Veröffentlicht in Tagebuch

Warum BarCamps das Lernen & Arbeiten revolutionieren können. #SozialCamp

Ein BarCamp macht sichtbar, was im Netz passiert.

An zwei Tagen verknüpfen sich Menschen zu bestimmten Themen und Interessen, twittern und bloggen darüber, verwenden Stichwörter namens #hashtags und vernetzen sich hierarchie- und organisationsunabhängig miteinander, um in einem bestimmten Themenfeld neue Entwicklungen zu diskutieren, zu bewerten und weiter zu entwickeln.

Als ich mir den Sessionplan ansah, wurde mir deutlich, dass die Themen den Kern der Herausforderungen für die soziale Arbeit getroffen haben.

BarCamp als neue Lernform?

Lernprozesse sind komplexe Vorgänge mit denen sich die unterschiedlichsten Fachrichtungen auseinandergesetzt haben. Lernen enthält neurobiologische, psychologische, soziologische, kulturelle, physische und andere Aspekte.

Auch die Pädagogik befasst sich mit der Frage, wie müssen die Rahmenbedingungen sein, damit Menschen lernen, gebildet und ausgebildet werden.

Die Methoden und Ansichten haben sich über die Jahrhunderte sehr geändert. Weg von der starren Disziplin für alle hin zu einem Lernansatz, der sich am Individuum orientiert.

Das BarCamp ist eine Lern- und Arbeitsform, die sich an den Themen orientiert, die den Menschen auf der Seele brennen. An ihren Leidenschaften, ihren Talenten. Sie sind motiviert, begeistert, wollen daran arbeiten.

Beste Voraussetzungen für Weiterkommen, Hinzulernen, Fortschritt.

Bildung anders.

Dieses Blog ist im Rahmen des Projektes Bildung geht auch anders entstanden, das aufgezeigt hat, dass Bildung an vielen unterschiedlichen Lernorten geschehen kann. Gerald Hüter  hat in dem Film Alphabet gezeigt, dass Lernen außerhalb von den üblichen Systemen beeindruckende Ergebnisse zu verzeichnen hat.

Und während unsere Kinder und Jugendlichen trotzdem weiterhin in eher starren Schulsystemen verharren müssen, entwickelt sich in der digitalen Welt eine neue Form des Informations- und Wissensmanagements, eine neue Form des kollaborativen Lernens und Arbeitens. Eine Form, die Spass macht, die  frei ist von Zwängen und sich an den Interessen und Fähigkeiten des Einzelnen orientiert.

Kollaboratives Lernen.

Kollaboratives Lernen ist ein Synonym für rechnergestütztes Gruppenlernen. Nichts anderes ist ein BarCamp.

Neues Wissen wird in der Interaktion miteinander verknüpft.

Das setzt voraus, dass Computer/Smartphones zum Einsatz kommen. Erst dann, so meine These, kann der Teilnehmende vom Wissensmanagement, das ein BarCamp bereit hält, profitieren.

Unter dem Stichwort #sozialcamp wird in den digitalen Netzwerken (Facebook, Twitter, Instagram u.ä.) Material gesammelt (z.B. Folien, Links u.ä.) diskutiert und ja, auch herumgealbert. Wie im wirklichen Leben.

In dem fünfjährigen Projekt „Das Ipad im Unterricht – Mobiles Lernen in der Schule“ hat André Spang im gleichnamigen Blog immer wieder deutlich gemacht, wie sehr sich Lernen und Bildung durch den Einsatz digitaler Medien verändern. Die qualifizierte Handhabung der digitalen Medien verschafft dem Individuum Zugänge und Eintritt in eine neue Form des Lernens, der Teilhabe und der Zusammenarbeit.

BarCamp: So werden wir lernen & arbeiten.

Das BarCamp ist das Sinnbild dafür wie zukünftig unsere Lern- und Arbeitswelten funktionieren werden.

  • interessenorientiert
  • in Netzwerken
  • interaktiv
  • organisationsübergreifend
  • digital
  • in kreativen Lern- und Arbeitsräumen (Makerspaces)
  • ergebnisoffen
  • kollaborativ

Nachhaltigkeit.

