Veröffentlicht in Führung

Gute Führung.

Lernende Organisationen und agiles Management brauchen schlichte Werkzeuge, um gute Führung zu ermöglichen.

Selbst auf der Suche nach Handwerkszeug, das kommunikatives Miteinander unterstützt und gleichzeitig Zeit und Raum lässt, Knackpunkte zu identifizieren und zu lösen, stieß ich dieser Tage auf die Information, dass Google seine Führungstools ins Netz gestellt hat.

Auf der Suche nach der Antwort, was gute Führungskräfte ausmacht und wie Organisationen zu guten Führungskonzepten kommen, stellt Google im so genannten Re:Work Blog diese Informationen zur Verfügung.

Googles Führungstools

  • 8 zentrale Führungsmerkmale
  • Feedbackfragebogen zur Beurteilung von Vorgesetzten
  • Leitfragen für Mitarbeiter/innengespräche
  • Unterlagen für interne Fortbildungen
  • Anleitungen zur Zielformulierung
  • Merkmale für ein gutes Vier-Augen-Gespräch

Da es sich um eine Organisation handelt, deren zentrale Mission der digitale Wandel und das digitale Lernen ist, bin ich neugierig und gehe in die Tiefe.

Was macht bei Google eine gute Führungskraft aus?

1. ist ein guter Coach

2. ermutigt und befähigt das Team ohne klein-klein zu managen

3. drückt sein Interesse am Erfolg und Wohlsein der Mitarbeitenden aus

4. ist produktiv und ergebnisorientiert

5. ist ein guter Kommunikator – hört und teilt Informationen

6. unterstützt die berufliche Entwicklung

7. hat eine klare Vision und Strategie für das Team

8. hat Schlüsselqualifikationen, die ihr oder ihm helfen, das Team zu führen

Schon in einem früheren Beitrag „Was ist eigentlich ein Traumjob oder was wir von Google lernen können“  hatte ich Larry Page zitiert:

Überzeugungen von Google Gründer Larry Page

  • Mitarbeitende wollen an einer wirklich wichtigen Sache gerne mitarbeiten.
  • Die größte Aufgabe von Führungskräften ist es, den Mitarbeitenden eine bedeutungsvolle Aufgabe zu geben, an der sie wachsen und sich entfalten können
  • alle Informationen im Unternehmen sollten allen Mitarbeitenden zugänglich sein.
  • Führungskräfte sollen führen können, bevor sie einen Titel dafür bekommen.
  • Bei guten Chefs werden die Mitarbeitenden besser, bei schlechten Chefs bringen gute Mitarbeitende weniger Leistung.

Diese Haltung lässt sich durchaus in den Tools wieder finden.

Sicherlich tun wir uns an der ein oder anderen Stelle schwer mit der amerikanischen Kultur, die sich in den Fragebögen ausdrückt und doch gefällt mir deren Einfachheit. Wie dieses Tool beispielsweise:

Leitfaden für Mitarbeiter/innengespräche

  1. Was sind die Ziele des Beschäftigten?
    U. a. verknüpft mit der Frage: Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was wäre Deine Traumaufgabe im Unternehmen? Oder Was sind Deine Leidenschaften? Was motiviert Dich?
  2. Wie sieht die aktuelle Situation aus?
    Was sind Störfaktoren? Was frustriert Dich?
  3. Welche Fortbildungen o.ä. könnten interessant sein?
  4. Welche Projekte oder anderen Ziele stehen als Nächstes an?

Die Klärung dieser Fragestellungen sind wichtig. Was stört die Arbeit? Was macht Lust? Was kann unterstützen? Und gleichzeitig ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen, sich zu begegnen und vielleicht ist der Leitfaden gar nicht immer nötig.

Werteorientierte Führung

Forscht man in den Schulungsunterlagen, findet sich auch das Thema „Werte“ wieder. Die Rolle von Werten ist in einer Führungskultur nicht zu unterschätzen. Gerade im kirchlichen Kontext und generell bei Non-Profitorganisationen sicher ein Faktor, der keine untergeordnete Rolle spielt.

