Veröffentlicht in Tagebuch

Raus aus der Deckung – oder – zwei Jahre Diözesan-Caritasdirektorin im Bistum Essen.

Vor vielen Jahren nahm ich in der schönen Kirche Maria Lyskirchen in Köln an einem Bibliodrama teil.

Und wählte die Rolle eines Schafes.

Ich wählte ein kleines Schaf, das sich in der Menge versteckte.

Aber im weiteren Verlauf gab es etwas zu tun.

Niemand wollte die Aufgabe übernehmen.

Und so sah ich mich gezwungen, aus der Deckung aufzutauchen.

Und Führung zu übernehmen.

Ich weiß auch nicht genau, warum mir diese Szene aktuell wieder in Erinnerung gerät.

Zwei Jahre im Amt.

Vielleicht, weil ich ein bisschen so fühlte als ich vor zwei Jahren mein Amt antrat.

Es war ein sonniger Tag und wirklich richtig glücklicher Tag als ich vom Caritasrat gewählt wurde. Wenn sich etwas so anfühlt, dann ist es richtig, dachte ich damals und denke es heute immer noch.

Und dennoch, es ist und war eine große Verantwortung. Ich hatte und habe vor der Aufgabe Respekt wie damals im Beitrag Über Amt, Aufgabe und Beruf auch so niedergeschrieben.

Ich wusste nicht so ganz genau, was mich erwartete. Ein neues Bistum. Eine Aufgabe, die von mir vom ersten Tag verlangte, aus der Deckung zu treten. Ab sofort wurde alles was ich sagte, tat, nicht tat, schrieb … gesehen. Damit meine ich gar nicht unbedingt Twitter, Facebook & Co., sondern vor allem das Interne.

Ich erkannte, welche ungeheure Wirkung ein Chef/eine Chefin hat.

Aber die Ämter beinhalteten auch weitere Aufgaben. Repräsentanz in einer Region, die mir unvertraut war. In einem Bistum, das ziemlich anders tickte. Und als Vorständin die alleinige Verantwortung für meinen Verein zu tragen.

Die Freude ist die Essenz des Erfolgs.

Gestern zog ich bei einem spirituellen Impuls dieses Zitat.

Wie passend, dachte ich.

Es ist nicht so, dass alles leicht von der Hand geht. Nein, es ist unglaublich viel zu tun. Aber die Arbeit macht sehr viel Freude.

Und es ist erlaubt, ja sogar gewünscht, etwas zu bewegen.

Themen zu bewegen.

Kirche zu gestalten.

Neue Ideen zu verfolgen.

Das Mitwirken in der obersten Bistumsleitung ist mir eine große Ehre.

Ich schätze unseren Bischof und Generalvikar sehr. Und gleichfalls die Kollegen der Hauptabteilungsleiterkonferenz. Als Mitglied der Pfarrerkonferenz bekomme ich mit, was es bedeutet, in diesen Zeiten Priester zu sein.

Ja, das Geld ist knapp.

Aber die Innovationsfreude groß.

Und auch die Innovationskraft.

Nach Essen zu kommen war in vielerlei Hinsicht nach Hause kommen.

 

 

 

 

Autor:

Caritasdirektorin im Bistum Essen.

4 Kommentare zu „Raus aus der Deckung – oder – zwei Jahre Diözesan-Caritasdirektorin im Bistum Essen.

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