Mensch Kirche!

Die Weihnachtsbotschaft ist nicht:

Jesus war männlich.

Oder heterosexuell.

Oder klerikal.

Die Weihnachtsbotschaft ist:

Gott wurde Mensch.

Jesus war nah an den Lebensverhältnissen der Menschen dran.

Kirche findet vielerorts statt.

Das letzte Jahrzehnt war so voller Chancen.

In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, bestimmte die Kirche das tägliche Leben. Das Kirchenjahr war fester Bestandteil dörflicher Riten und Gebräuche. Ich bin durch und durch katholisch sozialisiert: Familie, Kita, Grundschule, Ordensschule.

Heute wird meine Beheimatung aber manchmal auf eine harte Probe gestellt.

Hinter uns liegt ein Jahrzehnt, in dem der Klerus die Chance hatte, alte Zöpfe abzuschneiden und Licht in die unguten Strukturen und Kulturen zu bringen, die Missbrauch geschürt und begünstigt haben. Ein Jahrzehnt, in dem Frauen auf die Straße gingen und dafür demonstriert haben, dass sie in der katholischen Kirche die gleichen Rechte wie Männer haben.

Hinter uns liegt aber auch ein Jahrzehnt, an dessen Ende sich zeigt, dass manche Kleriker mit den realen Lebensverhältnissen der Menschen nur noch wenig zu tun haben.

Kirche ist dort, wo Heil geschieht.

Manche scheinen dringend ein Reset zu brauchen, eine Rückbesinnung auf die Ursprünge. Als Jesus den Menschen zugewandt, Dienst den Schwächsten tat, Frauen am Grab zu den ersten Jüngerinnen zählte und Strukturen mehr als schlicht waren. Wo Kirchorte dort waren, wo Heil geschah.

An wievielen Orten geschieht gerade in diesen Tagen ein Weihnachtswunder: in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Bahnhofsmissionen, Notschlafstellen, in der Telefonseelsorge … hier sind Menschen weit über ihre Kräfte hinaus im Einsatz, um zu helfen.

Nicht die Institutionen, die vermeintlich Mächtigen, die verkrusteten Strukturen machen Kirche aus. Kirche sind Menschen. Sie werden darüber entscheiden wie Kirche sich weiter entwickelt.

Das Kirchenvolk ist längst anders geworden. Sie gehen für ihren Glauben auf die Straße und akzeptieren einfach nicht mehr, wenn sich die Institution von den realen Lebensverhältnissen der Menschen entfernt.

Adieu Facebook, Du hast Deinen Reiz verloren.

Da liegt es vor mir auf meinem Schreibtisch, klobig und unhandlich, anachronistisch wie aus einer anderen Zeit. Und doch streiche ich wehmütig über den ledernden Einband und lasse meine Gedanken schweifen.

10 Jahre ist es her, dass ich es unter dem Weihnachtsbaum hervorholte und aus dem Geschenkpapier herausschälte. Ein Geschenk, das meine Welt veränderte: Das iPad.

Es wog noch recht schwer und verschaffte mir zeitweise einen Tennisarm und doch liebte ich es heiss und innig, denn ich bekam einen Zugang zu einer Welt, die mir bis dahin verborgen war und die auch mehr oder weniger noch in der Entstehung schien: der digitalen Welt.

Das Geschenk war der Einstieg in ein Jahrzehnt, das die digitale Transformation einläutete. Lächelte man Anfang der 2010er noch über die Idee des papierlosen Büros, steht heute jede Organisation vor der Herausforderung, möglichst zügig alle Prozesse zu digitalisieren.

Facebook war damals neu, aufregend und geheimnisvoll.

Und es war mein Einstieg in die sozialen Netzwerke. Einige sagten damals schon eine Weile: „Komm zu Facebook, das wird Dir gefallen.“ Und so war es.

Die Idee von Facebook halte ich nach wie vor für genial: Menschen zu vernetzen, leichte Zugänge und virtuelle Räume zu schaffen, um sich auszutauschen, zu bilden, zusammen zu arbeiten, sich weiter zu entwickeln.

Wir gründeten damals mit ein paar Leuten die Facebookgruppe Caritas 4.0, die schnell boomte, weitere Gruppen entstanden und neue Netzwerke kamen hinzu.

Die kollaborative Zusammenarbeit war schnell eingeübt und veränderte Arbeitsstil und Arbeitskultur. Die Grundidee des Internet, die Welt zu vernetzen, ein demokratisches Instrument zu sein und kostenfrei Inhalte zur Verfügung zu stellen, wurde möglich. Mit dem (kleinen) Wermutstropfen, das Inhalte nicht kostenfrei sind, sondern kommerziellen Zwecken dienen und daher viel Werbung im Spiel ist.

Aber auch das hat mich nicht davon abgehalten, Facebook zu nutzen. Denn es bot gerade in Kirche, Caritas und Wohlfahrt eine unkomplizierte Vernetzung. Zwischen Chefs und Mitarbeitenden, zwischen Wohlfahrtsverbänden und Start ups, zwischen Kirchenoberhäuptern und dem (Kirchen-) Volk.

