Führen in Zeiten der Pandemie – Coronatagebuch (Teil 3)

Ach, was war ich froh, als es wieder möglich war, in einer Bürogemeinschaft zu arbeiten!

Die Qualität des analogen Zusammenseins mit Menschen lässt sich bei aller Affinität zur Technologie nicht ersetzen.

Es war wundervoll und ich habe es sehr genossen.

Und obwohl die Virologen auch damals schon vor einer zweiten Welle im Winter gewarnt haben, war es in dieser Zeit wirklich schwer zu glauben, dass sie wirklich kommen würde.

Lockerungen.

An meinem ersten Arbeitstag in Kiel fuhr ich mit der Bahn zur Arbeit. Ich war neugierig auf die Erfahrung, in einer Region zu arbeiten, die man nur als Urlaubsregion kannte. Und wie es werden würde, wenn hier der Alltag anbricht.

Sich einen Lebenstraum zu erfüllen und mit der Realität abzugleichen, ist vielleicht nochmal ein eigenes Thema, aber dieser Morgen, an dem ich die tiefblaue Ostsee überbrückte, an den Strandbädern entlang fuhr und die holsteinische Schweiz und ihre Seen durchquerte, war es eine traumhafte Ouvertüre für eine neu anbrechende Zeit.

Ich hatte mir gleich zu Anfang ein intensives Programm vorgenommen. Ich wollte so viele Einrichtungen wie möglich kennen lernen. Und das war dank der Lockerungen auch ohne Weiteres möglich.

Mitten in einer Pandemie die Arbeit in einer neuen Organisation aufzunehmen, hat Vor- und Nachteile. Der Nachteil ist, dass Netzwerke noch nicht vorhanden sind. Dass mir das Bundesland fremd war und ich Informationskanäle nicht auf Anhieb identifizieren konnte, da die Strukturen unterschiedlich sind.

Der Vorteil ist, dass es einen frischen Blick auf eine Organisation gibt und Verbesserungen auf der Basis vorheriger Erfahrungen eingeführt werden können.

Ein trügerischer Sommer.

In Schleswig-Holstein kletterte das Thermometer über 30 Grad. Und gefühlt blieb es dort bis Ende Oktober. Viele Aktivitäten werden nach draußen verlagert, so dass sich – trotz aufwändiger Hygienemaßnahmen – ein Gefühl der Normalität einstellt.

Wie sehr die Bevölkerung dieses Gefühl auslebte, zeigte sich in Schleswig-Holstein auch um uns herum. Viele Touristen wählten aufgrund der Pandemie keine Fernziele, sondern verbrachten ihren Urlaub wegen des schönen Wetters gerne an der Ostsee. Strände, Restaurants und Marktplätze waren überfüllt und mussten teilweise geschlossen werden.

Die Erleichterung über die Aufhebung der Isolation ist auch für Führungskräfte verführerisch. Wird doch die oftmals ungewohnte Technologie als Barriere guter Kommunikation erlebt. Und gerade, wenn es darum geht, Vertrauen aufzubauen, stört der Mund-Nasenschutz.

Doch gerade das hat mich andererseits dazu veranlasst später im Jahr auch innerhalb der Bürogemeinschaft wieder zu Videokonferenzen überzugehen.

Die Betriebe können ihren Dienst mit Hilfe der Schutzkonzepte fortsetzen, aber der Aufwand, der durch Hygienemaßnahmen entsteht, ist nicht zu unterschätzen. Alle arbeiten am Limit.

Vorbereitung auf die 2. Welle

Am 27. August diskutieren vier Wissenschaftler*innen im Corona-Update des NDR über die Frage: Wie kommen wir ohne Lockdown durch den Winter?

Es ist ein Wettrennen um die Organisation von Testungen und die Entwicklung des Impfstoffes und gleichzeitig zeichnet sich ab, dass die Lockerungen über den Winter nicht zu halten sind, weil die Ansteckungsquelle in vielen Fällen nicht mehr zu ermitteln ist.

Meine Aufgabe war nun, einerseits die Caritas in Schleswig-Holstein zu formieren und zu organisieren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass wir auf die zweite Welle vorbereitet waren.