Dabei geht es nicht um eine besondere Form von Kirchlichkeit oder ein Parteibuch, sondern Überzeugungen, die das Handeln eines Menschen, häufig auch unbewusst, bestimmen.

Im Vortrag von Prof. Peter Fischer von der Universität Regensburg gibt es gute Hinweise zu diesem Thema, u.a. zur Frage, was humanistische Führung ist:

  •  3Vs: Vorbild, Verpflichtung, Verantwortung
  • 4Ms: Man muss Menschen mögen
  • 3Ks: Kommunikation, Kooperation, Kompetenz

In diesem Sinne beobachten, lernen und handeln wir weiter, um vernetztes und doch geordnetes Miteinander gekonnt hin zu bekommen. Dabei spielt natürlich auch die Aufbauorganisation eine Rolle, die neben der Linienhierarchie eine brauchbare Matrixorganisation benötigt. Hierzu später mehr.

 

Veröffentlicht in Führung, Spiritualität

Über Amt, Aufgabe & Beruf.

Wie einige wissen, befinde ich mich in einem Übergang von einer Aufgabe zu einer anderen, von einer Organisation in eine andere, von einer Region zu einer anderen.

Viele, viele Menschen haben mir gratuliert. Ich wurde sehr herzlich willkommen geheißen und erntete auch viel Bedauern, dass ich die alte Funktion verlasse.

Das ist außerordentlich wohltuend.

Und gibt starken Rückenwind.

Die Zahl hat mich überrascht  und überwältigt und gab mir gleichzeitig eine Bestätigung, dass ich die richtige Wahl getroffen habe.

In einem Kommentar hieß es:

„Da bist Du ja genau richtig.“

Und je mehr ich mich in die Rolle bewege, um so mehr erkenne ich:

Ja…

…genau da bin ich richtig.

Warum eigentlich?

Und die schlichte Antwort ist:

Weil die Aufgabe passt.

„Bist Du denn nicht furchtbar aufgeregt angesichts der Verantwortung?“

Und ich musste feststellen:

Nein.

Bin ich nicht.

Warum?

Weil die Aufgabe passt.

Die Aufgabe passt zu dem, was ich gelernt habe und zu meinen Erfahrungen und zu dem, was ich gerne tue.

Karrieresprung, sagen einige.

Ja, klar, ist es auch und freut natürlich ebenso.

Und gleichzeitig weiß ich, dass ich nicht in irgendetwas springen würde, nur der Karriere wegen.

Die Aufgabe muss spannend sein.

Und warum dann genau das?

Einfache Antwort:

weil sie jemanden gesucht haben.

Vor dem Hintergrund meines Glaubens aber auch:

es ist offensichtlich mein Weg.

Caritasarbeit im Ruhrbistum.

Wenn nicht dort…,

…wo dann?

Und das Amt?

Ein Amt ist nicht nur einfach so ein Wort. Ein Amt ist eine Verantwortung.

Alle getroffenen Entscheidungen haben Auswirkungen. Vor allem auf Menschen.

In erster Linie. Ein Amt ist eine große Verantwortung.

Davor habe ich Respekt.

Aber keine Angst.

Ist es also mehr als ein Beruf?

Sollte man tatsächlich das große Wort Berufung bemühen?

Nein.

Aber…

…wenn ein Weg stimmig ist, stimmt, ist es wirklich eine göttliche Fügung.

Es sind diese Momente,

wo man aufschaut und denkt:

„Ach,

…das sollte es sein…“

Veröffentlicht in Führung, Tagebuch

Gesunder Führungsstil

Wenn Du Deiner Arbeitswoche drei #hashtags geben solltest,

welche wären das dann wohl?

#Hashtags der Woche

Das sind meine. Die Reihenfolge ist zufällig –

oder doch nicht?

#Flüchtlingsfamilien

Akute Notversorgung in der Flüchtlingshilfe ist ein notwendiger und wichtiger Teil der Arbeit.