Der Digitalisierung der sozialen Arbeit und der digitalen Transformation hat Facebook neben Twitter einen guten Dienst erwiesen, denn so anrüchig es auch lange Zeit war, tummelte sich zu Hochzeiten, was Rang und Namen hat, so dass Zugänge und Vernetzung für alle leicht waren.

Adieu Facebook, Du hast Deinen Reiz verloren.

Um es gleich vorweg zu sagen: es ist nicht der Datenschutz. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir Deutschen vor lauter Angst um unsere Daten, den Fortschritt aufhalten. Wo könnten wir mit der digitalen Schule ansonsten nur jetzt schon sein!

Nein, das ist es nicht. Es ist einfach nicht mehr inspirierend. Es ist unsortiert. Der Plattform mangelt es an Schlichtheit. Ich bevorzuge Netzwerke, die klare Profile haben. Und werde wohl auch mal wieder etwas Neues ausprobieren.

Was ich vermissen werde, sind meine alten Bekannten: die Schulfreunde und die Menschen aus meiner Heimat. Aber hierfür gibt es ja auch alternative Möglichkeiten.

PS Das Ende vom Lied: Keine 2 Jahre hat es gedauert, da war ich zurück …

Es ist Zeit, ein bisschen Glitzer auf das abgefuckte Coronajahr zu streuen.

Es ist Advent. Der Weihnachtsmann hämmert mit seinen Elfen in der Weihnachtswerkstatt an neuen Spielzeugen. Innovationen entstehen. Wir Katholiken sollen nicht an den Weihnachtsmann, sondern an den Nikolaus und das Christkind glauben. Egal wie. An den Weihnachtszauber glauben wir vielleicht seit unserer Kindheit alle gemeinsam. Und ich bin stets überrascht wie er immer wieder aufs Neue Einzug hält.

Die Umrisse des Neuen entstehen

Für unsere Klienten und Mitarbeitenden war es ein richtig schwieriges Jahr. Die drohende Ansteckungsgefahr, die aufwändigen und ungewohnten Belastungen durch Hygienekonzepte, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Dienste.

Wir befinden uns zudem noch mitten in einem Sanierungsprozess. Und das bedeutet Arbeit. Der Alltag besteht aus Telefonaten, VideoCalls, Vor-Ort-Besuchen, um das Gute und Bewährte abzusichern. Und aus Planungs-, Strategiegesprächen und Geldsuche, um das Neue entstehen zu lassen. Die Umrisse der neuen Caritas in Schleswig-Holstein werden sichtbar.

Joy to the world!!

Freude strahlt. Dieses Strahlen vermischt sich mit den Weihnachtslichtern, wenn ich sehe wie die Früchte unserer Arbeit den Teamgeist beleben und nach außen strahlen.

Ich bin unglaublich stolz auf unsere Führungskräfte der Caritas in Schleswig-Holstein, die mit einer Kraft und einem Esprit durch dieses Jahr führen.

Ich bin stolz auf unsere Fachkräfte in den Diensten und Einrichtungen, die mit vollem Herzen dabei sind.

Ich bin stolz auf unser Team in der Landesstelle, die vermeintlich ganz nebenbei und selbstorganisiert Innovationen produzieren, mitdenken, einen enormen Kraftakt vollziehen. Diese Energie strahlt aus.

Das ist Weihnachtszauber.

Zwischen SozialCamp und Werkstatt-Zukunft.

Der Alltag ist anstrengend und doch auch belebend. Und darüber hinaus zieht sich der alte Diskurs um die Frage der Zukunft der sozialen Arbeit wie ein roter Faden durch mein Leben

Das SozialCamp jährte sich dieser Tage zum 5. Mal und fand erstmalig digital statt. Das SozialCamp hat die Digitalisierung der Wohlfahrtsarbeit beschleunigt und mit seinen Format gezeigt, dass sich Menschen heute anders organisieren als (nur) in starren Hierarchieformen. Es ist ein Erfolg und stand für viele vergleichbare Formate Pate.

Wir sind in einem Club von Blogger*innen seit vielen Jahren auf der Suche nach Formaten, wo wir unseren Diskurs über die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit fortführen können.

Ich habe mich daher über die Initiative von Hendrik gefreut, über ein neues Format nachzudenken, das zu dieser Diskussion beitragen kann. Und dank Corona sind wir auf den digitalen Werkraum-Zukunft gekommen.

„Das willst Du auch noch nebenher schaffen, hast Du noch nicht genug zu tun?“ Im Gegenteil, dieses neue Projekt gibt mir neue Energie und ist ein zusätzlicher Glitzer, der mir Hoffnung und Vorfreude auf das neue Jahr gibt!!

Und das ist doch mit Advent gemeint, oder? Hoffnung, Neuanfang, Aufbruch. Seien wir frohen Mutes! Und streuen wir ein wenig Glitzer auf dieses abgefuckte Coronajahr !!

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