Und so galt es Vorsorge zu treffen mit Blick auf:

  • Technologische Ausstattung
  • Hygienekonzepte
  • Kommunikation
  • Krisenmanagement
  • Kultur / Mentalität
  • Möglichkeiten zum Home Office

Häufiger habe ich mir die Frage gestellt, ob ich zu vorsichtig bin. Und es kam hinzu, dass ich mich selbst disziplinieren musste. Aber das Verhalten des Vorgesetzten wirkt und hat Vorbildfunktion. Hinzu kommt, dass die Belastung der Krankenhäuser zunahm, Intensivbetten und Atemgeräte wurden knapp. Die Arbeit der Gesundheitsämter gerieten an ihre Belastungsgrenzen. Jede verhinderte Ansteckung war ein Beitrag zur Stabilisierung der Gesamtlage.

Die steigenden Inzidenzwerte machten deutlich, dass der eingeschlagene Weg richtig war.

Führen in Zeiten der Pandemie – Coronatagebuch (Teil 2)

Wer wusste schon genau, was während einer Pandemie zu tun ist. Wie wir alle wissen, viele wussten es nicht. Und keiner wusste, wie lange es dauern würde.

Meine wichtigste Lernerfahrung ist, dass alle wieder zu Lernenden werden mussten. Dass auch Wissenschaft und Politik keine fertigen Antworten hatte.

Dass wir nicht sicher sein konnten, dass ein Experte den richtigen Weg wies. Und wir doch gleichzeitig viel Verantwortung für unsere Beschäftigten, Bewohner und Einrichtungen hatten.

Was ich plötzlich erkannte, dass deutlich wurde, wer seriös handelte und wer nicht. Umsicht, Vorsicht und Zuhören war besonders gefragt. Die meiste Ahnung hatten diejenigen, die Fragen stellten und nicht diejenigen, die mit fertigen Antworten performen wollten.

Am 28. März notiere ich im Tagebuch: „2 harte Arbeitswochen liegen hinter uns allen.

Neu ist, dass wir uns auf das absolut Wesentliche konzentrieren.

Der Arbeitsalltag besteht aus aneinandergereihten Videokonferenzen – von 9 Uhr bis 19 Uhr. Es kommt zu einem sogenannten Shut Down des wirtschaftlichen Handels.“

Es gibt keine Wochenenden. Wie nie zuvor gibt es Direktschalten zwischen Wohlfahrt und Ministerien, um Erlasse zu verstehen und zu revidieren. Alle paar Tage gibt es einen Krisenstab mit dem Land, um die Probleme der Praxis zurück zu melden. Das Hauptproblem war die Beschaffung von Schutzmaterial. Es wurden diverse Anbieter geprüft, die Schutzmaterial beschaffen konnten. Die Sorge um die Risikogruppen war groß.

Schutzkonzepte.

Schutzkonzepte mussten erarbeitet werden. Dann stellten sich neue Fragen. Was ist mit den Diensten, die geschlossen werden? Ist hier Kurzarbeit möglich? Wie können sie langfristig abgesichert werden? Gibt es hierfür Rettungsschirme?

Alles wird systematisch mit den Behörden durchgesprochen. Immer wieder treten neue Fragen auf. Das Thema digitale Infrastruktur kam auf den Tisch. Denn wenn Dienste nicht Face to Face arbeiten konnten, mussten sie auf Online-Konzepte umgestellt werden, falls nicht schon geschehen. Aber Digitalisierung kostet Geld.

Wir hatten wochenlang durchgearbeitet. Irgendwann war Ostern und zum ersten Mal bot sich etwas Zeit zum durchatmen.

Wir nutzen die Zeit, nach Kiel zu reisen, um auf Wohnungssuche zugehen, was zu dem Zeitpunkt nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt war. Die Autobahnen und Raststätten waren verwaist. Die Küstenorte und die Innenstadt von Kiel schienen leer gefegt.

Als wir zurück waren, ging die Arbeit im selben Tempo wie vorher weiter.

Ab dem 27. April wird der Mund-Nasenschutz verpflichtend eingeführt.

Lockerungen.

Bis Mitte Mai dauerten die Sitzungsmarathons an. Nachdem die Einschränkungen Mitte bis Ende April wieder gelockert wurden und auch Kitas und Schulen wieder geöffnet hatten, gab es neue Erlasse, die diskutiert, revidiert, kommuniziert und umgesetzt wurden. Und das zügig.

