Veröffentlicht in Tagebuch

Vom Sorgenkind zur Modellregion.

Erinnert ihr Euch noch an den Paradigmenwechsel als aus der Aktion Sorgenkind die Aktion Mensch wurde? An dem Punkt stehen wir gerade bei der Caritas in Schleswig-Holstein.

Was gebraucht wird.

In meinen ersten Wochen habe ich mit vielen Menschen gesprochen und Einrichtungen besucht, um ein Gefühl für den Bedarf zu bekommen. Dabei haben sich zentrale Herausforderungen heraus kristallisiert:

Sichtbarkeit. Wer oder was ist eigentlich die Caritas in Schleswig-Holstein? Welches Profil ergibt sich aus den Diensten und Angeboten? Ein Sammelsurium oder eine Strategie? Vielfalt oder Kernkompetenz? Was auch immer: das Profil ist auch deswegen nicht erkennbar, weil das Angebot der Caritas in Schleswig-Holstein nicht sichtbar ist.

Kommunikation & Information. Eine dezentrale Organisation wie die Caritas in Schleswig-Holstein und die Caritas im Norden insgesamt leidet rein strukturell an Informationsdefiziten und einer unzureichenden Kommunikationskultur.

Schnelle Problemlösungen. Die Menschen vor Ort in der Praxis haben wenig bis gar keine Ressource sich um Aufgaben zu kümmern, die ausserhalb ihrer unmittelbaren Tätigkeit am Menschen liegen. Wenn Probleme auftauchen, sind sie darauf angewiesen, dass sie zügig gelöst werden.

Geld. Nicht nur durch Corona: die Mittel werden knapper. Der Bedarf an zusätzlichen Einnahmen steigt.

Angebote in der Fläche. Schleswig-Holstein ist ein Flächenland. Es ist das Land zwischen den Meeren. Während an der Ostsee bis hin nach Hamburg in den Ballungsräumen Angebote zu finden sind, tut sich an der Nordseeküste bisher wenig bis nichts.

Gezielte Interessenvertretung. Diskurs ja, Labergremien nein. Knappe Ressourcen erfordern Zielgenauigkeit. Und direkte Ansprache der Personen, die unterstützen können bzw gute Partner/innen sind.

Erste Schritte.

Social Media. Die Kanäle sind schnell eingerichtet. Die Wahl fiel auf Instragram (für die Jungen), Facebook (für die Älteren) und Twitter für die sozialpolitische Öffentlichkeitsarbeit. Wichtig ist, dass die Kanäle bespielt werden. Klasse daher, dass wir hier im Team begeisterte Menschen haben, die Lust haben, sich etwas auszudenken und zu befüllen. Ergebnis: Die Caritas Schleswig-Holstein wird sichtbarer.

Workplace und Newsletter. Die interne Kommunikation wird teilweise digitalisiert, um den Informationsaustausch zu fördern und zu vereinfachen. Das erfordert die Entwicklung neuer Kompetenzen im Umgang mit digitaler Technik, Social Media, und Informationsmanagement.

Agile Problemlösungen. Die Praxis braucht direkte Hilfe. Um die Arbeit gezielt hierauf auszurichten, braucht es noch mehr Praxiskenntnis, um flexibel auf die Anforderungen zu reagieren. Die Arbeit mit agilen Methoden wie dem Daily wird dieses Anliegen unterstützen.

Quelle: https://www.digitales-kompetenzzentrum-kiel.de/aktuelles/information/agile-projekttools-daily.html

Finanzkompetenz stärken und organisieren. Ein Schwerpunkt unserer Aufgaben in der Landesstelle sind Finanzen: Buchhaltung für unsere Einrichtungen und Zuschusswesen. Das werden wir ausbauen, um die Praxis vor Ort gezielt bei der Beschaffung von Geldern zu unterstützen.

Und was ist eigentlich die Aufgabe einer Landesleitung?

Da wir uns in Neu- und Umstrukturierungen befinden, ist auch das Aufgabenprofil meiner Stelle als Landesleitung zu überdenken. Gerade im Sanierungsprozess, in dem viele Aufgaben neu bewertet und überdacht werden müssen, habe ich mir die Frage gestellt: Braucht es überhaupt eine Landesleitung und wenn ja, welche Aufgaben fallen an? Stand heute: es braucht sie und sie hat fünf Kernaufgaben.

Den roten Faden im Blick behalten. Aufgaben beschreiben, bewerten, umsortieren, Besprechungen, Einzelgespräche, strategische Themen angehen, den Weg skizzieren, kommunizieren, korrigieren. Kurz: Leitung und Strategie.

Trüffel suchen und finden. Die Mittel werden knapper. Erträge müssen gesteigert werden. Als Landesleitung gehört es daher klar zu den Aufgaben, neue Gelder zu akquirieren und alternative Wege zu gehen, um Erträge zu steigern. Kurz: Mittelakquise.

Dem Wind of Change folgen. Wir leben in schnelllebigen Zeiten. Das einzige was bleibt, ist die Veränderung. Es gilt daher Trends zu erkennen und einzuordnen, um sie in erträglichem Maße für die Organisation nutzbar zu machen. Kurz: Veränderungsmanagement und Organisationsentwicklung.

