Veröffentlicht in Tagebuch

Was #Cybervolunteering in Europa mit der sozialen Arbeit zu tun hat.. #EUV2016

Anfang Oktober fand die Europäische Freiwilligenuniversität statt. Für manche Mitarbeitende in der sozialen Arbeit ein großes Fragezeichen.

Was soll das?

Eine Akademie für Freiwillige mag ja sinnvoll sein, aber auf europäischer Ebene?

Es kam sogar noch „schlimmer“.

Diese 8. Zusammenkunft von Expertinnen und Experten der Freiwilligenarbeit auf europäischer Ebene hatte sich den Schwerpunkt „Digitalisierung“ vorgenommen und entpuppte sich dank technischer Möglichkeiten als eine internationale Konferenz mit Referenten aus Hongkong, Australien und Brasilien.

Damit kamen zwei Themenkreise zusammen, die in der sozialen Arbeit lieber ignoriert als integriert werden:

  • europäische Zusammenarbeit und
  • die Digitalisierung der sozialen Arbeit.

Ich gebe zu, es ist gewöhnungsbedürftig.

Was?

Beides.

Und gleichzeitig ist Beides für die soziale Arbeit ein Muss.

Zum einen: Sich auf das europäische Parkett zu begeben, in fremden Sprachen um Begriffe ringen, kulturelle Unterschiede zu verstehen und das Andere als Bereicherung zu erleben.

Eine Aufgabe, in der sich junge Menschen durch EU-Programme wie Erasmus auskennen, und daher auch eine Welle der Hilfsbereitschaft entwickeln, wenn Menschen anderer Nationen unser Land erreichen, um hier Zuflucht zu finden.

Zum anderen: Sich von Russen den Nutzen von Facebook erklären zu lassen. Die beispielhaften Ansätze aus Brasilien anzuhören und als Anregung mit nach Hause zu nehmen. Sich von einem IBM Experten sagen zu lassen, soziale Medien? Damit seid ihr 10 Jahre zu spät. Jetzt haben wir ganz andere Themen. Er meinte Roboter & Co.

Wir lernen den Begriff des Cybervolunteering kennen. Freiwilligenarbeit im Netz. Wie kann sie aussehen? Beispiele werden vorgestellt. Je mehr soziale Arbeit im Internet stattfindet, umso mehr verlagert sich natürlich auch die Freiwilligenarbeit dort hin.

Wir beobachten dieser Tage, dass Grundfesten der sozialen Arbeit ins Straucheln geraten:  Reform der Jugendhilfe. Wir arbeiten an Bildungssystemen, die Chancengleichheit bewirken und wollen daher eine deutliche Verbesserung des Offenen Ganztags.

Und sehen manchmal nicht wie alles zusammen hängt. Die deutsche Jugendhilfe ist ein Exportschlager, der uns davor schützt, eine weitere „lost Generation“ in Europa zu produzieren. Sie ist ein Garant für Frieden und soziale Sicherheit.

Lassen wir ihn im Austausch weiterentwickeln – nicht zurückfahren. Lassen wir umgekehrt von den Ganztagskonzepten anderer Länder lernen, da sind viele europäische Länder viel weiter.

Ideal war, dass die Konferenz zu einem Zeitpunkt, in dem Europa strauchelt, in Straßburg statt gefunden hat. Mitten im EU-Viertel.

Europäische Zusammenarbeit ist Völkerverständigung. Die „neuen“ technologischen Möglichkeiten können den Austausch fördern und unterstützen. Aber niemals ersetzen.

Beides ist gut: für Freiwillige und gerade eben auch für Fachkräfte.

Zum Weiterlesen:

Blog des Deutschen Caritasverbandes:

Sozial muss digital werden.

2016_10_04_eu_parlament

 

Veröffentlicht in Europa

Wohin steuert die Europäische Union? #bloggerfuerfluechtlinge

Wie wir in Europa den aktuellen Zuwanderungsstrom bewältigen, hat auch etwas mit der Frage zu tun, wie schnell es uns gelingt, die soziale Arbeit so zu organisieren, dass sie zu den aktuellen Entwicklungen passt. Ein paar Überlegungen zu dem Thema:

  1. Warum Zuwanderungsströme Europa gute Chancen bieten.
  2. Warum Migration und Inklusion jetzt (endlich) zu einer gemeinsamen (europäischen) Sache werden müssen.
  3. Was die soziale Arbeit von Internetaktivisten lernen kann.

