Was sind Deine Game Changer?

Das Leben ist kein Spiel.

Oder vielleicht doch?

Gerade jetzt in der Zeit zwischen den Jahren wagen wir gerne ein Spielchen: Karten, Brett, Computer … egal was.

Spiele sind spannend.

Warum?

Wegen der Game Changer.

Game Changer sind unerwartete Events, die Deine Prioritäten verändern.

Ist das Leben also vielleicht doch ein Spiel?

Wenn wir auf unser Leben blicken: sind es nicht die überraschenden Wendungen, die neue Spannung in unser Leben bringen?

Ist das Leben nicht wie ein riesiges Brettspiel mit vielen Wegen, Kurven, Kreuzungen, Weggabeln, Hindernissen, Fortschritten, Punkten, Zielen?

Es gibt die äußerlichen Wendungen, auf die wir wenig Einfluß haben und die selbst gewählten. Es gibt weltpolitische Game Changer, klimatische, gesundheitliche, private und berufliche.

Große und kleine Game Changer.

Denken wir an die Pandemie. Die krankmachende Lage hat uns einen neuen Lebensstil aufgezwungen. Und dachten wir zunächst, es sei vorübergehend, müssen wir uns jetzt darauf einrichten, dass pandemische Lagen ein Teil der Normalität werden können.

Lange wollten wir es nicht wahr haben. Wann können wir endlich Weihnachten wieder mit allen zusammen feiern? Wann die Masken ablegen? Wann zur Normalität zurückkehren?

Diese Denke hält uns davon ab, notwendige Veränderungen anzugehen.

Wir reagieren immer nur.

Zögerlich.

Übervorsichtig.

Wie machen es die anderen?

Wir klammern uns an das Früher. Aber es geht nicht mehr um die kleinen Fortschritte.

Es geht um den großen Wurf!

Hybride Strukturen und lernende Teams sind die neue Normalität.

Wenn wir etwas aus diesen pandemischen Zeiten gelernt haben, dann doch das: uns lernend nach vorne zu bewegen.

Also, Game Change: setzen wir neue Prioritäten!

Das Spiel nimmt eine Wendung. Es gilt, neue Strategien zu entwickeln, neue Lösungen zu finden, neue Methoden zu erproben.

Lassen wir uns doch das Spiel nicht aus der Hand nehmen. Gestalten wir es lieber.

Wir müssen uns umstellen. Gesellschaftlich, privat, beruflich. Wir müssen uns neu ein- und ausrichten.

Eine ganze Gesellschaft muss umdenken.

Traditionen müssen über Bord geworfen werden.

Alles braucht ein neues Kleid.

Die Zeit der alten Normalität ist vorbei. Es braucht jetzt für alles neue Konzepte. Für das Private, die Freizeit, die Arbeit, für die ganze Gesellschaft.

Also, verändern wir unsere Prioritäten und gehen neue Wege!

Mit Spirit durch die Pandemie.

Sonnenaufgänge, tiefblaues Meer, weisser Sandstrand. Diesen Anblick erleben Mitarbeiter*innen und Patient*innen im Caritas Westfalenhaus, unserer Mutter-Kind-Klinik am Timmendorfer Strand, tagaus tagein.

Ein schöner Arbeitsplatz. Eine traumhafte Umgebung, um sich zu erholen. 

Damit das gelingt, sind viele Kräfte am Werk. Wenn ich die Hauswirtschaft um halb zehn auf einen Kaffee treffe, um mal in die Organisation rein zu hören, haben viele schon ihre erste Schicht hinter sich. Die Nachtschwester ist lange nach Hause gegangen. Die Kinder der Patientinnen tollen durch den Garten, die Mütter sind in ihren Anwendungen verschwunden.

Die Verwaltung öffnet den Empfang, um Patient*innen zu beraten und Wäschemarken auszugeben. Die Belastung hat für viele Mütter extrem zugenommen: Homeschooling und Homeoffice auf beengtem Wohnraum hat viele Familien gefordert, belastet, an die Grenzen der Erschöpfung oder darüber hinaus gebracht.

Natürlich haben auch Mitarbeiter*innen Ängste, sich anzustecken. Die Hygienebelastungen, Testungen und immer neuen Erlasse zügig umzusetzen, belasten. Zwei Tage in der Spülstraße haben mir gezeigt, was es heißt, diese Arbeit mit Schutzmaske zu tun.

Was trägt, ist ein Team, das weiß, worauf es ankommt, gute Leitungskräfte, eine hohe Identität mit dem Auftrag. Eine kleine Kapelle im Obergeschoss der alten Villa ist liebevoll für Kinder und Erwachsene eingerichtet und lädt zu einer kleinen Auszeit ein.

Ein solches Haus durch die Pandemie zu führen, ist eine Herausforderung. Es offen zu halten, um den Auftrag zu erfüllen, ist das Gebot der Stunde. Not sehen und handeln. Damit das gelingt, braucht es politische Unterstützung wie den Rettungsschirm, aber wir sind auch auf Spenden angewiesen.

Durch die Benefizaktion Hand in Hand für Norddeutschland können wir Müttern und ihren Kindern, die während der Kur auf manches Angebot verzichten müssen, Alternativen bieten: neue Spielzeuge für den Garten anschaffen, einen Grillplatz einrichten, einen Kräutergarten anlegen. Eine Erbschaft erlaubt uns, ab Herbst die digitale Schule umzusetzen und damit Kindern unserer Patient*innen zu helfen, bei denen unzureichende Beschulung während der Pandemie Bildungslücken verursacht hat.