Genauso wichtig ist die Frage der gesellschaftlichen Teilhabe. Aller.

Seit Jahren sprechen wir über Inklusion – die Zugänge und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Und wir sprechen über Vielfalt. Inklusion und Vielfalt gelingt dann, wenn alle ihren Bedarfen entsprechend dabei sein können.

Daher braucht es ein Konzept, das Flüchtlingsfamilien und allen anderen gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Daran arbeiten wir derzeit im Kontext frühkindlicher und kindlicher Bildung.

Denn hier werden die Voraussetzungen für gesellschaftlichen Zusammenhalt gelegt.

#Mitmachprojekt: 100 Jahre Frauen in der Caritas

Der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V. wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Der überwiegende Teil der Mitarbeitenden in der verbandlichen Caritas im Erzbistum Köln ist weiblich. Dennoch ist in den Chroniken und Geschichtsbüchern eher von Männern zu lesen.

Wir, eine kleine Gruppe von Mitarbeiterinnen, fragen uns, welche Frauen in dieser Zeit eine Rolle spielten.

Wir arbeiten an einem Projekt, das der Sichtbarwerdung hilft. Mehr Informationen gibt es Anfang März. Alle, die Lust haben, können mitmachen!!

#Selbsttest: Förderung psychischer Gesundheit als Führungsaufgabe

Im Zusammenhang mit dem Thema Fachkräftesicherung und – Gewinnung spielt das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz eine Rolle und die Frage wie beispielsweise über Fort- und Weiterbildung mit dazu beigetragen werden kann. Das Thema hat uns diese Woche beschäftigt und hierbei wurde ich auf ein Tool aufmerksam, das sowohl für Beschäftigte als auch Führungskräfte von Interesse ist.

Ein kurzes eLearning Tool – Macht den Selbsttest!

Links & Tools

Der neue Trend Großraumbüro – hui oder pfui?

Warum gute Führung persönliche Reife voraussetzt

Ratgeber zur wirksamen Flüchtlingshilfe

 

Eine gute Woche!

Wir lesen uns.

 

 

Veröffentlicht in Arbeiten 4.0, Führung

Führung im digitalen Wandel (III)

Manchmal kann ich es heute kaum mehr glauben: zu Beginn meines Berufslebens hatte mein Arbeitsplatz keinen Computer. Die Sekretariate wurden damals gerade von elektrischen Schreibmaschinen auf Computer umgestellt, aber für ReferentInnen aufwärts waren diese vorerst nicht vorgesehen. Natürlich hing das auch damit zusammen, dass die Entwicklung, die Computer nehmen würden oder gar die Einführung des Internets, einfach noch nicht vorhersehbar waren. Immerhin hatte ich aber meine Diplomarbeit auf einem Schneider PC geschrieben und einen Schreibmaschinenkurs (10 Finger blind) absolviert (um für Studentenjobs gerüstet zu sein), ein Handwerkszeug, das sich im weiteren Verlauf als niedrigschwelliger Zugang zu einer neuen technologischen Welt herausstellen sollte. Und so war ich froh, als ich auch beruflich bald eines dieser neuzeitlichen Geräte als Arbeitsmittel verwenden durfte. Auch, wenn manche Kolleg/innen die Nase rümpften, da einen Computer, sprich bessere Schreibmaschine, zu haben, als statusunwürdig empfunden wurde. 
 
