Veröffentlicht in Tagebuch

Ein Zimmer auf der Straße.

Wohnen, ein Dach über dem Kopf zu haben, ist für jeden Menschen ein existentiell wichtiges Thema. Wenn wir alltäglich in unser Zuhause zurückkehren, dann ist das keine Selbstverständlichkeit. Allein schon, wenn wir mal umziehen, machen wir die Erfahrung, dass es eine Weile dauert bis alles wieder seinen Platz gefunden hat und wir in eine neue Routine kommen und uns wohl fühlen.

Für Menschen, für die es keine Selbstverständlichkeit ist, ein Zuhause zu haben, machen wir als verbandliche Caritas in diesem Jahr die Kampagne „Ein Zuhause für jeden.“   Im Bistum Essen haben wir hierfür am Caritassonntag in Gladbeck ein Zimmer auf der Straße aufgebaut. Mitten in der Stadt im Wochenmarkt und Samstagsgeschehen haben wir mit einer Runde von Menschen aus Kommunalpolitik, Immobilienwirtschaft und Wohnungslosenhilfe auf der Straße gesessen und diskutiert wie es uns gelingen kann, dass jeder ein adäquates Zuhause hat: auskömmlichen Wohnraum zu bezahlbaren Preisen. Denn Gutes Wohnen ist ein Menschenrecht!

Garant für einen guten Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Derartige Aktionen zu organisieren, ist ein wichtiger Bestandteil unserer spitzenverbandlichen Arbeit, weil sie Raum geben mit Menschen, Entscheidungsträgern und Politik im Gespräch zu bleiben und auch über Rahmenbedingungen zu sprechen, die das Leben der Menschen verbessern. Es gibt zum Beispiel immer noch zuviel Wohnungslose, also Menschen, die keinen privaten Wohnraum ihr eigen nennen, sondern in Einrichtungen untergebracht sind.

Bei einem Termin im Landtag mit den Fraktionsspitzen haben wir diese Woche die positive Erfahrung machen können, dass unser langjähriges Wirken als Wohlfahrt als Garant  für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft geschätzt wird. Eine Anerkennung dieser Art ist im alltäglichen „Weiter So“ wichtig und wohltuend.

Spitzenverband der Zukunft.

Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass wir als Wohlfahrt nicht stehen bleiben dürfen. Und gerade auch die Spitzenverbände stehen vor der beständigen Frage wie sie für ihre Mitgliedsorganisationen hilfreich und ein guter Dienstleister sein können.

Im Rahmen eines kleinen Organisationsentwicklungsprozesses versuchen wir die Herausforderung zu lösen, mit einem vergleichbar kleinen Team, unseren Mitgliedern qualitative und wirksame Unterstützung anzubieten.

Wir sind in der Geschäftsstelle dabei, Kernthemen, Projekte und Arbeitspakete zu identifizieren, die das Portfolio schärfen werden. Der Schlüssel liegt dabei in der übergreifenden Zusammenarbeit, um Kompetenzen zu bündeln.

Die klassische Versäulung wird dadurch aufgebrochen, auch, wenn die Mitarbeitenden weiterhin Abteilungen zugeordnet bleiben.

Dieser erste Wurf wurde diese Woche unserem Caritasrat vorgestellt und wird jetzt in die Diskussion und Konkretisierung gehen.

Die Zeitschrift ist gelb markiert, weil sie eine Kooperation der Caritasverbände in NRW darstellt. So könnten auch zukünftig noch andere Kooperationen ergänzt oder andersfarbig werden.

Autor:

Caritasdirektorin im Bistum Essen.

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