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Kinder, Küche, Kirche.

Grüss Gott!

Ich komme gerade aus Bayern. Einmal im Jahr tagt die Bundesdirektor(inn)enkonferenz der Diözesan-Caritasverbände in Würzburg.

Als ich aus dem Zug ausstieg, kam ich mit einem Bayer über Seehofer, die Landtagswahl und die drängenden Fragen der Zeit ins Gespräch. Dabei streifte mein Blick über die sonnigen Weinhänge der lieblichen Gegend.

Der Bayer fragte, ob ich aus dem Norden stamme. Ich musste lächeln. Früher hätte ich die Frage als Bonnerin mit Nein beantwortet. Als Essenerin habe ich sie mit ja beantwortet. North & South – passend zu dem Film, den ich die Tage mal wieder gesehen habe.

Das Gespräch zeigte schnell, dass Seehofer keine Angst um die Stimme dieses Wählers haben muss.

Manchmal fragen Politiker/innen, warum wir uns als Kirche und Wohlfahrtsverbände politisch engagieren.

Darum.

Der katholische Studentenseelsorger Burkhard Hose schreibt in seinem Buch „Seid laut!“ dazu: „Man kann nicht Suppe an Arme ausschenken, ohne irgendwann die Frage zu stellen, warum die Armen eigentlich arm sind.“

Gute OGS.

Wir hatten diese Woche gute Gespräche mit dem Jugend- und Schulministerium in Nordrhein-Westfalen. Beide Minister wollen gemeinsam an einer guten Zukunft der Offenen Ganztagsschule arbeiten. Die Freie Wohlfahrtspflege in NRW hat hierzu eine Online-Petition gestartet, denn wir sehen vor allem in den Ballungsgebieten den dringenden Bedarf die Bildungskette nach der Kita fortzuführen und gerade Kindern aus einkommensschwächeren Elternhäusern gute Zukunftschancen zu sichern. Hierzu streben wir eine auskömmliche Finanzierung im Offenen Ganztag und den Rechtsanspruch an.

Gute Wohlfahrt.

Dieser Tage fragte mich ein Journalist im Rahmen der Pressefahrt der Caritas in NRW, in einer auf der Straße aufgebauten Küche, zum Jahresthema „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“,  ob der Begriff „Wohlfahrt“ überholt sei.

Ich bin klar der Meinung: Nein! Weder das System der Freien Wohlfahrtspflege noch die Wohlfahrt als Teil der christlichen Nächstenliebe ist überholt. Es ist ein wichtiger Bestandteil unseres demokratischen Systems in Deutschland. Sich um den Nächsten zu sorgen, ist nicht nur eine wesentliche Säule der Kirche und des christlichen Verständnisses, sondern eine wesentliche Voraussetzung eines funktionierenden Gesellschaftssystems.

Gute Kirche.

Wir gehen als Kirche auf die Straße: Wir sind mehr, die auf den Hass mit Liebe antworten. Darauf bin ich stolz. Ich habe das Gefühl, dass unsere Kirche auf einem guten Weg ist, weil sie sich einsetzt, laut wird, wo Menschen Unrecht geschieht.

Dann werden die Zahlen zur Missbrauchsstudie der katholischen Kirche veröffentlicht. Und ich spüre, dass viele zutiefst erschreckt sind. Im Rahmen eines Studientages zur Prävention habe ich die Möglichkeit meine eigenen Fragen und Unsicherheiten mit meiner Kirche, die doch seit so vielen Jahrzehnte meine Heimat ist, zu hinterfragen.

Diese Fragen werden uns gründlich beschäftigen. Unser Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck bringt die Widersprüche in seiner Predigt anlässlich unseres Betriebsausflugs ausgezeichnet auf den Punkt. Die Quintessenz seiner Predigt ist, es braucht gründliche Erneuerung und zwar mit tiefgreifenden Konsequenzen.

An dieser Kirche mitzubauen, ist spannend. Auch, wenn es Unsicherheiten in sich birgt. Aber es bietet die einmalige Chance, grundlegende Fragen zu beantworten: Macht, Hierarchie, Sexualmoral und last but not least die Rolle der Frau in der Kirche.