Es war der Beginn einer interessanten Zeitreise. Ich hatte mit den ersten E-Mail Account, sah 1998 dem sich langsam aufbauenden Balken des Versands der ersten E-Mail zu, hatte Anfang der 2000er Jahre ein kleines mobiles Schreibgerät, dann den Palm, der die Synchronisierung der Kalender (mit einem Kabel) ermöglichte. Das mobile Laptop mit Surfstick, das den Zugang zum Server von unterwegs ermöglichte – eine Revolution der Arbeitserleichterungen nach der Einführung des Internets! – entdeckte den RSS-Feed Reader als ein 
interessantes Informationsinstrument (2009). RSS-Feed waren, das zeigte bald die Entwicklung, auch nur die Vorreiter der sozialen Netzwerke. Und dann die 
nächste Revolution: das Tablet. 
Zwanzig Jahre nach meinem ersten Personal Computer, einem Ungetüm, das den ganzen Schreibtisch blockierte und höchstens die Funktionen einer Schreibmaschine erfüllte, ermöglicht ein kleines flaches Gerät nun alle nur denkbaren Funktionen: Musik hören, Fernsehen, schreiben, im Internet surfen, Bücher lesen, telefonieren etc., etc. Und schließlich, gerade noch begeistert von dieser neuen Technik, stürmen die sozialen Netzwerke als eine Kulturrevolution auf uns ein.
 
Warum ich das alles schreibe? Es geht um mehr als nur um eine technologische Entwicklung. Um viel mehr. Unsere Art öffentlich zu kommunizieren, hat sich grundlegend verändert. Und sie verändert unsere Organisationen nach innen und nach außen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Arbeit, sondern auch auf die Arbeit von Führungskräften. Denn: 
 
  • Öffentlichkeitsarbeit ist nicht mehr länger nur Sache von Spezialisten.
  • Wissen ist überall leicht zugänglich. Spezialwissen ist nicht mehr länger Sache von Einzelnen. 
  • Wissensmanagement wird zunehmend personalisiert.
  • Netzwerke und Kontakte sind Teil von Wissensmanagement. 
  • Zusammenarbeit gestaltet sich neu und zunehmend virtuell.
  • Gremien und Strukturen sind ein wichtiger Teil der persönlichen Begegnung. Aber sie sind eben auch nur ein Teil. 
  • Alle Ebenen kommunizieren miteinander.
  • Beteiligung und Feedback sind gefragt. Einwegekommunikation war 
  • gestern.
  • Jede/r ist kreativ, weil jede/r schafft, schöpferisch tätig ist.
 
Es gilt das zuzulassen. Es gilt das zu entwickeln. Den Menschen mit seinen Fähigkeiten, Talenten und Charismen wirken zu lassen.
Gute Führung heißt daher, Flexibilität zuzulassen und die Grenzen zwischen Freizeit und Erwerbsarbeit zu achten. 
Kontrolle ist gut, aber ohne Vertrauen läuft heute kaum mehr etwas.  
Veröffentlicht in Arbeiten 4.0, Führung

Führung im digitalen Wandel (II)

Während ich noch über den zweiten Blogartikel zum Thema „Gute Führung“ nachdenke, wird der bayrische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum neuen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands gewählt. Er gilt als Newcomer, da er erst seit einem Jahr dem Rat der EKD angehört und auch, weil er die sozialen Netzwerke nutzt, um sein Verständnis von Glauben und Kirche zu vermitteln. „Dem Glauben ein Gesicht geben“, sagt Papst Franziskus. Hierfür sind die neuen Medien gut geeignet. 

Hier fand ich auch die zehn Aspekte einer ethisch begründeten Führung des neuen Ratsvorsitzenden. Er veröffentlichte sie am 17. Juni auf seiner Facebookseite.
 
1. Führung gründet in Authentizität (Vorbildfunktion)
2. Führung braucht kritische Selbstdistanz, so dass aus Fehlern gelernt werden kann
3. Führung braucht inhaltliche Klarheit
4. Führung motiviert dadurch, dass deutlich wird, warum und wofür die gemeinsame Arbeit wichtig ist (transformativer Führungsstil)
5. Führung ermutigt Logik der Empathie und Kooperation statt Logik des Wettbewerbs
6. Führung verträgt kein autoritäres Verhalten – autoritäres Verhalten ist Zeichen innerer Schwäche
7. Führung braucht ergebnisoffene Diskurse – Mitarbeiter/innen können mit ihren Ideen zu den besten Lösungen beitragen
8. Führung braucht eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung
9. Führen heißt auch für sich selbst sorgen

10. Führen heißt aus der Gnade leben lernen