Danke allen Freund*innen und Förderern, die in der Not helfen und den Geist mit leben.

Den Caritasspirit eben. 

Die Maria im Caritas Westfalenhaus – im Hintergrund die Lübecker Bucht.

Adieu Hierarchie, hallo Netzwerk!

Netzwerke sind Strukturen.

Netzwerke sind Organisationsformen.

Werden Netzwerke unsere traditionellen, hierarchischen Strukturen ablösen?

Warum Netzwerke?

In der Informatik ist ein Netzwerk der Verbund verschiedener Rechner zum Zwecke der Kommunikation.

Und tatsächlich ist es die digitale Verbindung weltweiter Knotenpunkte, die die Entstehung neuer Unternehmensformen und -kulturen fördert.

Denn nicht nur Informationen verknüpfen sich neu, auch Wissen wird neu verknüpft und geteilt. Dadurch entstehen neue Kooperationsmöglichkeiten, das fördert neue Geschäftsfelder und ehe wir uns versehen, hat das geschlossene System bzw. Unternehmen an Bedeutung verloren und die globale Vernetzung Fahrt aufgenommen.

„Eine gelebte Vernetzungskultur bedeutet einen klaren Vorteil gegenüber Unternehmen mit konventioneller Orientierung.“ schreibt Ulrich Weinberg in Networkthinking.

Netzwerke sind aus meiner Sicht aber auch eine adäquate Struktur, um auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren. Die Erfahrungen der Pandemie lehren, die Bedeutung der übergreifenden Zusammenarbeit.

Entscheidend wird sein wie gut es uns gelingt, die festgelegten Grenzen im Denken zu überwinden, Fachdisziplinen, Abteilungen, Spezialisten und Experten aus der Abschottung zu holen.

Ulrich Weinberg in Networkthinking

Aktuell habe ich die Gelegenheit, wirkungsvolle Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen, nicht nur zu beobachten, sondern auch zu gestalten: auf Einrichtungsebene, Verbandsebene und auf Landesebene.

Dabei stelle ich fest, dass, weil wir beständig vor neuen Herausforderungen stehen, es viel Sinn macht, die vorhandenen Expertisen und die anstehenden Aufgaben zu verknüpfen. Gleichzeitig lohnt es sich, Verantwortung zu teilen.

Selbstorganisiertes Arbeiten.

Meine These ist, dass Netzwerksysteme dann erfolgversprechend sind, wenn sie weitesgehend selbstorganisiert arbeiten können.

Das führt zu der Frage, was fördert und was behindert selbstorganisiertes Arbeiten?

In der Selbstorganisation ist Eigenmotivation der zentrale Treiber. Nicht Vorgaben von oben, sondern kollegial miteinander erstellte Vereinbarungen über die Art und Weise der Zusammenarbeit bestimmen das Vorgehen. Dies geschieht in einer Wertewelt aus Vertrauen, Heiterkeit, Transparenz, Verlässlichkeit und Commitment.

Business Wissen

Wo solche Regeln und Normen gelebt werden, haben strenge Rangordnungen und Hierarchien wenig Platz. Es ist davon auszugehen, dass Machtmissbrauch weniger Raum hat.

Machtmissbrauch ist der Missbrauch einer Machtposition, um anderen Personen – über welche man Macht ausüben kann – zu schaden, sie zu schikanieren oder zu benachteiligen oder um sich selbst oder eigenen Günstlingen persönliche Vorteile zu verschaffen.

Wörterbuch

Selbstorganisiertes Arbeiten setzt eine gesunde Kommunikations- und Organisationskultur voraus, an der beständig gearbeitet werden muss.

Wie funktioniert Netzwerkmanagement?

Der Wandel einer Organisation von der klassischen hierarchischen Form hin zu einem organisierten Netzwerk stellt die Führungskraft und die Beteiligten vor Herausforderungen. Für die einen mag es leicht und unkompliziert sein, weil die beschriebenen Normen und Werte längst selbstverständlich zu deren Handeln dazu gehören.

Die anderen müssen sich umstellen. Weil es einfacher sein kann, dass jemand entscheidet, was zu tun und zu lassen ist. Weil es unbequem ist, umzulernen, sich Neuem zu stellen, Verantwortung zu übernehmen, selbstkritisch und reflektiert zu sein.

Führungskräfte, weil sie nicht mehr als Besonderheiten gesehen werden, sondern wie alle anderen auch im Dienst der Sache leben, müssen vom Statusdenken ablassen und sich selbst sowie die Organisation verändern. Dennoch wird es der Führungskraft, die die Veränderung wollen muss, nicht möglich sein, die Verantwortung abzugeben und somit ist sie doppelt gefordert: zu koordinieren, die Vogelperspektive im Blick zu behalten und sich dabei selbst zurückzunehmen.

Meine Beobachtung ist, je höher die Identität mit dem Zweck der Organisation gegeben ist und Werte und Unternehmensziel gelebt werden, umso leichter fällt es den Beteiligten, sich selbst zu organisieren.

Je besser das gelingt, umso zukunftsfester sind Organisationen, weil sie sich verknüpfen und vernetzen und immer neuen Aufgaben flexibel stellen können.

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