Veröffentlicht in SozialCamp

#SozialCamp: Lasst uns das Internet zu einem guten Ort machen !!

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss.

So war es auch beim BarCamp der sozialen Arbeit, dem SozialCamp, am vergangenen Donnerstag und Freitag in Siegburg.

Eine Gruppe junger Studierender der Katho NRW erklärte uns, was für sie das Internet bedeutet.

Es fing damit an, dass sie uns aufforderten, die Augen zu schließen.

„Und jetzt stellt Euch einen Ort vor, mit dem ihr wundervolle Gefühle verbindet, an dem ihr Euch sehr wohl gefühlt habt … “

Ich habe dabei an einen Ort in meiner Kindheit gedacht, in der Natur wie wir lachend die Wiesen hinunter gerollt sind und die Dämmerung schon leicht eingesetzt hatte. Ein Herbstabend. Der würzige Geruch lag in der Luft.

„Das ist für uns das Internet … “

Wow! Das hat selbst mich überrascht, obwohl ich mich durchaus als afin einschätze.

Das SozialCamp – eine Erfolgsstory?

Die Teilnehmendenzahlen sagen erstmal ja: Von 60 in 2016 über 120 in 2017 auf 180 in 2018. Das ist eine Menge.

Und während ich das Bad in der Menge der herumwuselnden Schwarmintelligenz genieße, frage ich mich, was die Erfolgsfaktoren sind. Hier der Versuch einer Antwort.

  • Es wird von der Community getragen.
  • Die Sponsoren bleiben im Hintergrund.
  • Das „DU“ wird konsequent eingefordert und stellt tatsächlich Augenhöhe her.
  • Es vernachlässigt Hierarchien.
  • Es ist grenzenlos. (international, organisational)

Über das SozialCamp in 2016 habe ich resümiert: „Warum BarCamps das Lernen & Arbeiten revolutionieren“. Hier ging es zwar vorrangig um das BarCamp als neues Bildungskonzept, aber gleichzeitig auch als Sinnbild dafür wie zukünftig unsere Lern- und Arbeitswelten funktionieren:

  • in Netzwerken
  • interaktiv
  • organisationsübergreifend
  • digital
  • in kreativen Lern- und Arbeitsräumen (Makerspaces)
  • ergebnisoffen
  • kollaborativ

Ein BarCamp hat ein bestimmtes Veranstaltungsformat.

Und das hat es in sich.

Weil es ausstrahlt.

Verändert.

Transformiert.

Nicht nur die, die teilgenommen haben, auch deren Organisationen.

Das SozialCamp 2017 habe ich daher so zusammengefasst: BarCamp als Beitrag zur Organisationsentwicklung. 

SozialCamp der Zukunft: meine kleine Vision.

Die Experimentierphase von drei Jahren ist nun over. Solange haben wir uns Zeit gegeben, zu schauen, ob es Sinn macht ein eigenes BarCamp für die Soziale Arbeit anzubieten. Die Zahlen sprechen für sich.

Und auch die Rückmeldungen, die bemängeln, dass es von den Teilnehmenden her sehr caritaslastig ist.

Das Thema Digitalisierung ist in der sozialen Arbeit angekommen und damit auch die veränderte Führungs- und Organisationskultur. Und an vielen Orten entstehen nun  eigene kleinere und größere vergleichbare Formate.

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann, dass die Rückmeldungen ernst genommen werden und wir die Marke Caritas noch mehr zurückstellen und auch weitere Wohlfahrtsverbände sowohl als Sponsoren als auch Teilnehmende gewinnen können.

Und, dass wir beim SozialCamp noch mehr die aktuellen gesellschaftlich oben auf liegenden Themen in den Blick nehmen. Das gelingt schon ganz gut mit NoHate-Themen und Inklusion, da ist aber noch Luft nach oben.

Ich wünsche mir, dass aus dem SozialCamp eine Mini-Re:Publica der sozialen Arbeit wird: mit Experimentierständen, einer zentralen Botschaft und einem wunderbaren wuseligen Beispiel dafür wie sozialer Zusammenhalt gelingen kann.

Und jetzt bin ich auf Eure Meinungen gespannt! Was sagt ihr? Schreibt es doch gleich unten in die Kommentare!

Hier findet Ihr noch weitere Blogbeiträge und Infos zum SozialCamp 2018:

https://sozialcamp.de/2018/10/30/so-war-das-barcamp-soziale-arbeit-2018/

Autor:

Caritasdirektorin im Bistum Essen.

9 Kommentare zu „#SozialCamp: Lasst uns das Internet zu einem guten Ort machen !!

  1. “Eine Mini-Re:Publica der sozialen Arbeit“ wie von Ihnen interessanter Weise gewünscht muss entstehen – absolut – JA. Aber wie soll das gelingen, wenn die vorhandenen „Sozialen Netzwerk“ Plattformen als Vehikel genutzt werden, die einzig aus wirtschaftlichen Erwägungen handeln. Auf diesem Plattformen wird jede soziale Handlung wie nur ein Seitenaufruf oder, ein Like bekanntlich analysiert und damit kommerzialisiert, und das eben nicht zum Nutzen aller.