Was faszinierend ist, nach dem BarCamp geht es erst so richtig los. Inspirationen, Konzepte und neue Ideen bahnen sich ihren Weg. In digitalen Arbeitsgruppen kommen Menschen zusammen und arbeiten an den Themen weiter.

Das Gehörte und Erlebte wird in Blogbeiträgen verarbeitet. Die Erkenntnisse fließen in die Arbeit ein.

BarCamps sind eine Inspiration. Das SozialCamp war eine Inspiration für die soziale Arbeit.

Fatal wäre, wenn jetzt Arbeitsgruppen pflichtbewusst die Ergebnisse abarbeiten würden.

Wie bei jeglichem Lernen: Der Spaß, die Leidenschaft gilt es zu erhalten.

Dann kann die Arbeit Früchte tragen. Vielleicht nicht messbar für denjenigen, der sie bezahlt hat.

Aber erkennbar für das Arbeitsfeld, das es beflügeln möchte.

Weitere Blogbeiträge zum BarCamp der sozialen Arbeit – #SozialCamp gibt es hier:

Mein Rückblick auf das #SozialCamp in Bonn – Stephanie Braun

Ein SozialCamp ist auch ein BarCamp – Reiner Knudsen

BarCamps als gelebte soziale Agilität – Hendrik Epe 

War ja doch viel Digitales dabei – Das Team vom CareCamp

Wie ich digital helfen wollte und keiner es verstand – Annette Schwindt

1. BarCamp der sozialen Arbeit – Kreativer Austausch auf dem SozialCamp -Christian Müller

Das BarCamp soziale Arbeit 2016 – Johannes Mirus

Digitalisierung in der sozialen Arbeit – es bewegt sich was! – Prof. Dr. Thomas Münch

Randbegegnung – Anna Schmidt

Mein Social Rückblick zum BarCamp soziale Arbeit – von Christian Müller

#Caritas in NRW veranstaltet das BarCamp soziale Arbeit #sozialCamp

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Veröffentlicht in Tagebuch

re:publica & soziale Arbeit #rpTEN

Ich bin eine von 4000, die noch nie bei der re:publica waren.

Insgesamt sind 8000 Menschen im Raum als Deutschlands größte Internetmesse am Montagmorgen eröffnet wird.

Die Moderatorin trägt ein funkelndes Glitzerkleid.

Es wird Geburtstag gefeiert. Die re:publica wird zehn Jahre alt.

Es wird darüber gesprochen wie damals alles so war.

Beim ersten Mal waren es mal gerade 700 Teilnehmer/innen.

Facebook war im zarten Alter von drei Jahren und Twitter gerade erst geboren. Es gab kein Internet und es war auch keine Internetmesse, sondern eine Blogger/innenkonferenz.

Das Programm.

Das Programm ist gigantisch. Und man muss es auch erstmal verstehen.

„Bereits seit ihrer ersten Ausgabe in 2007 wird der mediale Wandel und seine Themen in einem Rahmen von drei Konferenztagen diskutiert.Bei den Besucher_innen der ersten re:publica handelte es sich insbesondere um Blogger_innen, Internetaktivist_innen und Netz-Intellektuelle und 80 Prozent der insgesamt 700 Teilnehmer_innen gaben an, selbst Inhalte im Netz zu publizieren.

Seit ihren Anfängen als ‚Klassentreffen von Blogger_innen‘ hat sich die re:publica jedoch zu einer ‚Gesellschaftskonferenz‘ mit zuletzt 7000 Teilnehmer_innen im Mai 2015 entwickelt: „Hier vermitteln die VertreterInnen der digitalen Gesellschaft Wissen und Handlungskompetenz und diskutieren die Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft. Sie vernetzen sich mit einem heterogenen Mix aus AktivistInnen, WissenschaftlerInnen, HackerInnen, UnternehmerInnen, NGOs, JournalistInnen, BloggerInnen, Social Media- und Marketing-ExpertInnen und vielen mehr. Dadurch entstehen Innovationen und Synergien zwischen Netzpolitik, digitalem Marketing, Netz-Technologie, der digitalen Gesellschaft und (Pop-)Kultur.“

heißt es in Neue Konferenzformate im digitalen Zeitalter.