Um den 18. Mai stiegen nach einigen Wochen Kälte die Temperaturen an. Plötzlich waren es dann nur noch wenige Tage bis zum Ausscheiden in Essen.

Eine unwirkliche Zeit, in der wir gleichzeitig losließen und unendlich viel zu tun hatten: arbeiten, packen, auflösen, verabschieden.

Tagebuchnotiz am 30. Mai: „Möwengeschrei. Die Sonne geht über der Ostsee auf.“

Learning Lessons.

Und während der Juni von Urlaub, Umzug und Übergang geprägt war, war Zeit nachzudenken und zu reflektieren. Was lehrt uns die erste Phase der Pandemie? Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Führungskräfte?

  • Gut informiert sein, z.B. regelmässig das Coronavirus-Update hören und auf Twitter seriösen Quellen folgen. Erlasse lesen.
  • Die Digitale Infrastruktur spätestens jetzt auf den neusten Stand bringen.
  • Ein passendes Krisenmanagement einrichten.
  • Voneinander lernen. Zusammenarbeiten.
  • Auf die Sache konzentrieren.
  • Pragmatismus üben.
  • Die Lage ernst nehmen.
  • Möglichst ein Vorbild sein.
  • Virtuelle Zusammenarbeit fördern und ausbauen.

Führen in Zeiten der Pandemie – Coronatagebuch (Teil 1)

Im Rückblick sind wir immer klüger.

Deshalb lohnt sich der Blick auf die (Führungs-)aufgabe während der Pandemie.

Vielleicht gerade deswegen, weil wir uns die Antworten alle zusammen erarbeiten mussten: Verantwortliche in Politik, Wissenschaft und Praxis.

Wenn in China ein Sack Reis umfällt …

Anfang 2020 wurde in Wuhan in China der Ausbruch einer Lungenentzündung mit noch unbekannter Ursache festgestellt und ein Virus identifiziert, das Dutzende von Menschen infizierte. Mitte Januar starb der erste Mensch an diesem neuartigen Virus.

Im Arbeitsalltag ist hiervon nichts zu spüren.

Das Jahr beginnt mit den Themen, mit denen das alte Jahr aufgehört hatte. Fortschritte sind erkennbar, Baustellen müssen weiter bearbeitet werden, neue Projekte stehen an.

Die Sternsinger kommen zu uns ins Haus der Caritas in Essen.

Ich eröffne das Projekt „Palliativ Care“, das eine Gruppe Leitungen der ambulanten Pflegedienste und Studierende der Fachhochschule Münster kooperativ durchführt. Ihr Leitsatz ist:

Du zählst, was Du bist.

Mitte Januar treffen wir uns mit den Kolleg*innen der Bundesdirektor*innenkonferenz in Erfurt im Augustinerkloster. Es ist ein milder Abend als ich nach einem langen Arbeitstag vom Hauptbahnhof zur Unterkunft laufe. Eine faszinierende Stadt mit vielen historischen Gebäuden, die ansprechend beleuchtet sind. Martin Luther ist allgegenwärtig. Nicht nur im Kloster.

Die Caritas Jahreskampagne „Seit gut, Mensch“ startet und ich notiere in mein Tagebuch „Könnte gut werden.“

Ein paar Tage später bin ich zu Gast in Stuttgart, um dort bei einer Diözesantagung über meine Erfahrungen mit digitalen Medien zu berichten. Die Reaktionen sind die Vertrauten: es gibt wie überall die Skeptiker*innen, die Euphorischen und die Pragmatiker*innen. Digitale Transformationsprozesse in Kirche, Caritas und Gesellschaft bleiben eine Herausforderung.

In der Zeitschrift Sozialwirtschaft erscheint „Wie man Zusammenhänge begreifen kann“. Expert*innen werden gefragt, welches Buch sie massgeblich beeinflusst hat. Ich schreibe über das Glasperlenspiel von Hermann Hesse.

Es ist eine Frage der Zeit.

Anfang Februar reisen wir mit Geburtstagsgästen für eine Woche nach Texel. Mir fällt die Stellenanzeige der Caritas im Norden ins Auge, die eine Landesleitung für Schleswig-Holstein suchen. In Schleswig-Holstein am Meer zu leben, das ist schon lange ein Traum. Oft haben wir während unserer Urlaube dort in den letzten Jahren überlegt wie das möglich werden könnte.

