Veröffentlicht in Spiritualität

Raus aus der eigenen Filterblase: Kirche heute. #rp18

Es gibt keine Zufälle.

Europas größte Internetmesse, die Re:Publica, findet in diesem Jahr eine Woche vor dem Katholikentag statt.

Eigentlich doch nur eine terminliche Nachrangigkeit, oder?

Das eine hat mit dem anderen doch gar nichts zu tun.

Oder?

Wer weiss. Und eigentlich dachte ich das auch. Und dachte mir im Vorfeld: hier beschäftigst Du Dich mal schön mit neuen Technologien und dort mit Deinem Glauben.

Und dann das.

Schon vor Beginn der Re:Publica lädt katholisch.de auf Facebook zu einem #Netzgemeindefest ein. Und als ich am Vorabend zur pre:republica auflaufe, die mich seit meinem ersten Mal vor drei Jahren an ein Pfadfinderlager ohne Lagerfeuer erinnert, sammeln sich unter dem großen grünen Quadranten mit der riesigen Aufschrift „POP“ (Power of People) auch wieder ein paar Churchies.

Power of People.

Die Re:Publica bewegt mittlerweile die großen gesellschaftlichen Themen, ist in den Medien präsent und Sascha Lobos Vision einer friedlichen Welt schafft es in die Tagesschau und wird zig mal in den sozialen Medien geteilt.

Als Kirche sind wir hier eine unter vielen. Sicher ganz anders als beim Katholikentag nächste Woche.

Und doch vielleicht das reale Bild. 100 Christinnen und Christen, Anzahl der Menschen, die sich beim Netzgemeindefest trifft, die auch eine Rolle spielen, weil zwei sich aktiv darum gekümmert haben. Menschen, die mitmachen wollen dabei, dass das Internet eine gute Sache ist. Menschen, die sich aus ihrer Filterblase heraus bewegen, um zu verstehen, was andere bewegt. Und die teils staunend feststellen, wie viel Gutes andere tun.

Die Re:Publica setzt sich wie der Katholikentag, dessen diesjähriges Motto „Frieden“ ist,  für ein friedliches Miteinander ein. Deswegen tut sie sich mit Recruitingstrategien der Bundeswehr vor dem Eingang schwer.

Ich bin zum dritten Mal überrascht, dass die Re:Publica für mich wieder eine spirituelle Erfahrung ist.

Die Re:Publica ist ein Ort, wo Begegnungen zufällig geschehen. Ein Ort, der Früchte trägt.

Sie wirkt nach.

Was ganz konkret entsteht dadurch?

Erneuerung. Anders ausgedrückt: Innovation.

Aber auch Puzzlestücke, die Du mit Dir herum trägst und, die sich während der Tage zu einem neuen Ganzen formen. Vielleicht einem neuen Leitbild.

Oder einfach back to the roots. Das „Internet“ wurde von Idealisten geschaffen, die kostenfreie Zugänge zu Bildung bewirken wollen, die durch Technologie Inklusion ermöglichen wollen, die unter dem #KeinerTwitterAllein Einsamkeit verhindern wollen … Große und kleine Initiativen, die Gutes bewirken.

Die Kommerzialisierung machte vor dem Neuland nicht halt. Aber niemand ist gezwungen, die Algorithmen nicht doch für die Gute Sache einzusetzen.

Und so stelle ich nach drei Tagen Re:Publica fest, dass ich viele gute Begegnungen, wenn auch in meiner eigenen Filterblase aber im großen Ganzen hatte, und wieder besser verstanden habe, worauf es bei Big Data, Künstlicher Intelligenz und SocialBots am meisten ankommt:

Auf POP: die Power of People.

Autor:

Soziale Arbeit im Wandel: Zeitzuteilen.blog & Reisekladde: aus meinen Reisetagebüchern.

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