Ich bin hin- und hergerissen zwischen Programmplanung und Treibenlassen. Die re:publica bietet so viel – vom praktischen Ausprobieren über prominente Keynotespeaker hin zu Networkingmöglichkeiten.

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Als ich das Programm studiere, begebe ich mich auf die Suche nach Themen, die den sozialen Bereich betreffen. Und werde schnell fündig.

Gesundheit (Health)

Bei Gesundheit geht es um mehr als nur Telemedizin. Aber auch. Es geht um Depressionen und Social Media. Es geht um Apps, die Therapien unterstützen. Es geht um Spiele, die die emotionale und mentale Gesundheit fördern.

Bildung (Learn)

Natürlich geht es um digitale Bildung. Es geht aber zunächst vor allem darum, was Jugendliche wollen, wie Bildung sich weiterentwickeln und verändern soll. Diese Veranstaltung ist total überlaufen. Es geht darum wie Spiele das Lernen vereinfachen. Es geht um Medienprojekte mit jungen Flüchtlingen und wie Spiele Politik gestalten.

Flüchtlinge (Refugees)

Es verwundert nicht, dass bei einer Konferenz, die sich zentralen digitalen Themen in der Gesellschaft widmet, das Thema Flüchtlinge einen breiten Raum einnimmt. Hier ergibt sich die größte Schnittmenge zwischen der klassischen sozialen Arbeit und der Re:Publica. Was auch daran liegt, dass die Kompetenz der Flüchtlinge im Umgang mit digitalen Medien deren Einzug in die soziale Arbeit beschleunigt hat.

Das sind die Programmpunkte, die offensichtlich etwas mit sozialer Arbeit zu tun haben. Aber auch in den anderen „Tracks“ stecken viele Zusammenhänge. So etwa bei „Hate it“, wo es um den Umgang mit Hasstiraden geht. Bei FinTECH, wo es um neue Finanzmodelle geht (z.B. hacking the Fördersystem). Bei Call it work, wo es um das Thema „Arbeiten 4.0“ geht. Letztlich in allen Themen (z.B. Virtuelle Realität), denn sie alle haben mit der Veränderung der Gesellschaft in einem digitalen Zeitalter zu tun.

Veranstaltungsort.

Als ich am Tag Zero die Re:Publica erreiche und den Veranstaltungsort sehe, denke ich: Bingo! Genauso muss es sein. Dabei findet die Re:Publica erst seit 2012 auf diesem Gelände statt.

„Damit ein Event glaubhaft ist und Interaktion entstehen kann, müssen Thema und Veranstaltungsziele auch räumlich erfahrbar werden.“ heißt es bei Neue Konferenzformate im digitalen Zeitalter.

Die Station Berlin ist der ehemalige Postbahnhof Luckenwalder Straße im Berliner Bezirk Kreuzberg.

Der Vorteil an diesem Veranstaltungsort: Es gibt Platz für viele Foren. Eine Halle für Ausstellungen. Und es ist doch nicht so weitläufig wie auf manchen riesigen Messen, sondern irgendwie ist auch alles nah beieinander. Unschlagbar ist der Innenhof, der bei diesem schönen Wetter prima zu nutzen ist.

„Die Entwicklung von innovativen Formaten, die Interaktion und Partizipation ermöglichen, ist zentral, um bedeutungsvolle Events im digitalen Zeitalter zu gestalten. Um nachhaltig Communities zu bestimmten Themen im Umfeld eines Events zu entwickeln, müssen neben diesen physischen Räumen jedoch auch die entsprechenden digitalen Räume entstehen.“ (aus: Neue Konferenzformate im digitalen Zeitalter)

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Praktische Tipps

Das Programm studieren.

