Veröffentlicht in Soziale Arbeit

Ändere die Welt. Jetzt.

Kürzlich legte Papst Franziskus die Enzyklika Laudato si vor, deren Titel den Sonnengesang des Heiligen Franziskus trägt. Die Enzyklika dreht sich um das Thema Umwelt. Das erste Mal überhaupt, dass ein Papst eine Enzyklika allein diesem Thema widmet. In einigen Medien wurde dann sehr schnell die Frage gestellt, ob der Papst ein Grüner sei. Wahrscheinlich ja. Aber nicht parteipolitisch. Sondern aus Liebe zur Schöpfung. Die Bewahrung der Schöpfung, die ein ureigener kirchlicher Auftrag seit der Entstehung der Erde und der Vertreibung aus dem Paradies ist, ist so alt wie die Erde selbst. Die zentralen Aussagen sind in einer Zusammenfassung  der Deutschen Bischofskonferenz niedergeschrieben.

Bernd Hagendorn schreibt in seinem Radio Vatikan Blog am 19. Juni über ein kurzes Gespräch mit Prof. Schnellnhuber, der die Enzyklika bei einer Pressekonferenz vorgestellt hat:

„Nicht mehr viel Zeit hätten wir, vielleicht fünfzehn Jahre. Und bei der Pressekonferenz sagte er dann, dass die angezielten zwei Prozent verkraftbarer Erderwärmung, welche die Politik anstrebt, auch nicht für alle verkraftbar sei. Es sei wie ein menschlicher Körper: zwei Grad mehr ist Fieber, vier Grad mehr ist Tod.

Der Zeitfaktor hat mich bedenklich gestimmt. Denn das bedeutet ja, dass es an uns hängt. Dieser Generation. Hier. Jetzt. An mir.

Da kommt das Sprechen über Verantwortung schnell bei uns im Alltag an. Bei mir im Alltag an, sollte ich sagen. Na dann mal los.“

Diese Zeilen von Pater Hagenkord haben mich nachhaltig beschäftigt und ich habe überlegt, wie fange ich an und was kann ich tun?

Der Test

Ach, dachte ich. Einiges tue ich doch schon. Mülltrennung, Recycling, Bahn fahren, Strom ausschalten , so schlimm kann es doch gar nicht sein. Aber wie es im einzelnen aussieht, weiß ich natürlich nicht so genau. Also mache ich einen Test: Passt Dein Fuß auf diese Erde? Als ich das Ergebnis sah, musste ich ersmal tief schlucken. Da ist erheblicher Verbesserungsbedarf.

Der Papst geht aber noch weiter.

Die Umwelt schützen schön und gut. Der Papst nennt die Enzyklika im Untertitel „Die Sorge um das gemeinsame Haus“. Und dabei geht es um einen ganzheitlichen ökologischen Ansatz. Ökologie ist ja die Lehre vom Haushalt. Und ein Haushalt umfasst Technik, Natur und eben auch die Lebewesen, die in ihm leben. Der Papst betrachtet daher die „ökologischen und sozialen Probleme, den Einsatz für die Umwelt und die Armen als Einheit.“ schreibt die Deutsche Bischofskonferenz. Er sieht in den klimatischen Veränderungen eine Ursache für die Zunahme von Migranten in andern Gebieten. Oder die Bedeutung des sauberen Trinkwassers, „denn es ist unentbehrlich für das menschliche Leben und zur Erhaltung des Ökosysteme von Erde und Wasser.“ heißt es in der Enzyklika.

Er geht auch auf die Ambivalenz der modernen Technik ein, die Chancen sehen ohne sich von ihr beherrschen zu lassen. Und auf den Wert der menschlichen Arbeit: „Das große Ziel muss immer sein, ihnen mittels Arbeit ein würdiges Leben zu ermöglichen.“ heißt es in der Enzyklika.

Das gemeinsame Haus (-halten) impliziert auch, dass die Bewohner/innen achtsam und solidarisch miteinander umgehen. „Ohne eine Solidarität zwischen den Generationen kann von nachhaltiger Entwicklung keine Rede mehr sein“.

Auch Deinen solidarischen Händedruck kannst Du testen.

Zukunftsfähigkeit ist anders.

Wenn wir heutzutage über Fortschritt und Zukunftsfähigkeit nachdenken, dann gehört das ökologische Haushalten unabdingbar dazu.

  • Es braucht neue Leitbilder des Fortschritts.
  • Es gilt neue Gewohnheiten und Tugenden auszubilden.
  • Ökologische und soziale Fragen müssen Teil von Bildung und Ausbildung sein.
  • Gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen
  • Gutes Klima in sozialen als auch ökologischen Gefügen.
  • Ein Bewusstsein ist ein guter Anfang.
  • Faires Verhalten: Konsum, Reisen, Arbeiten, Leben.

Viele weitere gute Tipps findet ihr auf Caritas.de und bei Social Impact.eu.

Warum für die Generation Y Nachhaltigkeit nicht nur ein Wort ist.

Denn 4 Grad Erderwärmung ist verdammt heiss. Zu heiss für uns Menschen. Da nützt auch kein Urlaub am Meer.