Bei sonnigem Wetter am Meer entlang wandernd, denke ich über das Für und Wieder nach. Mir macht die Tätigkeit in Essen viel Freude. Andererseits kann ich der Caritas auch in Schleswig-Holstein nutzen und wäre sogar näher an der Praxis, was ich als eine interessante Herausforderung ansehe.

Unser größtes Problem auf Texel ist das Sturmtief „Sabine“, das die Rückfahrt erschwert.

Gleichzeitig breitet sich das Virus in Europa aus und auch hier sterben Menschen daran.

Am 11. Februar gab die Weltgesundheitsorganisation der neuen Krankheit einen Namen: Covid 19. (Coronavirus Desease 2019).

Diese Zeilen zeigen wie wenig wir alle wussten, was auf uns zukam. Denn ansonsten wäre ich vermutlich zu dem Zeitpunkt mit anderen Themen beschäftigt gewesen. Aber so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Wer seinem Stern folgt, kehrt nicht mehr um.“

Leonardo da Vinci

Ausnahmezustand.

Am 2. März notiere ich in meinem Tagebuch: Das Coronavirus beschäftigt die Menschheit. Wir haben ebenfalls einen ersten Verdachtsfall.

Am 11. März erklärt die Weltgesundheitsorganisation die Krankheit zu einer weltweiten Pandemie.

Gleichzeitig erleben wir vor welchen Herausforderungen unsere Dienste, insbesondere unsere Pflegeheime, ambulanten Dienste und Angebote für Menschen mit Behinderung stehen und setzen ein Schreiben auf, dass das Ministerium darüber informiert.

Die große Herausforderung besteht darin, ruhig zu bleiben, die eigenen Mitarbeitenden zu unterstützen, die Bedarfe der Einrichtungen zu erfassen und zu bedienen und dort auch Nutzer*innen und Mitarbeitende bestmöglich zu schützen.

Am 15. März schreibe ich ins Tagebuch:

Das Virus wirbelt das Alltagsleben durcheinander. Alle Konferenzen sind abgesagt. Jetzt tagt nur noch unser Krisenstab.

Mensch Kirche!

Die Weihnachtsbotschaft ist nicht:

Jesus war männlich.

Oder heterosexuell.

Oder klerikal.

Die Weihnachtsbotschaft ist:

Gott wurde Mensch.

Jesus war nah an den Lebensverhältnissen der Menschen dran.

Kirche findet vielerorts statt.

Das letzte Jahrzehnt war so voller Chancen.

In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, bestimmte die Kirche das tägliche Leben. Das Kirchenjahr war fester Bestandteil dörflicher Riten und Gebräuche. Ich bin durch und durch katholisch sozialisiert: Familie, Kita, Grundschule, Ordensschule.

Heute wird meine Beheimatung aber manchmal auf eine harte Probe gestellt.

Hinter uns liegt ein Jahrzehnt, in dem der Klerus die Chance hatte, alte Zöpfe abzuschneiden und Licht in die unguten Strukturen und Kulturen zu bringen, die Missbrauch geschürt und begünstigt haben. Ein Jahrzehnt, in dem Frauen auf die Straße gingen und dafür demonstriert haben, dass sie in der katholischen Kirche die gleichen Rechte wie Männer haben.

Hinter uns liegt aber auch ein Jahrzehnt, an dessen Ende sich zeigt, dass manche Kleriker mit den realen Lebensverhältnissen der Menschen nur noch wenig zu tun haben.

Kirche ist dort, wo Heil geschieht.

Manche scheinen dringend ein Reset zu brauchen, eine Rückbesinnung auf die Ursprünge. Als Jesus den Menschen zugewandt, Dienst den Schwächsten tat, Frauen am Grab zu den ersten Jüngerinnen zählte und Strukturen mehr als schlicht waren. Wo Kirchorte dort waren, wo Heil geschah.

An wievielen Orten geschieht gerade in diesen Tagen ein Weihnachtswunder: in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Bahnhofsmissionen, Notschlafstellen, in der Telefonseelsorge … hier sind Menschen weit über ihre Kräfte hinaus im Einsatz, um zu helfen.