    Wer hat Zugang zu welchen Daten? Diese Frage bleibt bei allen nötigen Schritten in die Zukunft entscheidend.

    Ich weiß das die Frage nach den eigenen Plattformen wohl schon eine Weile bei Ihnen diskutiert wurde – aber durch neue Software die in den letzten Jahren entstanden ist, gibt es nun auch ganz neue Möglichkeiten der Vernetzung. Plattformen die man selber betreiben oder anmieten kann, können nun auch vernetze mit anderen Plattformen interagieren. Das so einstehende Netzwerk von auf verschiedenen Platformen registierten Personen nennt man das „Fediverse“ – ein Wort was sich aus dem englischen „Federation“ und „Universe“ zusammen setzt.

    Zu diesem Netzwerk gibt es verschiedene Open Source Apps die eine wirkliche alternative zu den etablierten Netzwerken möglich machen, man muss sie nur nutzen. Die Möglichkeiten gerade für sozial orientierte Organisationen hier etwas langsam in ihrem Sinne zu Bewegung sind sehr groß.

    Jeder kann das selber studieren und ausprobieren – es gibt hinter dem Fediverse primär erst mal kein Geschäftsmodell. Es ist einfach nur vorhandene Technik die Jeder frei nutzen kann.

    Ich würde Ihnen gerne für ein kommendes BarCamp vorschlagen einen HUBZILLA Server=Hub zu installieren und dazu auch eine Session abzuhalten. Hubzilla ist die stärkste App im Fediverse, nicht schick aber enorm vielseitig.

    Vielleicht haben Sie Gesprächspartner in Ihrer Nähe mit denen Sie hier weiter drüber Sprechen können. Die Mitarbeiter von Bonn Sozial müssten auf diesem Gebiet kompetent sein. Ich kann Ihnen aber auch gerne im Vorhinein weiter Dinge darlegen bzw. demonstrieren, wenn Sie daran Interesse haben.

    Gerne würde ich wissen ob Sie mit dem was ich hier und anderswo schreibe etwas anfangen können. Über eine zeinahe kurze Rückmeldung würde ich mich freuen. Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen
    Christopher Burger

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      1. Es ist wohl so, dass sozial orientierte Organisation einen generellen Nachholbedarf in Bezug auf die Digitalisierung haben. Neben dem Verstehen der Mainstream Plattformen und der Technik dahinter, könnte es aber auch darum gehen den Anschluss an Gruppen zu finden, die sich schon länger mit den ethischen Fragen der Digitalisierung beschäftigen und dazu Antworten mit ihrer Arbeit suchen.

        Z.B. die ganze freie OpenScource -FLOSS- oder auch die Creativ Comens Bewegung sind Dinge die man als Jemanden der in der analogen Welt sozial agieren zu seinem Beruf gemacht hat verstehen sollte. Wie kann man diese Bewegungen nutzen aber auch, wie kann man diese unterstützen und Teil davon werden? Sollten sozial orientierte Organisation vielleicht nicht sogar eine tragende Säule in diesen Bewegungen werden? Was für Gründe könnten dafür sprechen, welche dagegen?

        Also auch z.B. zu diesen ganz grundlegenden Themen währen einige Sessions für das nächste BarCamp äußerst angesagt.

        Hier liegen aus meiner Sicht enorme Chancen, die verstanden werden sollten. Man sollte Einblicke bekommen, wo Partner und Verbündeten zu finden sind.

        Oder das Thema Hardware Ethik:
        http://search.disroot.org/?q=Hardware-Ethik&categories=general&language=de

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  2. Hier findet Ihr einen Kommentar von Hannes Jähnert @foulder:

    Liebe Sabine, ich kann Hendrik, dich und die Caritas (die vielen Diözesen und der Bundesverband, die dabei waren, genau wie alle Kooperationspartner) nur beglückwünschen zu diesem tollen Format! BarCamps sind in der sozialen Arbeit eine Innovation, die es zu skalieren gilt, die es ins „new normal“ zu führen gilt. Ein Camp im Jahr reicht dafür nicht aus. So groß wie das Skalierungspotenzial kann das SozialCamp gar nicht werden, glaube ich. Ein Weg könnte darin liegen, die vielen verschiedenen Gruppen im Sozialen (Jugendhelfer!nnen, Erwachsenenbilder!nnen, Migtations- und Fluchtberater!nnen und noch viele mehr) zu befähigen, BarCamps selbst zu machen. Ist doch eigentlich nicht viel dabei und so ein Camp geht auch halbtags oder mit ’nur‘ 30 Teilnehmenden… Im DRK versuchen wir genau das und sind sehr gespannt, was dabei rauskommt 😊 Das steht der Weiterentwicklung des SozialCamps natürlich nicht entgegen, ist aber eine andere Schiene!

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    1. Lieber Hannes, ich sehe es wie Du. Das BarCamp ist ein gutes Format, das jetzt sicher nach und nach als Format in der sozialen Arbeit Einzug hält. Und das SozialCamp kann nochmal eine größere Plattform sein, um größere Entwicklungen zu fördern.

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