Es macht Sinn, sich im Vorfeld mit dem Programm zu beschäftigen. Auch, wenn man sich nachher nicht sklavisch dran hält. Das Programm verschafft einen Eindruck über die Thematiken und auch die Formate (Makerspace etc.)

Sich treiben lassen.

Steht nicht im Widerspruch: Es lohnt, sich treiben zu lassen und nicht von einem Forum zum anderen zu hetzen. Das Gesamtformat der Konferenz gibt einen Eindruck von modernen Veranstaltungsorten: Viel Raum für Begegnung. Sammelpunkte mit ausreichend Steckdosen, Relaxzonen, Speakerscorner.

Hashtags, Hashtags, Hashtags.

Sich über Themen verbünden. Twittern. Hashtags nutzen: #rpTEN vor allem. Aber auch andere, z.B. #SozialeArbeit, damit Themen gefunden werden.

Fremdgehen.

Innovationen entstehen dadurch, dass sich neue Verknüpfungen ergeben. Das passiert schon allein dadurch, dass sich das Thema Soziale Arbeit und Digitales miteinander verknüpfen. Es lohnt sich aber bei anderen Institutionen ausserhalb der sozialen Arbeit zu lernen. Einen interessanten Eindruck gab beispielsweise die Deutsche Bahn und ihre Innovationslabs. Räume, in denen kreativ, lustvoll und unabhängig quergedacht werden kann.

Umdenken.

Allein das Studium des Programms setzt schon ein Andersdenken voraus, um die Themen zu identifizieren, die für die Soziale Arbeit von Interesse sind. Dieses Umdenken ist gleichbedeutend mit der Kulturveränderung, die eingeleitet werden muss, um die Digitalisierung tatsächlich in der sozialen Arbeit einziehen zu lassen. Es sind viele kleine Kulturbrüche, die hier gewagt werden müssen, damit ein  digitaler Transformationsprozess gelingen kann.

Fazit.

re:publica und soziale Arbeit gehören zusammen. Denn re:publica als Gesellschaftskonferenz ist soziale Arbeit. Und die Digitalisierung ist in der sozialen Arbeit angekommen.

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Veröffentlicht in Bildung 4.0

Hat Snapchat das Potential, die neue Sesamstrasse zu sein?

Das ist ja mal eine ganz besonders „fromme“ Osterlektüre, die ich mir da ausgesucht habe.

Vor mir liegt das Buch „Silicon Valley“ von Christoph Keese. Als ich den Titel las, dachte ich, oh weia, wie will das Buch jemals diesem Titel gerecht werden.

Und es tut es doch. Das kann ich jetzt nach der Hälfte der Lektüre schon sagen.

Je mehr ich mich darin vertiefe, umso mehr begreife ich, was der Lesestoff mit Ostern zu tun.

Er bedeutet Aufbruch. Neuanfang. Zukunft.

So wie vielleicht das soziale Netzwerk Snapchat auch. Es steht für eine neue Generation von social media.

In Social Media in der sozialen Arbeit habe ich eine Einführung geschrieben wie soziale Netzwerke in der sozialen Arbeit genutzt werden können.

Sozialarbeit 4.0 gibt Beispiele wie das Digitale die soziale Arbeit verändern wird. Vielleicht fangen einige gerade an, sich an dieses Neue zu gewöhnen, da kommt das Nächste um die Ecke.

Bei dem Event Rock the Blog  im Rahmen der Cebit konnte ich erleben, dass Snapchat in der Szene in Deutschland als der neuste Hit schlechthin gewertet wird und youtube mittlerweile in den Schatten stellt. Youtube Stars und Sternchen wechseln bzw. haben längst zu snapchat gewechselt.

<a data-pin-do=“embedPin“ href=“https://de.pinterest.com/pin/133700682663075276/“></a&gt;

Warum ist Snapchat so trendy?

Facebook, Instagram und Co. rücken ein wenig in den Hintergrund. Sie wirken im Vergleich wie starre Webseiten aus dem Zeitalter 1.0.

Snapchat hingegen ist leicht, lustig und unterhaltsam. Außerdem verschwinden die Snaps nach spätestens 24 Stunden wieder.