Wenn einer eine Reise tut, kommt es manchmal anders als man denkt. Oder passieren Ereignisse, die Dich nachdenklich werden lassen. Unsere Rundreise durch Südschweden, Kopenhagen und Lübeck fällt genau in die Zeit als die Zuwanderungsströme der Europäischen Union vor Augen führen, dass dringender Handlungsbedarf ist.

Wir sind das freie und offene Europa so gewohnt, dass es uns kaum in den Sinn kommt, dass wir Grenzen überschreiten, wenn wir von einem Land ins andere reisen. In Schweden und Dänemark fällt immerhin auf, dass wir Geld umtauschen müssen. In drei Tagen bezahlen wir mit drei verschiedenen Währungen. Ist das denn wirklich heutzutage noch nötig, fragt man sich.

Aber so selbstverständlich wie es uns scheint, ist das freizügige Europa in diesen Wochen gar nicht. Der Geist, den die Gründerväter zur Wirtschafts- und später zur Währungsunion bewegte, scheint ein klein wenig verweht zu sein. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat uns das deutlich vor Augen geführt. Und auch das nächste ureuropäische Thema, die Migrationspolitik, zwingt zu dringendem Handeln. Hätte natürlich schon viel früher geschehen können. Die Europäische Union braucht Standards in der Flüchtlingspolitik.

Während wir reisen, transportiert der ungarische Staatschef Flüchtlinge auf schnellstem Weg in andere Länder, in die Länder, in die sie gehen möchten, weil sie Arbeit und Auskommen erhoffen und sich in manchen Ländern willkommener fühlen als in anderen. Deutschland zum Beispiel, Österreich und auch Schweden. Wer durch Schweden reist, kann das

Wachturm bei Dassow
Ehemaliger Wachturm an der deutsch-deutschen Grenze bei Lübeck

ein wenig nachvollziehen. Knapp 10 Mio. Einwohner/innen bei rund 450.000  ㎢  und damit nur 21 Menschen auf 1 ㎢. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 226 Menschen. Als wir Kopenhagen erreichen, ist Dänemark kurz davor, den Bahnverkehr zwischen Hamburg und Kopenhagen einzustellen. Später passiert dies tatsächlich. Und auch in Österreich und  Deutschland. Am Ende unserer Reise wird in Ungarn ein Stacheldraht errichtet. Zu dem Zeitpunkt sonnenbaden wir auf dem Priwall, dem Strand, der fast dreißig Jahre Grenzgebiet war und ein Land, ja einen Kontinent, in zwei Teile teilte.

Was nur ist los mit Dir, Europa?

Zuwanderungsströme sind Europas Chance.

Was für uns heute selbstverständlich ist, Freizügigkeit, offene Grenzen und friedliches Zusammenleben darf nicht gefährdet werden. Gleichzeitig zeigt die momentane Situation aber auch, dass das nationalstaatliche Denken deutlich dominiert. Die Finanz – und Wirtschaftskrise hat hierzu sicher beigetragen. Die Europäische Union hätte viel früher den nächsten Schritt zu einem politisch vereinigten Europa machen müssen. Dann wären nicht nur einige Leuchtturmprojekte zu erkennen, sondern auch eine gemeinsame Strategie in zentralen europäischen Fragestellungen.

Jetzt ist die Zeit gekommen, sich gemeinsam über erfolgreiche Migration in Europa zu verständigen. Wie zurecht in diesen Tagen immer wieder gesagt wird, das kann ein Land alleine nicht tun. Es müssen Zugänge geschaffen werden

  • zu Wohnraum
  • zu existentiellem Auskommen
  • zu Bildung
  • zu Arbeit.

Hier braucht die europäische Union eine gemeinsame Strategie, damit dies in jedem europäischen Staat erfolgreich geleistet werden kann. Ein Umdenken ist erforderlich.

Wir sitzen alle in einem Boot.

Auf dieser Reise, rund um die Ostseeländer, sind wir viel mit dem Boot unterwegs. Winzige Fährboote, riesige Transportschiffe. Miteinander in einem Boot zu sitzen, birgt eine gewisse Unsicherheit, wer sollte das in diesen Tagen besser wissen als die Menschen selbst, die mit Booten ihre riskante Flucht gewagt haben. In Europa sitzen wir schon lange alle in einem Boot. In den fünfziger Jahren haben wir uns dazu entschieden. Es ist keine Sache einiger weniger Politiker/innen.

