Klinikalltag: Von Früchten, Früchtchen & der hohen Politik.

Ernte Dank! Vor der Klinik liegen Heuballen und Kürbisse eingerahmt von Milchkannen. Die Ostsee ist tiefblau und die Wellen schlagen jetzt geräuschvoll gegen das Ufer. Anders als im Sommer, wenn eher still ruht die See. Buntes Laub raschelt, wenn die Kinder spielend über das Gelände laufen.

Die Sommerkuren sind sehr beliebt, aber mir persönlich gefällt die Herbst- und Winterzeit besser. Denn jetzt kehrt Ruhe ein. Es ist nicht mehr möglich, einfach alles zu machen, sondern Besinnung ist angesagt. Der Heilungserfolg ist jetzt sogar nachhaltiger.

Die Langzeitwirkungen von Kuren sind ohnehin belegt. Studien zeigen, dass „sechs Monate nach Beendigung der stationären Maßnahmen die Mütter deutlich weniger von Schmerzen und Schlafstörungen beeinträchtigt waren, entsprechend reduzierte sich der Medikamentenkonsum. Die Krankheitstage verringerten sich von vorher 10,7 auf 6,5 Tage, auch die Arztbesuche nahmen ab. Besonders verbesserte sich die Beziehung zum Kind. Die Patientinnen stammten überdurchschnittlich häufig aus unteren Einkommensverhältnissen oder bezogen Sozialhilfe. Als Schwerpunktindikation wurde bei 74 Prozent das „Erschöpfungssyndrom“ gestellt. Bei den Kindern standen mit 49 Prozent Atemwegserkrankungen an der Spitze, gefolgt von Verhaltensauffälligkeiten.“

In dieser Woche hatten wir die Landtagsabgeordnete Sophia Schiebe von der SPD zu Gast. Sie ist u.a. für Familiengesundheit zuständig. Sie war sehr interessiert, unsere Klinik kennen zu lernen und wir konnten deutlich machen, dass unser Angebot ermöglicht, mit einem interdisziplinären Team medizinisch-physiotherapeutisch, psychosozial und pädagogisch auf die Familien zu schauen. Beobachtungen, Diagnosen und Beratung helfen dabei, für die Familie einen Weg zu zeichnen, der nach der Kur aus der Erschöpfungsspirale helfen kann.

Aktuell sind wir dabei, unser Klinikkonzept zu überarbeiten, um die Herausforderungen der Pandemie zu berücksichtigen. Wir stellen fest, dass nicht nur Erschöpfungssyndrome zugenommen haben, sondern auch soziale und Erziehungskompetenzen gelitten haben sowie Bildung in allen Lebensbereichen zu kurz kam.

Hier anzusetzen verstehen wir als unseren Auftrag. Dabei gehen uns die Ideen nicht aus: Lasst Euch überraschen!

Unsere Wartelisten geben ein Bild davon wie dringend die Kuren gebraucht werden. Gleichzeitig stehen wir als Klinik ähnlich wie viele Institutionen vor den wirtschaftlichen Herausforderungen der Energie- und Inflationsprobleme.

Wir arbeiten daran, in dem wir digitale Transformationsprozesse vorantreiben, uns als Team beständig weiter entwickeln, um die Standards einer modernen Organisation zu halten.

Früchte der Arbeit zeigen sich. Ernte Dank!

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