Andere sehen nicht die Anzahl Deiner Follower. Es gibt keine für alle sichtbaren Likes und Kommentare und Du selbst rückst ganz schön in den Fokus.

Ich war eigentlich überhaupt nicht der Selfietyp und wollte das gerne der jüngeren Generation überlassen, aber mit Snapchat habe ich gelernt, dass persönlich gesprochene Videos, in denen Du selbst zu sehen bist, einen Unterschied machen. Es wird ganz schön authentisch – noch mehr als im Blog.

Der Harvard Professor Clayton M.Christensen, Jahrgang 1952, dessen Hauptwerk „The Innovators Dilemma“ von 1997, das laut Christoph Keese (Silicon Valley) zu den einflussreichsten Wirtschaftsbüchern der Nachkriegszeit gehört, hat gesagt:

„Nicht die stärkste Art überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern die wandlungsfähigste.“

Was aber wird dies alles für die soziale Arbeit bedeuten?

Häh? Warum Sesamstraße?

Die Sesamstrasse ist ein Symbol für eine frühe Form medialer Lerntools für Kinder, die nur geringe Zugänge zu Bildung hatten.

Snapchat ist das Symbol für den Kulturbruch, der sich auch in Deutschland langsam Bahn bricht. Der Kultur des Silicon Valleys, die die neue Leitkultur des digitalen Zeitalters sein wird.

„Der freie, ungehemmte Austausch von Menschen auf kleinstem Raum“, so beschreibt Keese die Arbeits- und Lernkultur im Valley. Räumliche Distanz behindert Kreativität, ebenso steifer gesellschaftlicher Umgang oder soziale Konventionen.

Darin liegt das Potential von Snapchat & Co. für die soziale Bildungsarbeit. Wir brauchen in der Bildung neue Ansätze. Es scheint, dass sich seit den medienpädagogischen Anfängen wie der Sesamstraße die Tools und Konzepte für Kinder und Jugendliche, für die das System Schule nicht die geeigneten Bildungszugänge bereit hält, wenig getan hat.

Potentiale von Snapchat in Bildung & Erziehung.

Die Pflänzchen sind sicher noch zart, aber treiben doch schon ein paar schöne Blüten wie diese Beispiele und Anregungen zum Einsatz von Snapchat in der Bildung hier zeigen:

Das Blog Kulturfritzen hat mit einer Serie über berühmte Frauen eine Woche lang täglich eine berühmte Frau herausgestellt und am Ende einen Katalog verlost.

Die Firma REWE nutzt Snapchat als Instrument zur Fachkräftegewinnung, in dem es gerade die jungen Menschen ansprechen und interessieren will.

Per Snapchat-App live dabei im Duisburger Praktikanten-Alltag

Das Blog Medienpädagogik Praxisblog hat im Rahmen einer kleinen Serie den Nutzen beschrieben.

Im Englischen gibt es auch ein paar Beispiele z.B. Teachers Guide für Snapchat  und den Einsatz von Snapchat als Vokabeltrainer.

Das Bistum Münster nutzt als erstes Bistum Snapchat, um unter dem Nutzernamen ,BistumMS_digi‘ unkonventionell über Kirchenthemen zu plaudern, verfasst Rätsel und nimmt Nutzerinnen und Nutzer mit zu Veranstaltungen.

Unter dem Nutzername Presseschau geben Volontäre aktuelle Titelstorys der Tageszeitungen an und bewerten sie. Ziel: Den Followern kurz und einprägsam einen Überblick über die wichtigsten News des Tages zu geben. Sie geben auch hilfreiche Erfahrungswerte weiter.

Auch das europäische Parlament gibt interessante Infos über Snapchat, Benutzername europarl .

Sehr unterhaltsam auch die fundierten juristischen Ratschläge von Rechtsanwalt Thomas Schwenke auf Snapchat.

Fazit

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich mir für dieses Jahr so einiges vorgenommen habe, was das Thema Digitalisierung und soziale Arbeit betrifft.