Gerade die Erstaufnahme der neuen Zuwanderer ist in diesen Tagen von besonderer Bedeutung. Aber genauso wichtig ist der zweite Schritt. Was passiert danach? Auch hier haben sich schon eine Reihe interessanter Modelle und Projekte entwickelt. Dabei ist es wichtig, dass es nicht bei Projekten bleibt, sondern, dass es zu Verstetigungen und auch Veränderungen des Bisherigen kommt.  Zu einer gelungenen Integrationsaufgabe gehört ein breites Verständnis von Inklusion. Inklusion muss die Erhöhung der Teilhabe Chancen aller Menschen sein. Interessanterweise zeigt sich gerade beim Thema Bildung, dass das Miteinander eine Bereicherung bedeutet. Beispiele wie  Gemeinsam in der Schule und Syrische Flüchtlinge retten Schule zeigen dies. Bildungs- und Wohlfahrtsorganisationen sind in diesen Tagen wichtiger und notwendiger denn je, denn sie bieten verlässliche Ablaufstrukturen, die Sicherheit geben. Und dennoch sind sie auch gezwungen, sich zu wandeln, um auf die Herausforderungen reagieren zu können.

Was kann hier förderlich sein:

  • weltoffene, kultursensible Mitarbeitende
  • ein kluges Verständnis von europäischen Zusammenhängen
  • Inklusionssensibilität, also Menschen, die auf Gruppendynamiken zu reagieren wissen
  • Flexible und kreative Bildungssysteme

#bloggerfuerfluechtlinge und #rn8

Ich habe auf dieser Reise ein unerträglich langsames Internet gehabt. Der alte Balken baute sich so langsam oder gar nicht auf, dass ich mich in die 90er Jahre zurück versetzt fühlte. Von daher habe ich das Bloggen zeitweise eingestellt und konnte auch nur ab und an etwas in den sozialen Netzwerken posten. Aber eine Aktion, an der ich als Bloggerin mit meinem Blog Reisekladde schon länger mal teilnehmen wollte, die sogenannte #rn8 – (Reisenacht), habe ich mitbekommen. Diese kurzweilige und wirkungsvolle Initiative besteht darin, montags zwischen acht und neun Uhr abends zu einem bestimmten Reisethema zu twittern. An besagtem Montagabend hatte sich die Initiative dazu entschlossen, jeden Tweet mit 10 Cent zu hinterlegen und der Internetinitiative #bloggerfuerfluechtlinge zur Verfügung zu stellen. Eine tolle Aktion, an der ich – eingschränkt – auch teilnehmen konnte.

Abgesehen von dieser guten Sache habe ich hierdurch viel darüber gelernt, wohin sich die soziale Arbeit entwickelt:

  • Menschen schließen sich zu einem Thema zusammen.
  • Der Mensch ist gefragt, nicht die Organisation.
  • Die unmittelbare praktische Hilfe zählt.
  • Die Kommunikation ist leicht, fröhlich, unkompliziert und hierarchiefrei.
  • Interessen verknüpfen sich.

Diese Maximen machen sich eben auch nicht nur im Internet breit, sondern sind schon längst Teil einer neuen Jugendkultur, die auch für ein zusammenwachsendes Europa die besten Chancen bietet. Meine Hoffnung ist, dass Programme wie Erasmus ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass junge Menschen nur noch kopfschüttelnd die Politik der Älteren betrachten und unkompliziert ihren Weg miteinander suchen.

Infos zum Thema

Erklärvideo zur Syrienkrise & EU-Politik

Wie geht eigentlich ein Asylverfahren – Infografik.

Aktion Neue Nachbarn

Fünf der innovativsten Flüchtlingsprojekte

Magdas Hotel – Arbeitsplätze für Flüchtlinge

Flüchtlingsarbeit & Jugendhilfe – Soziale Arbeit neu herausgefordert.

Dublin Verordnung der Europäischen Union sieht vor, dass Asylbewerber/innen in dem Land das Asylverfahren durchlaufen, in dem sie erstmalig angekommen sind.

Shengen Abkommen – Reisefreiheit für EU-Bürger innerhalb Europas.

Daten und Fakten über Länder der Europäischen Union. 

Priwall Strand, Lübeck-Travemünde.
Hier verlief die Grenze zwischen DDR und BRD: Priwall-Strand bei Travemünde.

Zum Weiterlesen: Flüchtlingsarbeit & Jugendhilfe

Veröffentlicht in Europa

Über den Mehrwert globalen Arbeitens & Lernens.

