Mangelnde Innovationsfähigkeit ist kein Kavaliersdelikt.

Die Natur hat manchen Organisationen etwas voraus.

Sie ist schneller in der Lage sich zu verändern.

Gerade noch blüht und grünt es, dann kommt schon der Sommer und schwups ist es Herbst …

… und wieder wandelt sich das Blatt.

Gesellschaft, Kirche und Politik.

Wie ist das in Gesellschaft, Kirche und Politik?

Wir Menschen hören schon lange nicht mehr auf die Hinweise der Natur. Wir halten Hochwasserkatastrophen für Tagesereignisse, wegen denen wir nicht die Politik verändern müssen.

Selbst dann nicht, wenn sie unsere eigene Heimat in großen Teilen unwiederrufbar wegreißen.

In den 90er Jahren wurde das Sozialwort der beiden großen Kirchen „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ im Rahmen eines Konsultationsprozesses entwickelt. Partizipativ wurden aktuelle Positionen gesammelt und die Erkenntnisse haben mich nie wieder los gelassen: „Frieden, Solidarität und Bewahrung der Schöpfung“ – auch die sozial-ökologischer Marktwirtschaft ist hier schon beschrieben. Trotz dieses Auftrags: wo stehen wir heute als Gesellschaft, Kirche und Politik?

Noch nicht mal am Anfang.

Stellen wir uns eine Skala vor. Vertikal steht für Veränderungsnotwendigkeit, horizontal für Veränderungsfähigkeit. Was wäre wohl das Ergebnis? Wer nicht veränderungsfähig ist, wird Notwendigkeiten missachten.

Der notwendige Wandel wird wohl auch nach dieser Bundestagswahl nicht gelingen. Selbst jetzt, wo unser Planet zu sterben droht, geht kein ausreichender Ruck durch das Land.

Wandel als Auftrag.

Wie sieht das im eigenen Umfeld aus?

Im Mikrokosmos geht es mit der Strategie „Vom Sorgenkind zur Modellregion“ voran. Der eingeschlagene Weg trägt Früchte.

Trotzdem gilt es auch im Kleinen nachzujustieren. Zu ordnen. Gerade die Feinarbeit gibt dem Gesamtbild den Feinschliff.

In diesem Jahr standen und stehen diverse OE-Prozesse auf der Agenda: im Mikrokosmos Einrichtung, auf der Verwaltungsebene und auf die Entwicklung des Netzwerkes auf regionaler Ebene.

Abteilungen werden personell neu aufgestellt, die Organisationsstruktur wurde verändert, eine gesunde Personaldecke, mehr Verantwortung in der Breite. Dieser Wandel setzte enorme Energien frei. Wie aus dem Nichts entstand ein neues Bildungskonzept, das sich über die Einrichtung legte, sie wandelte und räumliche Verbesserungen erzielte.

Mitarbeiter*innen verlassen nicht Firmen, sondern Chefs.

erzählte mir neulich eine neue Führungskraft bei der Caritas in Schleswig-Holstein. Da ist viel Wahres dran.

In der Verwaltung arbeiten wir daran, zu einem modernen Dienstleistungs- und Servicecenter zu werden. Das bedeutet einen Perspektivwechsel: Wie werden wir Weltmeister in der Problemlösung der Praxis?

Dabei gilt es, unsere Prozesse zu analysieren und zu vereinfachen. Die Schnittstellen zu optimieren und vor allem auch zu digitalisieren.

Über Region und Bundesland liegt das Netz der Einrichtungsleitungen. Hier arbeiten wir an einem gemeinsamen Führungsverständnis, um im Verbund wirksam zu werden. Leader sein, mit denen Mitarbeitende kraftvoll zusammen arbeiten wollen, ohne mit Strukturen und Hierarchien zu erdrücken.

Hierarchien und Strukturen schaffen notwendige Ordnung, das hilft Prozesse zu sortieren. Nicht mehr und nicht weniger.

Veränderung tut Not.

Gelingt es uns, in gesunder Weise zusammen zu arbeiten? Diese Frage mussten wir uns während der Pandemie besonders gründlich beantworten.

Dabei geht es nicht nur um die Einhaltung von AHA-Regeln, es geht auch um psychische Faktoren. Gelingt es uns den Laden sauber zu halten von Intrigen, Machtmissbrauch und Seilschaften? In der katholischen Kirche müssen wir uns diese Frage mit Hilfe von Präventionsmitarbeitenden ganz besonders stellen und bearbeiten.

Es geht aber auch um neue Wertmaßstäbe. Wenn wir unsere Arbeit nicht so gestalten können, dass Burnouts ausgeschlossen sind, machen wir etwas falsch. Welche Rahmenbedingungen brauchen wir, damit wir uns bei der Arbeit wohl fühlen?

Unsere OE-Prozesse in diesem Jahr haben mir mehr als einmal vor Augen geführt, dass strukturelle Themen zu bearbeiten sind und die erfordern manchmal radikale Durchbrüche: Entschiedenheit, Reorganisation und vor allem Mut zur Veränderung.

Ich gebe meine Hoffnung nicht auf, dass auch wir Menschen wandlungsfähig sind, wenn wir die Wohltat der Erneuerung spüren. Die Natur macht es uns ja gerade wieder einmal bravourös vor:

Das alte Kleid mit einem bunten Knall ablegen, damit das Neue wachsen kann.

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