Ich besuche mehr oder weniger systematisch Events der digitalen Szene und bekomme ein Gespür dafür, wie sehr analoge und digitale Welt noch getrennt von einander zu sein scheinen.

Ich möchte Konzepte entwickeln und diskutieren, wie der Transfer zwischen den beiden Welten gelingen kann, damit soziale Arbeit auch auf dem neusten Stand bleibt und das tut, was sie am besten kann: die Probleme derjenigen zu lösen, die in Not geraten sind.

Und mein Fazit: ja, absolut! Snapchat hat viel Potential, die neue Sesamstrasse zu werden.

Mehr noch, es steht symbolisch für eine neue Lern- und Arbeitskultur, die das Valley gewollt oder ungewollt auf uns überträgt.

 

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Veröffentlicht in Tagebuch

Kurznotiz: Kongress Bildung 4.0 in NRW.

Am 11.3.2016 fand der erste Kongress zum Thema Bildung 4.0 in NRW statt. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft war das Thema so wichtig, dass sie ihr halbes Kabinett mitbrachte.

Hier geht es zur Programmübersicht.

Einen ersten Eindruck bietet eine Zusammenfassung meiner Tweets in einer Slideshow in Storify.

Speziell zu dem Thema frühkindliche Bildungviernull, ein Thema, das häufig kontrovers diskutiert wird, schreibt Frau Prof. Dr. Helen Knauf in ihrem Blogbeitrag.

Mein Fazit: Es ist gut, dass der Prozess gestartet ist, auch, wenn es noch viel zu tun gibt.

 

 

Veröffentlicht in Arbeiten 4.0

Die Zeit ist reif: Gründen wir doch einfach ein #lab!

Im Rahmen einer Blogparade der Bertelsmannstiftung habe ich letztes Jahr über das Thema „Von der Sesamstraße zur EdTech“ gebloggt und dabei die alte Lernpyramide, die aktives und passives Lernen auf verschiedenen Stufen hintereinander schaltet, in Frage gestellt.

Weil Social Media den Lernenden völlig neue Zugänge zu Wissen und Wissenschaft in der gleichzeitigen Verarbeitung und des Experimentierens erlaubt.

Und so muss sich auch die Arbeitswelt in sozialen Organisationen weiter entwickeln. Damit der Kulturwandel aber gelingt, gilt es eine Organisationsform zu kreieren, die ihn schon lebt.

Learning by doing. Zum Beispiel meine Herangehensweise an Snapchat: Habe ich zuerst das Handbuch im Trockenen studiert und dann das Smartphone eingeschaltet?

Nein. Ich hätte ewig gebraucht, um die neue App zu begreifen. Ich habe zuerst eingeschaltet, als ich nicht weiter wusste, im Internet recherchiert und wieder probiert, dann vertieft, wieder probiert und Details kennen gelernt.

Diese Chance haben Menschen jeden Alters. Aber Kinder tun sich hier ganz besonders leicht und daher müssen Lernkonzepte sich an ihnen ausrichten, denn wenn sie im berufstätigen Alter sind, wird die (Arbeits-) Welt gar nicht mehr anders zu bewältigen sein.

Für die mittelalterlichen Lehrenden eine echte Herausforderung.

Und hier an dieser Stelle passiert damit auch genau der Kulturbruch – von einem Wandel ist leider immer noch nicht zu sprechen.

Lebenslanges Lernen heißt gleichzeitig auch lebenslanges Experimentieren. Wie wir von den klügsten Köpfen der Welt wissen, auch sie haben sich geirrt. Neue Erkenntnisse können zu neuen Konsequenzen führen und alles Bisherige in Frage stellen. Damit müssen wir in immer kürzeren Zyklen leben lernen.

Im Internetzeitalter geht vieles sehr viel schneller.

Gleichzeitig führt das prozesshafte Lernen auch zu einer neuen Verhaltenskultur.