Mobilität und Globalisierung haben für eine ganze Reihe von Berufsgruppen Reisen & Arbeiten bereits seit einigen Jahrzehnten zur Normalität werden lassen. Fremdsprachen zu lernen, sich in anderen Kulturen auszukennen, neue Ideen kennenzulernen, sie zurückzubringen und mit dem Alten zu verbinden, wurde Teil einer neuen Arbeitskultur. Bestes Beispiel: Der Kindergarten war in den USA ein deutscher Exportschlager. Umgekehrt kommen die vielgepriesenen Frühen Hilfen für Familien während und nach der Schwangerschaft aus England und den USA. Das Internet hat diese Entwicklung beschleunigt. Das Arbeiten von unterwegs wird je nach Job und Aufgabe zunehmend zur Selbstverständlichkeit. Im Ausland studiert zu haben wird berufliches Qualifikationsmerkmal.  Die Europäische Union hat die Vorteile des Zusammenlernens und Arbeitens früh entdeckt. Das Erasmusprogramm ist Teil der europäischen Einigungsstrategie und Friedenspolitik.

Europaarbeit 

Ich selbst habe zwar nie am Erasmusprogramm teilgenommen, aber ähnliche Programme waren lange Zeit Teil meiner täglichen Arbeit und funktionierten nach einem ähnlichen Prinzip. Die Europäische Union stellt Fördergeld zur Verfügung, damit Netzwerke und Kooperationen über den europäischen Kontinent hinweg entstehen und unterschiedliche Organisationen, Kulturen und Projekte voneinander lernen und sich austauschen. Die Erkenntnis, dass Europaarbeit oder grenzüberschreitendes Arbeiten Non-Profit Organisationen wirkungsvoll nach vorne bringt, reift(e) allerdings langsam.  Die Organisationen, die den (mutigen) Schritt in die globalere Welt getan haben, haben es nicht bereut. Der Horizont der Mitarbeitenden wurde sprichwörtlich erweitert und die Projekte bereicherten die Arbeit um eine Reihe von Innovationen. Es kommt hinzu, dass die europäischen Diskussionen und Strategien die Arbeit von Non-Profitorganisationen entscheidend mitbestimmen. Die Beteiligung an europäischen Programmen fördert daher auch die Mitgestaltung europäischer Politik. Über einige gute Beispiele möchte ich in dieser Reihe erzählen. Den Anfang macht London.

London.

1998 war man in Deutschland in Regierungskreisen der Auffassung, dass England arbeitsmarktpolitisch mit seinem New Deal Programm eine Vorreiterrolle in Europa übernommen habe, da die Vermittlungszahlen sich sehen ließen. Noch bevor sich die spätere Kommission um den VW-Chef Hartz auf den Weg dorthin machte, um Anregungen für die dann folgende Arbeitsmarktreform zu sammeln, hatte ich Gelegenheit im Rahmen einer kleinen Delegation aus NRW in London die Idee von New Deal  kennenzulernen. Interessanterweise geht das Programm auf ein Wirtschafts- und Sozialprogramm zurück, das Präsident Roosevelt in den 30er Jahren in den USA einführte. Hier und auch bei späteren Reisen konnte ich viel über die Grenzen und Möglichkeiten europäischer Austauschprogramme lernen. Lessons learned (1) – Kulturelle Unterschiede beachten. Auf einer vorbereiteten Reise wird vor allem das präsentiert, was gut ist. Das nennt sich dann Good Practice. In unserem Fall war es das Modell der JobCenter (heute: JobCenterPlus). Seit der Arbeitsmarktreform in 2005 werden auch in Deutschland die örtlichen Arbeitsämter JobCenter genannt. Sie gleichen aber bis heute aus meiner Sicht nicht dem englischen Modell. In den englischen JobCentern steht der Servicegedanke im Vordergrund. Der Arbeitssuchende wird als Kunde begriffen. Dieses damit verbundene serviceorientierte Verhalten ist in England Teil der englischen Kultur und passt(e) nicht in das deutsche Behördendenken. Lessons learned (2) – Der Transfer ist eine Organisationsentwicklungsaufgabe. Selten lässt sich ein Konzept oder eine Idee vollständig auf ein anderes Land übertragen, da die Mentalität oder Kultur nicht die Gleiche ist. Die bloße Übertragung des Namens bzw. Begriffs (JobCenter, Kunde) reicht nicht aus. Die englischen JobCenter sind kleine citynahe Offices, in freundlichen Farben gestrichen und kundenorientiert eingerichtet und mit unseren klassischen Amtsgebäuden nicht vergleichbar. Der Transfer einer Idee muss also gestaltet werden und kulturell begleitet werden. Lessons learned (3) – Besser einzelne Ideen abgucken als das ganze Konzept. Die Arbeitsmarktreform 2005 übernahm im Grunde genommen das gesamte englische Konzept, ohne den Transfer in die deutsche Gesellschaft zu gestalten. Umstrittene Maßnahmen wie Workfare, die arbeitslose Menschen zu zweifelhaften Arbeitsaufnahmen verpflichtete, wurden mit übernommen. Workfare und die Idee der JobCenter widersprachen sich im Grunde genommen. Konnten möglicherweise jedoch in England gelingen, da New Deal eine Verbesserung der dortigen Arbeitsmarktpolitik nach den Radikalmaßnahmen der Thatcheraera bedeutete, während es in Deutschland nach einer langen Tradition von gewerkschaftlichen Errungenschaften und -standards nicht in gleicher Weise fruchtete. Mir hat die Idee der JobCenter gefallen. Ein ordentlicher Transfer in die deutsche Gesellschaft mit allen Konsequenzen hätte möglicherweise der deutschen Arbeitsmarkpolitik frühzeitig zu einem echten Perspektivwechsel und einer anderen Sicht auf Menschen ohne Arbeit verhelfen können. 

