordpress.com/2016/03/28/teufelskreis-sozialwirtschaft-ehrlichkeit-alternative/

    Hab nen guten Sonntag und bis spätestens nächste Woche 😉

    Hendrik

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, geht mir genau so. Die Ehrlichkeit finde ich auch sehr überzeugend. Twitter und Co. tragen damit ganz entscheidend zu einem Kulturwandel bei.

      Danke Dir! Und ich freue mich auf ein Wiedersehen beim SozialCamp! Toll, dass Du dabei bist!

      LG Sabine

      Gefällt 1 Person

  2. Vielen Dank Sabine!!! Du erleichterst mir meine Arbeit mal wieder ungemein. Dieser Artikel wird direkt an meine Vorstandskollegen vom Berufsverband gemailt. Denen versuche ich nach und nach den Sinn von sozialen Medien nahe zu bringen. [Warum Twitter, kann doch per Mail kommunizieren? Wir sind ein seriöser Verband, da ist Facebook nicht das richtige, ist es Twitter?}
    Ein gutes Argument: Ohne Twitter und den #SMCBN hätte ich dich nie kennen gelernt!!!
    #LgNrwBdp gibt es bereits, bisher nutze ich den noch alleine. Einen eigenen Account wird es noch geben. Meine Sorge hierbei ist allerdings alleine von Null anzufangen.
    Die ersten Follower zu finden ist mühsam, war es bei mir damals. Leichter wurde es, als ich die Themenpalette breiter gemacht habe. Jetzt grüble ich, ob es sinnvoll war einen Account für viele Themen zu haben.
    Das jonglieren mit mehreren Accounts finde ich schwierig, auch wenn es technisch gar nicht so komplex ist.
    Hierzu würde ich mir mal einen Artikel wünschen ;-).

    Gefällt 1 Person

    1. Toll, danke für Dein Feedback!! Die Weiterleitung an Deine Kollegen freut mich sehr! Das Jonglieren mit mehreren Accounts macht dann Sinn, wenn man die Klaviatur beherrscht und bei neuen Informationen nur noch überlegen muss, auf welchem Account teile ich das jetzt sinnvollerweise. Ich merke allerdings, dass ich selbst lieber von echten Personen etwas lese als von anonymen Organisationen. Twitter lebt vom Persönlichen. Ich will die Echtheit der Person sprich die Authentizität erleben. Ist aber vielleicht Geschmackssache. Freue mich auch sehr, dass wir uns beim SMCB kennengelernt haben!! LG Sabine

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      1. Sehe ich auch so, deswegen finde ich es so schwierig. Finde ein Account darf nicht nur Content produzieren, sondern muss auch interagieren. Diesem Anspruch bei mehreren Accounts zu genügen erfordert eine Strategie, glaube ich 😉

        Gefällt 1 Person

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