  • Menschen verbinden sich aus Interesse an einem Thema.
  • Communities bilden sich digital und analog.
  • Wissen wird geteilt.
  • Wissen ist in Fülle und für alle vorhanden.
  • Sozial- und Medienkompetenz sind Schlüsselvoraussetzungen für den Zugang zur digitalen Welt.
  • Kollaboratives Lernen und Arbeiten ersetzt Wissenshoheit.

 

Digitales Lernen in der Bildung und Wissenschaft.

Digitales Lernen oder Bildung 4.0 ist mehr als der Einsatz von Social Media im Unterricht, aber es ist ein erfolgsversprechender Weg kollaboratives Lernen und Arbeiten zu praktizieren.

Das hat zum Beispiel André Sprang mit seinem Ipad-Projekt an der Kaiserin-Augusta-Schule in Köln bewiesen. Das Blog zum Unterrichtseinsatz der iPads an der Schule startete bereis am 17. Januar 2011.

Insgesamt hat das Projekt fünf Jahre gedauert und hat eine enorme Breitenwirkung entfaltet. Das Blog diente dabei als Bericht aus den Erfahrungen und Möglichkeiten des Einsatzes, gab aber auch Anleitungen und Hilfestellungen.

Die Liste dessen, was sich in dieser Zeit entwickelte, ist lang:

Apps, Wikis, Open sources für Education, Makerspaces, iBooks und mehr. Die Produkte entwickelten sich aus dem Lernen heraus.

Die Lehrenden haben, initiiert durch André Spang, eine Art Twitter Stammtisch eingerichtet, wo sie sich dienstags abends zwischen 20 Uhr und 21 Uhr immer zu einem anderen Thema virtuell treffen.

Und auch in der Wissenschaft sind die User von Social Media auf dem Vormarsch. Dennis Fink hat gerade die Plattform Snap4Science eingerichtet.

 

 

Gründen wir doch einfach ein #LAB!

Die Einführung neuer Technologien in die soziale Arbeit (Sozialarbeit 4.0) bedeutet mehr als nur neue hard- oder software für den Arbeitsplatz. Es bedeutet einen kulturellen Wandel zu gestalten, dessen Fahrt nicht mehr aufzuhalten ist.

Das Anhängsel Lab wie etwa bei Betterplace lab kommt vom englischen Begriff Labor. Es ist vielleicht die Antwort auf die Frage, die ich vor ein paar Monaten hier gestellt habe:

Ist es nicht Zeit für einen Club of Rome der sozialen Arbeit?

Es braucht digital und analog einen Ort, wo Trends beobachtet, neue Technologien entwickelt und soziale Innovationen erprobt und erforscht werden.

Erste Eckpunkte könnten sein:

  • ein Ort, der als Raum für Austausch, Schulungen, Experimente, Beratung, Probierstätte zur Verfügung steht. Vielleicht eine Art Co-Working Space, wo sich Menschen treffen und austauschen können.
  • ein regelmäßiger Chat-Stammtisch mit abwechselnden Themen.
  • ein Barcamp veranstalten, das erste Projekte und Ideen einbringt und der Vernetzung der Szene dient.
  • Kooperationsparter/innen finden und Sponsoren.
  • einen Think-Tank gründen, der die Initiative begleitet.

Die Initiative könnte zunächst virtuell starten und dann eine Organisationsform und Räumlichkeiten finden. Idealerweise wird es von verschiedenen Kooperationspartnern getragen.

Das neue Institut muss nach neuen Regeln arbeiten können, damit es in der digitalen Welt, in der es hauptsächlich agieren wird, erfolgreich wird.

Plan ist, das Vorhaben in unterschiedlichen Kontexten zu diskutieren und zu planen. So soll es auf dem Caritas Kongress im März in Berlin vorgestellt werden. Auch die Re:Publica im Mai ist ein Ort, der der Weiterentwicklung dienen kann.

Es braucht digital und analog einen Ort, wo Trends beobachtet, neue Technologien entwickelt und soziale Innovationen erprobt und erforscht werden. Die Zeit ist reif.

Packen wir es an!

 

Links & Tools

The ten common mistakes in setting up a social lab

 

 

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