Auch die Frage, wo wir uns als Caritas hin entwickeln, bleibt dabei spannend. Caritas ist Kirchort.

Bunt, vielfältig, modern.

Diese Zuschreibung hätte meinen bayrischen Gesprächspartner sicher irritiert.

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Lese-Glücksmomente.

Da fehlt doch noch was?

Habt ihr sie schon vermisst?

Ja, genau!

Meine Bücherliste 2018!

Lesen war schön im letzten Jahr.

Ich erinnere mich gerne an die Orte, an denen ich gelesen habe.

Am Meer mit einer kleinen Ostseebrise um die Nase,

in den Bergen,

in der tiefen Eifel,

im Bett, im Liegestuhl, im Ohrensessel, vergnügt, gespannt, entspannt, erschreckt, verstört, versponnen, versonnen, vergnügt, verliebt, bedacht, verlacht … und welche Gefühle Bücher sonst noch so auslösen können.

Bücher sind etwas Feines!

Allein der Einband, der Geruch, das kleine Bändchen, das über die Seite fällt, die ersten Seiten, die letzten Seiten und überhaupt!

Aber nun genug der Schwärmerei!

Hier ist meine Bücherliste 2018.

Transit (Anna Seghers, 1944)

Erst ist es das gestrandete Boot,

das mit dem Buch gepostet wird,

das mich anspricht.

Urlaub.

Transit.

Verreisen.

Dann der Perspektivwechsel.

Die Erschütterung.

Die Not, die ein leeres Boot am Ufer des Mittelmeers bedeuten kann.

Der zeitaktuelle Roman „Transit“ handelt von Menschen auf der Flucht. In Marseille versammeln sich 1940 die von den Nazis Verfolgten. Sie hetzen nach Visa, Bescheinigungen und Stempeln, um nach Übersee ins rettende Exil zu entkommen. Im Roman kreuzen sich die Wege von Menschen, die ähnliche Schicksale teilen.

All diese alten, schönen Städte wimmelten von verwilderten Menschen. Doch es war eine andere von Verwilderung als ich geträumt hatte. Eine Art Stadtbann beherrschte diese Städte, eine Art mittelalterliches Stadtrecht, jede ein anderes. Eine unermüdliche Schar von Beamten war Tag und Nacht unterwegs wie Hundefänger, um verdächtige Menschen aus den durchziehenden Haufen herauszulangen, sie in Stadtgefängnisse einzusperren, woraus sie dann in Lager verschleppt wurden, sofern das Lösegeld nicht zur Stelle war oder ein fuchsschlauer Rechtsgelehrter, der bisweilen seinen unmäßigen Lohn für die Befreiung mit dem Hundefänger selbst teilte. Daher gebärdeten sich die Menschen, zumal die ausländischen, um ihre Pässe und ihre Papiere wie Seelenheil.

 

Die Freiheit, frei zu sein (Hannah Arendt, 1967)

Die Tatsache, dass das Wort Revolution ursprünglich Restauration bedeutete, ist mehr als nur eine semantische Kuriosität. (Hannah Arendt)

In dem Essay philosophiert Hannah Arendt über den Begriff Freiheit und was sie für den Einzelnen bedeutet. Sie fragt danach, ob es es um die Abwesenheit von Angst und Zwängen geht oder darum, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, die eigene Stimme zu erheben? Und sie fragt: Haben wir diese Freiheit einfach oder wer gibt sie uns? Und kann man sie uns auch wieder weg nehmen?

Kein Vorhaben ist schwieriger in der Ausführung, unsicherer hinsichtlich seines Erfolges und gefährlicher bei seiner Verwirklichung, als eine neue Ordnung einzuführen.

Heisser Sommer (Uwe Timm, 1974)

„In Heisser Sommer geht es um die Unruhen der 68er Jahre, die Tendenzen zur Radikalisierung, die Notwendigkeit zum Aufbrechen der alten autoritären (Universitäts-) Strukturen und dem kleinbürgerlichen Mief.“, schreibe ich am 13. August in mein Tagebuch, während ich aus dem Strandkorb heraus dem Kreischen der Möwe lausche und die kühle Ostseebrise genieße.

