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Frauen.Macht.Caritas.

Happy Birthday!!

Am 27. Februar 2016 wurde der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V. 100 Jahre alt!

Als wir vor ein paar Monaten Vorschläge sammelten, wie dieses besondere Ereignis begangen werden könnte, sprachen wir darüber, dass in den vergangenen 100 Jahren zwar weit aus mehr Frauen als Männer bei der verbandlichen Caritas  beschäftigt sind und waren, in den Chroniken aber eher Männer auftauchen. So entstand die Idee, Frauen der letzten 100 Jahre sichtbar werden zu lassen und deren Arbeit in Ehrenamt oder Beruf zu würdigen, mit der sie viele Menschen im Namen der Caritas inspiriert und begeistert haben.

Im Jubiläumsjahr 2016 wollen wir daher hundert dieser Frauen ein Gesicht geben.

Frauen und Männer sind also aufgerufen, Frauen vorzuschlagen, die Eurer Meinung nach die Arbeit der Caritas im Erzbistum Köln maßgeblich inspiriert und gestaltet haben.

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Wenn Ihr Interesse habt teil zu nehmen, dann macht auf http://www.frauen-macht-caritas.de einen Vorschlag. Die Seite geht zum Weltfrauentag am 8. März online! Und auf Facebook könnte ihr jetzt schon täglich aktuelle Infos zum Thema mitverfolgen.

Veröffentlicht in Bewegte Frauen

„Ich bin ein Weib und obendrein kein Gutes.“ – Teresa von Avila

„Gott will, dass der Mensch seinen Spaß hat.“

Eine Frau, die Sprüche sagt wie  „Gott will, dass der Mensch seinen Spaß hat“ oder „Vor albernen Andachten behüte uns Gott.“ ist mir spontan sympathisch. Erst recht, wenn ich höre, dass es sich um eine katholische Ordensschwester aus dem Mittelalter handelt.

Teresa von Avila. Eine große Mystikerin. Das Buch meines Lebens, ihre Autobiographie, und Ich bin ein Weib und obendrein kein Gutes, ihr spirituelles Ringen, sind wichtige Werke.

Sie muss eine unglaublich selbstbewusste Frau gewesen sein, die den innerkirchlichen Widerständen entgegentrat und 17 Frauenklöster gründete, weil sie ein tiefes Gottvertrauen hatte.

„Gott und ich zusammen, wir sind immer die Mehrheit.“

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Gertrud Luckner

In diesen Tagen, in denen Staatschefs aus Frankreich, Russland, den USA, England und Deutschland in der Normandie der Greueltaten des zweiten Weltkriegs gedenken, ein aktueller Konflikt in der Ukraine das europäische Friedensprojekt bedroht und ein  Wahlergebnis der Europawahl rechtsgerichteten Kräften Aufwind gibt, ist es gut, sich an Gertrud Luckner zu erinnern, die sich mutig allem Terror und Kriegsgehabe widersetzte.

Ich begegnete Getrud Luckner das erste Mal, nachdem sie bereits verstorben war. Das war im Jahr 2006. Die damalige Geschäftsführerin der Jury, die heutige Diözesan-Caritasdirektorin von Berlin, Frau Prof. Dr. Ulrike Kostka, fragte mich, ob ich Interesse hätte, den Vorsitz des  Gertrud-Luckner-Preises zu übernehmen. Ich habe gerne zugestimmt und mich mit Interesse mit den eingereichten Arbeiten und mit der Person Gertrud Luckner beschäftigt. Ihre Biographie habe ich verschlungen. Sie ist leider vergriffen. Ich fände es wert, dass sie nachgedruckt wird.

Nach Auskunft von Zeitzeugen muss Gertrud Luckner wohl Haare auf den Zähnen gehabt haben, aber die brauchte sie wohl auch, um die Aufgabe wahr zu nehmen, zu der sie berufen war. Sie schleuste Juden aus Nazideutschland heraus und sicherte zahlreichen Menschen das Überleben. 

Gertrud Luckner wurde am 26. September 1900 in der Nähe von Liverpool in England unter dem Namen Jane Hartmann geboren. Sie wuchs als Pflegekind bei deutschen Eltern auf, die sie im Alter von 22 Jahren adoptierten. 
Sie studierte in den zwanziger Jahren Volkswirtschaft in Freiburg. Dabei verdiente sie ihren Lebensunterhalt mit Familienfürsorge, Mütterberatung, Sprachkursen und Berufsberatung. 
 „Eine kleine, hübsche, temperamentvolle Person, immer mit dem Fahrrad unterwegs“ – so charakterisierte sie ein Freiburger Weggefährte. 
Als überzeugte Pazifistin wurde sie 1934 römisch-katholisch getauft und begann1935, nach der Verabschiedung der Nürnberger Gesetze, verfolgten Juden bei der Flucht zu helfen. Um sie hierbei zu unterstützen, richtete der Deutsche Caritasverband 1936 ein eigenes Referat für ausserordentliche Seelsorge ein. Hier konnte sie geschützt durch den Freiburger Erzbischof ihre Arbeit fortsetzen.

 
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Clara Fey

Was tut eine Frau im 19. Jahrhundert, wenn sie etwas bewegen will, aber die Zeit der Sozialverbände noch nicht gekommen ist. Sie gründet eine Kongregation, eine Ordensgemeinschaft. Zusammen mit ihren Freundinnen Pauline von Mallinckrodt und Franziska Schriever erkannte Clara Fey die Not der Waisenkinder und Kinder armer Eltern als Folge der Industrialisierung. Am 2. Februar 1844 gründete sie den Orden „Schwester vom armen Kinde Jesu“. Sie erkannte ebenfalls wie notwendig gerade gute Bildung für vernachlässigte Kinder und Jugendliche sei, um sie nicht vollständig abzuhängen. Und so gründete sie 1837 die erste Armenschule. Die Begriffe mögen uns heute fremd und diskriminierend erscheinen, nicht aber die Idee und die Konzepte.

Was hat Clara Fey schon früh gezeigt:

– Alle Kinder und Jugendlichen brauchen Bildung
– Freundeskreise und Netzwerke helfen
– Frauen können zusammen etwas bewegen