Nicht die Institutionen, die vermeintlich Mächtigen, die verkrusteten Strukturen machen Kirche aus. Kirche sind Menschen. Sie werden darüber entscheiden wie Kirche sich weiter entwickelt.

Das Kirchenvolk ist längst anders geworden. Sie gehen für ihren Glauben auf die Straße und akzeptieren einfach nicht mehr, wenn sich die Institution von den realen Lebensverhältnissen der Menschen entfernt.

Adieu Facebook, Du hast Deinen Reiz verloren.

Da liegt es vor mir auf meinem Schreibtisch, klobig und unhandlich, anachronistisch wie aus einer anderen Zeit. Und doch streiche ich wehmütig über den ledernden Einband und lasse meine Gedanken schweifen.

10 Jahre ist es her, dass ich es unter dem Weihnachtsbaum hervorholte und aus dem Geschenkpapier herausschälte. Ein Geschenk, das meine Welt veränderte: Das iPad.

Es wog noch recht schwer und verschaffte mir zeitweise einen Tennisarm und doch liebte ich es heiss und innig, denn ich bekam einen Zugang zu einer Welt, die mir bis dahin verborgen war und die auch mehr oder weniger noch in der Entstehung schien: der digitalen Welt.

Das Geschenk war der Einstieg in ein Jahrzehnt, das die digitale Transformation einläutete. Lächelte man Anfang der 2010er noch über die Idee des papierlosen Büros, steht heute jede Organisation vor der Herausforderung, möglichst zügig alle Prozesse zu digitalisieren.

Facebook war damals neu, aufregend und geheimnisvoll.

Und es war mein Einstieg in die sozialen Netzwerke. Einige sagten damals schon eine Weile: „Komm zu Facebook, das wird Dir gefallen.“ Und so war es.

Die Idee von Facebook halte ich nach wie vor für genial: Menschen zu vernetzen, leichte Zugänge und virtuelle Räume zu schaffen, um sich auszutauschen, zu bilden, zusammen zu arbeiten, sich weiter zu entwickeln.

Wir gründeten damals mit ein paar Leuten die Facebookgruppe Caritas 4.0, die schnell boomte, weitere Gruppen entstanden und neue Netzwerke kamen hinzu.

Die kollaborative Zusammenarbeit war schnell eingeübt und veränderte Arbeitsstil und Arbeitskultur. Die Grundidee des Internet, die Welt zu vernetzen, ein demokratisches Instrument zu sein und kostenfrei Inhalte zur Verfügung zu stellen, wurde möglich. Mit dem (kleinen) Wermutstropfen, das Inhalte nicht kostenfrei sind, sondern kommerziellen Zwecken dienen und daher viel Werbung im Spiel ist.

Aber auch das hat mich nicht davon abgehalten, Facebook zu nutzen. Denn es bot gerade in Kirche, Caritas und Wohlfahrt eine unkomplizierte Vernetzung. Zwischen Chefs und Mitarbeitenden, zwischen Wohlfahrtsverbänden und Start ups, zwischen Kirchenoberhäuptern und dem (Kirchen-) Volk.

Der Digitalisierung der sozialen Arbeit und der digitalen Transformation hat Facebook neben Twitter einen guten Dienst erwiesen, denn so anrüchig es auch lange Zeit war, tummelte sich zu Hochzeiten, was Rang und Namen hat, so dass Zugänge und Vernetzung für alle leicht waren.

Adieu Facebook, Du hast Deinen Reiz verloren.

Um es gleich vorweg zu sagen: es ist nicht der Datenschutz. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir Deutschen vor lauter Angst um unsere Daten, den Fortschritt aufhalten. Wo könnten wir mit der digitalen Schule ansonsten nur jetzt schon sein!

Nein, das ist es nicht. Es ist einfach nicht mehr inspirierend. Es ist unsortiert. Der Plattform mangelt es an Schlichtheit. Ich bevorzuge Netzwerke, die klare Profile haben. Und werde wohl auch mal wieder etwas Neues ausprobieren.

Was ich vermissen werde, sind meine alten Bekannten: die Schulfreunde und die Menschen aus meiner Heimat. Aber hierfür gibt es ja auch alternative Möglichkeiten.

Falls Euch ähnliche Überlegungen zum Thema interessieren, dann lest Thomas Blogbeitrag: bye bye facebook.

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