Auch dieser Sommer 2018 war geprägt von einer wochen-, ja monatelangen trockenen Dürre- und Hitzewelle. Das Laub an den Bäumen verdörrt sehenden Auges. Große Stücke von Baumrinde brechen von den Stämmen. Und was die politischen Verwirrungen und Verdörrungen betrifft erst recht.

Ediths Tagebuch  (Patricia Highsmith, 1977) 

Edith notiert in ihrem Tagebuch Tagträume, eine Wunschwelt. Die im Tagebuch notierten Erlebnisse haben mit der Realität immer weniger zu tun. Je unerträglicher ihre reale Welt wird, umso phantasiereicher wird die Erlebniswelt in ihrem Tagebuch. Sie kompensiert damit ein Leben, dessen Schicksalsschlägen sie mit Gleichmut und freundlichem Lächeln zusieht.

Erst am Ende spricht sie ihre Meinung aus, was dann als Krankheitswahn bezeichnet wird:

Alle macht ihr schlechte Politik – Ausflüchte, Lügenmärchen, bloß nicht die einfache, nackte Wahrheit.

 

Seid laut! (Burkhard Hose, 2018)

„Für ein politisch engagiertes Christentum“ lautet der Untertitel.

Der Blick die Geschichte lehrt, dass Schweigen und sich Heraus-Halten mindestens genauso verheerende politische Folgen haben können wie ein Sich-Einmischen.

Wenn ich auf das Jahr 2018 zurück schaue, dann zähle ich den Abend als wir in Essen als Kirchen und Sozialverbände auf die Straße gegangen sind, unsere „Sach wat“ Fahne hoch gehalten haben zu eines der Highlights 2018. Es ist immer schwierig, etwas Besonderes heraus zu greifen, weil es so viele wichtige und gute Ereignisse in einem Jahr gibt und gerade die Scheinwerfer oft auch verblenden können vor dem, was an alltäglicher Kleinarbeit viel wichtiger ist. Mehr dazu findet ihr auch hier im Blog in Kinder, Küche, Kirche.

Man kann nicht Suppe an Arme ausschenken, ohne irgendwann die Frage zu stellen, warum die Armen eigentlich arm sind. (Burkhard Hose)

Wir Kirchen müssen politisch sein, das macht er in seinem Buch mehr als klar. Es gibt dafür tausend Gründe und viele gute Beispiele wie etwa die friedliche Revolution zum Ende des DDR-Regimes.

Ob wir wirklich ein christlich geprägtes Land sind, würde sich daran zeigen, dass die Solidarität mit den Schwachen als leitendes Prinzip im gesellschaftlichen Zusammenleben erkennbar ist und nicht an den Grenzen eines Nationalstaates aufhört.  (Burkhard Hose)

„Es ist Zeit, das Christentum nicht länger mit Konservativsein oder Bravsein zu übersetzen, sondern mit Erneuerung und Umdenken. Es ist Zeit, den prophetischen Auftrag Jesu ernst zu nehmen, Partei zu ergreifen und lauf zu werden, wo Menschen in ihrer Würde verletzt werden.“

Die beiden Bücher mit den Ausrufungszeichen (Seid laut! und Steht auf!) sind in Zeiten, in denen in Kirche (hoffentlich!) so viel im Umbruch ist, wohltuende Bücher für die Seele, weil sie sich auf das Evangelium berufen.

Ist Jesus ein Linker? lautet die Überschrift eines seiner Kapitel. Ist jemand, der das Evangelium ernst nimmt und sich als Anwalt der Schwachen versteht ein Linker? Sind Menschen, gerade die junge Generation, die sich für die Aufnahme Geflüchteter einsetzt Linksextreme? Oder geht es um eine Generation, die für sich erkannt hat, dass die Aufnahme Geflüchteter nicht Wohltätigkeit, sondern Solidarität verlangt. Ist Menschlichkeit und Empathie nicht einfach eine Aufgabe der Nächstenliebe?

Die Überschrift über Kapitel 5 lautet gar „Welcome to the revolution“.