Mehrwert grenzüberschreitenden Arbeitens.

Bei Berücksichtigung einiger Spielregeln kann das grenzüberschreitende Lernen und Arbeiten einen tollen Mehrwert für Non-Profit-Organisationen haben!

  • Neue Ideen & Konzepte!
  • Kenntnis über aktuelle (globale) Trends!
  • Interkulturelle Kompetenz!
  • Mitgestaltung politischer Ideen!
  • Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse!
  • Interessante nationale und internationale Kooperationen!
  • Zukunftsfähigkeit!

underground

Veröffentlicht in Tagebuch

Ireland International Conference on Education (IICE), Dublin

Bei Irland fällt mir der Pulitzer Preisträger Frank McCourt und sein Buch „Die Asche meiner Mutter“ ein. Und das beginnt so: 
„Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, frage ich mich, wie ich überhaupt überlebt habe. Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche katholische Kindheit.“
Wir, die wir nach Irland reisen, um uns über gute Praktiken in Bildung und Erziehung auszutauschen, geht es genau um das Gegenteil. Wir gehen davon aus, dass eine glückliche Kindheit der Schlüssel zu einem glücklichen Leben ist. Und wir haben in unseren Organisationen hohe Qualitätsansprüche an unsere Mitarbeitenden, damit Kinder und Jugendliche die bestmöglichen Rahmenbedingungen erhalten.
Education. Es fängt eigentlich schon mit dem Begriff an. Die englische Sprache kennt keinen Unterschied zwischen Bildung und Erziehung. Ein Zeichen dafür wie eng Bildungs- und Erziehungsprozesse verknüpft sind. Daher ist auch klar, dass die Ireland International Conference on Education (IICE-2014) keine Lehrer/innenschulung sein würde, sondern mehr. Aber warum ins Ausland gehen, wenn es um Bildung und Erziehung geht? Sind wir in Deutschland nicht bestens ausgestattet? Spätestens seit Pisa wissen wir, dass das nicht unbedingt der Fall ist. Über den Tellerrand zu schauen, kann das Bildungsverständnis erweitern. Gerade, was das informelle Lernen betrifft, wissen wir, dass es im Ausland insbesondere im englischsprachigen Raum deutlich früher wertgeschätzt wurde. 
Die Konferenz ist ein Lehr- und Lernsystem. Studien aus aller Welt werden vorgestellt und fast jede/r Teilnehmer/in ist auch Vortragende/r. Es geht um Arbeitgebererwartungen in Irland, Beschäftigungsstrategien für Pensionäre auf den Philippinen und es geht um frühe Kindheit und familiäre Umgebung im Iran. Südafrika, Chile, USA, Großbritannien – viele interessante Ansätze werden vorgestellt. 

Mitten in der Stadt steht eine 404 Fuß (123 m) hohe Edelstahlnadel, die ein Monument und Wahrzeichen Dublins ist. The Spire. Offiziell heißt es „Monument of Light“. Es ist ein beliebter Treffpunkt Jugendlicher und sein Licht von weit her zu sehen. Das Licht der Erkenntnis traf auch uns:

Lessons Learned: 
    • 25% Fachkenntnisse sind in der sich schnell weiterentwickelnden Arbeitswelt ausreichend. Entscheidend sind persönliche Fähigkeiten. Sozialkompetenz und Flexibilität. 

