Veröffentlicht in Tagebuch

Über MeisterTask, CariEhre und unsere coolen Sekretärinnen.

Gähn.

Was für eine langweilige Methode habe ich damals nur eingeführt. Damals vor gut anderthalb Jahren als meine Arbeit in Essen begann.

Ich bat am Ende der Leitungs- und Hauskonferenz um ein Feedback, das aus einem Wort bestand.

Anfangs war das noch ganz witzig. Aber ich spürte, dass es sich bald erschöpfte.

Wie unsere Sekretärinnen den Laden von der Basis aufräumen.

Das war vergangenen Montag ganz anders. Unsere Sekretärinnen hatten an einer gemeinsamen Fortbildung mit anderen Sekretärinnen im Bistum teilgenommen und brachten von dort etwas Neues mit.

Abgesehen, dass sie uns belehrten, dass die klassische Sekretärin ausgedient hat und neben neuen Berufsbildern zukünftig auch Roboter namens Sofia und Goofie unsere Kollegen sein werden, erzählten sie von diesem virtuellen Feedback.

Es funktioniert mit der Methode Menti. Die Jugendarbeit kennt es wohl schon länger, aber für Sitzungen ist es auch ganz hervorragend geeignet.

Sie erzählten mit Begeisterung vom papierlosen Büro und belächelten sogar ein wenig, dass ich mir manches noch ausdrucken liesse. Und jetzt üben wir Wiedervorlage in der Cloud.

Was mich aber besonders ansprach: Unsere Führungskräfte probierten die neue Feedbackmethode gleich in der Leitungskonferenz aus und ihr Feedback ist ziemlich motivierend. Meine Stichwörter sind da eher hölzern im Gesamt der Wolke.

Wie moderne Beiräte heute arbeiten … #CariEhre

Wir haben einen kleinen Fonds, der innovative Projekte fördert. Unser Aufsichtsgremium, der Caritasrat, befindet über die Anträge. Empfehlungen spricht ein Beirat aus, der ehrenamtlich tätig ist.

Dafür haben wir bekannte Menschen aus der Bloggerszene Annette MertensHendrik Epe, Benedikt Geyer, Hannes Jähnert, Thomas Michl, Thomas Mampel angesprochen und sie haben sich sehr schnell dazu bereit erklärt, mitzumachen, weil sie am Thema Innovation und Weiterentwicklung der sozialen Arbeit interessiert sind. 

Wir haben uns 1x analog in Essen getroffen. Am Vorabend der eigentlichen Arbeitseinheit bewiesen die Beiräte bereits ihre Kreativität, in dem sie einen Namen kreierten, der das ganze Potential des Vorhabens in sich trägt und auch viel Raum für Phantasie lässt: CariEhre.

Uns war allen nicht klar wie wir die Arbeit organisieren sollten und das Treffen diente dazu, das heraus zu finden.

Völlig selbstorganisiert benutzen die Beiratsmitglieder Methoden wie Scrum und Kanban und innerhalb weniger Stunden waren die meisten To do´s erledigt und ein virtuelles Miteinander verabredet.

Der erste Antrag war ein Probelauf. Via Messenger Threema wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet. In einem Hang out kam der Beirat via Videokonferenz zusammen. Die Teilaufgaben wurden via MeisterTask abgearbeitet (App).

Das Ergebnis ist hervorragend.

Grüne Wiese.

Wenn wir unsere Geschäftsstelle auf der grünen Wiese neu aufstellen würden, wie sähe diese dann aus? Diese Methode haben wir benutzt, um unsere Meilensteine, Projekte und Arbeitsgruppen zu definieren.

Ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich nicht neu aufstellen muss, denn ich würde die Erfahrung und das Know How vieler erfahrener Leute nicht missen wollen. Aber wir müssen auch die Youngster fragen. Was wollen sie? Was fehlt ihnen? Wie sind wir ein cooler Arbeitgeber?

Wir haben in der Geschäftsstelle und im Verband noch das eine oder andere an Arbeit zu tun, um gut aufgestellt zu sein.

Die große Kunst wird darin bestehen, die Arbeitsbelastung zu senken und damit Mitarbeiter/innenzufriedenheit und eben auch Mitgliederzufriedenheit zu erhöhen.

Aktuell haben wir viel zu wenig Leute, um all die Aufgaben tun zu können, die die Satzung von uns verlangt. Was also tun? Zusammen mit unseren Mitgliedern haben wir ein Portfolio verabredet, auf dessen Basis wir nun Stellenprofile beschreiben werden, damit der/ die Einzelne weiß, was seine/ihre Aufgabe ist und was auch nicht.

Wir haben konkrete Massnahmen der Personal- und Organisationsentwicklung vereinbart, die in diesem Jahr konsequent umzusetzen sind. Gleichzeitig werden wir querarbeiten. Wir haben jetzt das virtuelle Netzwerk Workplace eingerichtet. Es ist datenschutzkonform und erlaubt eine schnelle virtuelle Vernetzung innerhalb der Geschäftsstelle und mit Externen.

Danke für’s Mitgehen!

Es ist nicht immer einfach, eine Chefin zu haben, die bloggt und twittert. Denn die wählt dann auch schon mal komische Überschriften wie man das in diesen Medien halt so macht.

Ich bin sehr dankbar, dass unsere Leute sich mehr oder weniger daran gewöhnt haben und wissen, dass nicht alles, was ich schreibe auch sofort umgesetzt wird. Aber es dient zur Inspiration. Nach innen und nach außen.

Noch besser ist, dass die Innovation von innen kommt. Zur Kultur wird. Freude macht. Begeistert und gegenseitig inspiriert.

Und ich muss allmählich aufpassen, dass ich nicht zur Langeweilerin werde.

 

 

 

 

Autor:

Caritasdirektorin im Bistum Essen.

5 Kommentare zu „Über MeisterTask, CariEhre und unsere coolen Sekretärinnen.

  1. Hat dies auf Asnide rebloggt und kommentierte:
    Ich bin auch immer sehr froh, wenn mir Kollegen und Kolleginnen auf meinen innovativen Wegen entgegen kommen können. Weiterbildung. Ein schönes Wort.

    Gefällt mir

  2. Liebe Frau Depew,
    ich finde den Blogartikel einfach und großartig!
    P.S.: und eben auch die Führungskräfte sollten bloggen, twittern, skypen und chatten!
    Herzliche Grüße aus München (Caritas Kompetenzzentrum Innovationsförderung)
    Tamar Beruchashvili

    Gefällt 1 Person

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