Ich wünsche mir so sehr, dass sich diese neue Generation ihre „revolutionäre“ Haltung bewahrt, … , aus der tatsächlich ein neuer Politikstil entstehen kann. Aber woher wird diese Revolution ihre positive Kraft beziehen? Es braucht Menschen und Orte, es braucht Quellen, aus denen sich die Energie gewinnen lässt, die nötig sind, um nicht bei sich selbst stehen zu bleiben.

schreibt Burkhard Hose in diesem Kapitel. Es wird unsere Aufgabe sein, den Rahmen zu schaffen, um das Neue werden zu lassen. Neue Orte zu gestalten, Freiheit zu gewähren, Quellen zur Verfügung zu stellen oder selbst zu sein.

Jenny Marx (Angelika Limmroth, 2018)

Linke, Revolutionäre – diese Zuschreibungen gelten für Karl Marx, Friedrich Engels und seine Frau mehr als für viele andere. Der rote Kopf im Garten des Karl Marx Hauses in Trier ist dafür leuchtendes Beispiel. Und dabei geht es nach Hannah Arendt bei Revolution doch „nur“ um Restauration.

Die Lektüre des Lebens der Familie Marx fand ich mehr als faszinierend. Unfassbar wieviel Kraft, Engagement, Leidenschaft es bedeutet haben muss, die großen Ideen zu fördern und voran zu treiben.

Im Leben der Jenny Marx, Ehefrau von Karl Marx, sind Sprache und Schreiben der Schlüssel der Reform und Revolution. Der Aufstand auf der Straße gelingt nicht, da die Deutschen „Kulturpatrioten“ sind. Die Revolution von 1848 hat nicht die gewünschten politischen Verhältnisse gebracht also wurde geschrieben (!).

Jenny und Karl griffen beim Schreiben auf ein globales Netzwerk zurück. Sie schrieben regelmässig zahlreiche Briefe an zig Verbündete und schufen somit einen weitreichenden Verbund zur Förderung ihrer Ideen.

Wer wir sein könnten (Robert Habeck, 2018)

Im Oktober habe ich während der LitRuhr einer Diskussion zwischen Thea Dorn und Robert Habeck beigewohnt.

Was mich beeindruckt hat, war die Nachdenklichkeit mit der diskutiert wurde. Es gab nicht vorgefertigte Politikersprüche, sondern überlegte und während der Diskussion entwickelte Gedanken. Zuhören, mit einander reden, beteiligen könnte ein neuer Politikstil werden, den unsere Gesellschaft angesichts der rasanten und radikalen Veränderungen dringend brauchen wird. Es braucht eine gedankliche Verlangsamung. Wir müssen uns Zeit zum Nachdenken nehmen.

Zu dieser Nachdenklichkeit lädt auch das Buch ein.

Sprache schafft die Welt.

In diesem ersten Satz steckt die ganze Philosophie der Gedanken, die Habeck in der Folge entwickelt. Und lädt dazu ein, über die eigene Verwendung von Sprache nachzudenken und der Verrohung entgegen zu wirken.

Steht auf! (Johannes Eckert, 2018)

„Die Frauen im Markusevangelium waren für ihre Mitmenschen eine echte Provokation: Sie ergriffen selbstbewusst das Wort, korrigierten ihren Meister und vertrauten und glaubten bedingungslos. Und dennoch: Ihre Namen sind nicht überliefert. Das bewegt Abt Johannes Eckert zu einer biblische Spurensuche. Das Evangelium liest er als Ouvertüre zu unserem Leben, dem eigentlichen Ort der Frohen Botschaft. So entdeckt er provozierende Botschaften für uns als Gläubige und für die katholische Kirche. Abt Johannes Eckert schreckt dabei auch nicht vor den heißen Eisen Kirchensteuer, Zölibat und Kardinalat der Frauen zurück.“ (Herder)

Fazit

Bücher, die in mein Leben eingreifen, an denen mein Leben weiterschiebt, so dass ich sie alle paar Jahre zur Hand nehmen muss, um zu sehen, was inzwischen mit mir und mit ihnen passiert. (Christa Wolf über das Buch „Transit“)

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Sätze & Schätze, die mir im letzten Jahr auch wieder Anregungen und Lektüretipps gegeben haben.