 

  • einfache Tipps und Tricks unterstützen die Leistungsfähigkeit eines Menschen, z.B. ein R für Rechts und L für Links über dem Schreibtisch für diejenigen, die eine Rechts-Linksschwäche haben.

 

 

  • Ehrenamt und Freiwilligenarbeit können sich eher die sozio-ökonomisch besser gestellten Länder leisten. 

 

 

  • Bindung, Bildung und Erziehung unterliegen der Psychologie des Menschen und lassen sich kulturübergreifend vergleichen. 

 

 

  • Sprache grenzt ein oder aus. Und damit ist nicht nur die Fremdsprache gemeint. 

 

 

  • ein runder Tisch für acht Personen während eines Konferenzdinners ist eine ideale Größe für kulturübergreifendes Networking (Island, Kroatien, Südafrika, Deutschland)

 

 

  • ein Fussballspiel im Ausland zu schauen, ist interkulturelle Begegnung. 

 

 

Also, was ist ein gebildeter Mensch? Nach den Erfahrungen dieser Konferenz: Ein Menschen, der kultursensibel ist, Namen und Worte richtig ausspricht, seine eigene Kreativität entfalten kann, flexible, emphatisch und kooperativ ist.  
 

 

 

 

Veröffentlicht in Tagebuch

#Inklusion14 (19./20.3.2014)

Der Inklusionsgipfel der UNESCO in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn ist deswegen so interessant, weil er verbindet, was zusammen gehört: Kunst, Bildung, Vielfalt und Internationalität. Und alles macht das Thema Inklusion aus. Wer hier aber gähnend denkt, wie akademisch langweilig, Museumsgeschichte, der wird bald eines Besseren belehrt, wenn der Poetry Slammer Younes Al-Amyra mit  I’Slam überzeugt, dass Tun besser ist als Reden.

Natürlich steht am Anfang aller inklusiven Fragestellungen das Thema Zugänge und hier stellen bereits die Stufen zur Bühne eine erste Barriere dar. Aber Zugänge sind auch in den Köpfen zu finden.

„Es sind die Herzen, die uns verbinden.“ endet DEFA Slammer Dabei Ni.

„Papiere veröffentlichen ist ja schön und gut…“, meint Mrs. Mmantsetsa Marope in ihrem Beitrag. „Aber ernst ist ja nur, was auch tatsächlich gelebt wird. Also lasst die Papiere weg und macht es zu Eurem Arbeits- und Lebensstil!“ Als sie gefragt wird, wann Deutschland seine Ziele umgesetzt haben könnte, sagt sie 2015. „Ihr habt doch alles, was nötig ist.“

Wenn ich eins mitnehme aus dieser Veranstaltung, ist es, dass es auf die Zwischentöne derjenigen ankam, die eingeladen waren, uns musikalisch zu unterhalten. So zum Beispiel auch der Gruppe FEEL SOUNDS. Diese künstlerischen Einlagen sind nicht nur gute Unterhaltung, sondern auch beste Beispiele wie Lernen heute funktioniert.

Eine hervorragende Keynote von Dr. Gordon L. Porter verrät den Schlüssel zum Erfolg: „Die Kinder selbst. Gebt Ihnen die Möglichkeit zusammen zu sein.“

Wie kann inklusive Bildung gelingen?

– Das Kind in den Mittelpunkt stellen.

– Die Eltern einbeziehen. Sie sind die besten Partner in der Frage, was ihr Kind braucht.

– Den Lehrer/innen kompetente Partner/ Pädagogen zur Seite stellen.

– Räume schaffen, die allen Kindern das Lernen leicht macht. Neue Lernorte kreieren.

– Bildung für alle leben. Alle meint alle. Exklusiv oder inklusiv ist keine Frage der Zugänge.
Es ist  eine Frage der Haltung. Auch der Ressourcen.

– Inklusion und Vielfalt zusammen sehen.

– Ein neues Bildungsverständnis entwickeln. Hören, sehen, schmecken, fühlen, sehen. Bildung ist viel  mehr als Wissensvermittlung. Es ist Ausdruck und kreativer Akt, was jedes Kind von Anfang an schafft. Wir müssen sie nur lassen. Der Film Alphabet bringt das eindrucksvoll zum Ausdruck.

Zum Weiterlesen: Bonner Erklärung zur inklusiven Bildung