Veröffentlicht in Gleichstellung

Warum ich Initiativen wie Maria 2.0 so wichtig finde.

Die katholische Kirche steht Kopf. Und auch zurecht. Denn die Ergebnisse der sogenannten MHG-Studie sind frappierend.

Das Leid der Betroffenen, die Opfer von Missbrauch wurden, ist so ungeheuerlich schwer zu begreifen und zu ertragen. Und es ist auch schwer zu verstehen, dass das System selbst dieses Leid verursacht und gefördert hat.

Die Studie beschreibt, dass bestimmte Konstellationen wie Machtstrukturen und Amtsmissbrauch, Klerikalismus und Zölibat Missbrauch fördern können.

Es ist also dringend an der Zeit, sich den Systemfragen zu stellen und zu grundlegenden Veränderungen zu kommen.

Allerdings sind in der Studie ausschließlich Priester und Diakone Gegenstand der Forschung, das heißt, Frauen kommen nicht vor. Vielleicht ein Systemfehler schlechthin?

„Die römische Gottesdienstkongretation stellte ausdrücklich fest, dass Maria Magdalena – aufgrund ihrer Zeugenschaft des auferstandenen Christus und der Verkündigung seiner Botschaft – als Apostelin zu bezeichnen sei.“ (Osterbotschaft der Frauen am leeren Grab) Ostern wäre ohne Frauen nichts.

Ja. Zu dieser Erkenntnis sind in den letzten Jahren viele Frauen und Männer, Ordensleute und Medienverantwortliche gekommen und auch die Bischofskonferenz befasst sich zeitgleich mit den Ergebnissen der Studie, eher zufällig, auch mit dem Thema Frauenförderung.

Aber es geht nicht mehr nur um das Thema, Frauen in Führungspositionen zu bringen. Nein. Es geht um die grundsätzliche Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Ämtern in Kirche und Gesellschaft. Und, wenn das Weiheämter sind, dann bitte auch die.

Peter Otten macht es in seinem Standpunkt zum 1. Mai ganz klar: Diakonin, Priesterin, Bischöfin: Wünschenswerte Berufe. 

Gegenargumente sind widerlegt. Im Gegenteil, es gibt viele Argumente und Fürsprecher/innen, die Unverständnis erzeugen, dass es keine wirkliche Gleichstellung gibt. Klar ist: Die Frauenfrage ist von existentieller Bedeutung für die Kirche. 

Voraussetzung hierfür scheint mir, dass Frauen auch wirklich sichtbar werden. In Geglückte Sichtbarkeit habe ich beschrieben wie wichtig es ist, dass Frauen gleichermaßen wie Männer in der öffentlichen Wahrnehmung repräsentiert sind.

Die Initiative Maria 2.0

Ein Lesekreis der Gemeinde Heilig Kreuz in Münster hatte auch über die aktuelle Situation in der Kirche gesprochen. Und wie schwierig es ist, Menschen, die fern der Kirche stehen, zu erklären, warum man überhaupt noch dabei sei. Und, dass trotz aller Reformbereitschaft die Abschaffung bestehender männerbündischer Machtstrukturen nicht in Sicht ist. So wurde die Idee zu der Initiative Maria 2.0 geboren. Nicht nur zu klagen, sondern auch etwas zu tun. Mit einem offenen Brief an Papst Franziskus sind sie gestartet. Dieser Brief kann als Online-Petition von jedem und jeder, die bzw. der die Ansichten und Forderungen unterstützt, bis zum 18. Mai unterzeichnet werden. Und im Mai rufen die Akteurinnen in der Woche vom 11. bis zum 18. Mai 2019 alle Frauen auf, in einen Kirchenstreik zu treten, s. Handzettel.   Und auch Frauen im Bistum Essen haben zum Streik aufgerufen und bündeln ihre Aktivitäten in einer Facebookgruppe.

Frauen müssen sichtbar werden. Über die geplanten Aktivitäten ausserhalb von Kirche werden Frauen und Männer im Marienmonat Mai deutlich machen, wie stark Frauen ihre Kirche tragen. 

 

Weitere Initiativen und Links:

Bischof Feige: Priester(innen)weihe für Frauen wird kommen.

Von Ostern bis Pfingsten: 50 Frauen für Gleichstellung in der Kirche.

KDFB: Öffnung von Weiheämtern für Frauen 

Buchtipps 2017 & Buchtipps 2018

Autor:

Caritasdirektorin im Bistum Essen.

2 Kommentare zu „Warum ich Initiativen wie Maria 2.0 so wichtig finde.

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