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Bücherliste 2015

 

 

 

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Sozialfirma

Die schönsten Termine sind diejenigen, bei denen Früchte der Arbeit sichtbar und eingeweiht werden, wie heute in Engelskirchen. Wir haben das Projekt ein Jahr lang bei der Entwicklung beraten. Am Anfang stand eine Vision, ein Traum: die Schaffung von Arbeitsplätzen für Langzeitarbeitslose. Und nun ist sie Wirklichkeit gworden…

„Auf den ersten Blick scheint es, als ob die Zeit stehen geblieben wäre: Die massigen Grauwacke-Gebäude der ehemaligen Baumwollspinnerei Ermen & Engels säumen noch immer den früheren Fabrikhof. Auch der Schornstein des Dampfmaschinenhauses existiert noch. Und über die Eisenbahnschienen, die vom nahe gelegenen Bahnhof auf den Platz führen, könnte bald ein Güterzug mit einer Lieferung Baumwolle beim Alten Baumwoll-Lager vorfahren. Doch hier ist schon lange kein Faden mehr gesponnen worden. Heute steht das gesamte Gelände der alten Fabrik unter Denkmalschutz.“ heißt es auf der Webseite des Industriemuseums. Diesen Eindruck haben auch die Gäste, die der heutigen Feierstunde beiwohnen. Sie begeben sich in das Alte Baumwolllager, denn hier hat die Caritas ein neues Tagungshaus am Engelsplatz  eingerichtet. Das Besondere an dem Projekt: Es bietet Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen. Dieser marktorientierte Ansatz mit sozialem Zweck wurde bereits von Herrn Landesarbeitsminister Schneider bemerkt, der es als eines von vier Leuchtturmprojekten in Bälde vor Ort besichtigen wird.





In diesen Räumen, in denen der Fabrikant Friedrich Engels  1837 eine Baumwollspinnerei gründete, da der Standort wirtschaftlich preiswerte Rahmenbedingungen wie kostenlose Wasserversorgung durch die Agger und billige Arbeitskräfte der umliegenden Dörfer bot, tagen jetzt Fach- und Führungskräfte von Unternehmen und sozialen Einrichtungen. Die Umgebung ist inspirierend, das Gemäuer mit dem rauschenden Fluss und die alten Fabrikfenster ein Tagungsort der anderen Art.
Dem Sohn des Fabrikanten, der uns vielleicht besser bekannte Friedrich Engels (Sozialtheoretiker), waren die väterlichen Arbeitsbedingungen, z.B. Kinderarbeit, Anlass sich soziologisch mit der Lage der arbeitenden Klasse zu befassen.

So würde es dem Junior sicher heute sehr gut gefallen, dass kommunale Größen, sich hier an diesem geschichtsträchtigen Platz zusammen gefunden haben, um ein Experiment zu wagen, das langzeitarbeitslosen Menschen menschenwürdige Arbeitsplätze verschafft. Der zur Feierstunde gelandene Urenkel strahlt jedenfalls über das ganze Gesicht. Weihbischof Ansgar Puff segnet in seiner Funktion als Vorsitzender des Diözesan – Caritasverbandes für das Erzbistum Köln e.V. die Räume und zitiert nachfolgende päpstlichen Worte, mit denen Friedrich Engels junior sicher nicht so unzufrieden gewesen wäre:

„Jede beliebige Gemeinschaft in der Kirche, die beansprucht, in ihrer Ruhe zu verharren, ohne sich kreativ darum zu kümmern und wirksam daran mitzuarbeiten, dass die Armen in Würde leben können und niemand ausgeschlossen wird, läuft Gefahr der Auflösung, auch wenn sie über soziale Themen spricht und die Regierung kritisiert. Sie wird schließlich leicht in einer mit religiösen Übungen, unfruchtbaren Versammlungen und leeren Reden heuchlerisch verborgenen spirituellen Weltlichkeit untergehen.“ 
 
(Papst Franziskus, „Evangelii Gaudium – Die Freude des Evangeliums)
 
 
 
Wenn Sie das Angebot die herrliche Lage und Räumlichkeiten sowie die ausgezeichnete Küche nutzen wollen, finden Sie hier die Leistungsbeschreibung.



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