Aus der Tradition heraus das Neue entwickeln. Not sehen und handeln halte ich auch nach all den Jahren für den besten Slogan und das exakte Leitbild, dem die Caritas folgen sollte. Er beschreibt ihren Kern. Gleichzeitig gilt es mit der Zeit zu gehen und die traditionellen Angebote upzudaten. Stichwort: Onlineberatung. Gerade eine Modellregion wird sich das Neue auf die Fahne schreiben. Das gilt es zu fördern und zu integrieren. Kurz: Innovationsmanagement

Kollaborieren. Traditionell besteht Verbandsarbeit aus Gremienarbeit. Auch diese gehören auf den Prüfstand. Welche sind wirksam? Wie lassen sich Ressourcen und Wege effektiver gestalten? Kurz: Netzwerken, verbandspolitische Öffentlichkeitsarbeit, gezielte Interessenvertretung.

Die grüne Wiese ist mein Symbol für Neuanfang, Experimente und Innovationen. Das Bild passt zum Flächenland Schleswig-Holstein. Wir werden hier Neues erproben, manches verwerfen und hoffentlich vieles optimieren. Adieu Sorgenkind! Welcome Modellregion. Die Veränderung beginnt mit dem Mindset oder schlicht: im Kopf!

Veröffentlicht in Tagebuch

Neue Wohlfahrt: Was wäre, wenn wir nochmal ganz neu anfangen könnten?

Wenn man (oder frau) alle Tradition, alles bisher Bekannte & Vertraute einfach über Bord werfen würde und nochmal ganz neu anfangen könnte, was würde dann geschehen?

Ein wenig geht es uns doch gerade so nach den Lock & Shut Downs. Wir philosophieren und reflektieren darüber, was uns diese (ungewollte) Auszeit gebracht hat.

  • Was haben wir gelernt?
  • Auf was wollen wir für immer verzichten?
  • Was ist eigentlich das Wesentliche?

Gestrandet. Auf der grünen Wiese.

Auch mir persönlich geht es so. Eben noch mitten in den Ballungsräumen finde ich mich mit Beginn der Lockerungen in der Pandemie auf der grünen Wiese in den schönen Landschaften Schleswig-Holsteins wieder und darf nochmal ganz neu anfangen. Und zwar mit allem: wohnen, leben, arbeiten.

Als wir beim letzten #SozialCamp über die Grüne Wiese diskutiert haben, wusste ich noch nicht, dass sie mir bald so ganz real begegnen würde.

Dazu passt, dass wir letztlich, ohne es zunächst beabsichtigt zu haben, auf der Insel Fehmarn beheimatet sind, einer Insel, die wir vorher nicht kannten und die uns durch ihre unberührte Natur und ihre gigantische Landwirtschaft fasziniert.

Auch der Maler Ernst Ludwig Kirchner war von dem einfachen und sinnlichen Leben auf Fehmarn angezogen und schuf im Zeitraum von 1908 bis 1914 mehr als 120 Ölbilder. Bezeichnend ist, dass Kirchner zur Lebensreformbewegung gehörte, ein Oberbegriff, der für verschiedene soziale Reformbewegungen steht, die sich gegen Industrialisierung, Materialismus und Urbanisierung wandten.

Bezeichnend deswegen, weil dieses Umdenken auch dem Leben mit Corona gut täte. Das Soziale ist ohne das Nachhaltige, ohne Natur- und Umweltschutz, das Ökonomische ohne das Ökologische, nicht mehr zu denken. Hier auf Fehmarn, wo die Windräder leise surren und gleichzeitig ungeachtet jeglichen Artenschutzes durch den Bau des Fehmarnbelttunnels nach Dänemark ganze Wasserlebenswelten zerstört werden sollen, eröffnen sich die Zusammenhänge ganz unmittelbar.

Was ist wirklich wesentlich in Kirche, Gesellschaft, Caritas, Wohlfahrt? Eine Frage, die mich immer mehr beschäftigt. Nah an der Natur beim Hahnenschrei erwachend, in die Sonne blinzelnd, den Blick über die weiten Kornfelder streifend, in der kristallklaren Ostsee schwimmend Kirchner nur zu gut verstehend, der hier ähnlich glücklich gewesen und sich frei gefühlt haben muss.

Wohlfahrt neu denken.

Wo stehen wir nach dem Lock down mit Kirche, Caritas & co.? Wo stehen wir hier in Schleswig-Holstein? Wir stehen vor wenig. Es ist nicht nichts. Aber es ist wenig.

Es liegt nicht nur daran, dass die Caritas hier im Norden ein kleiner Player ist. Es liegt daran, dass das Geld knapp ist und durch die Coronakrise noch knapper geworden ist. Und es liegt daran, dass noch unklar ist, ob wir auf die aktuellen Zeiten die richtigen Antworten haben.

Und darin besteht gleichzeitig auch die Chance.

Der kleine katholische Campus in Kiel im Krusenrotter Weg mit der Liebfrauenkirche, dem Haus Damiano, einer franziskanischen Weggemeinschaft, dem katholischen Büro, der katholischen Jugend und dem Caritasverband eingebettet in einen hübschen Park mit sehr alten Bäumen und einem großen Teich scheint eine kleine Welt für sich.

Hier wie auch an den örtlichen Caritasstandorten im Land wirft der Lock down die Frage auf, was braucht es eigentlich (noch) an Wohlfahrt in der heutigen Gesellschaft gerade auch mit der aktuellen Pandemieerfahrung.

Was ist zu tun?

Ich bin ohne Agenda nach Kiel gekommen. Ohne Vision. Ich wollte offen sein für alles Neue. Ich wollte mich neu einfädeln in das Bestehende.

Wie gehe ich vor? In meinen ersten knappen vier Wochen erkunde ich im wahrsten Sinne des Wortes die Umgebung. Ich habe die Menschen um mich herum, das Team, die Einrichtungen und unsere Caritasstandorte, gefragt:

  • Was war bislang gut?
  • Was ist reformbedürftig?
  • Was macht die Caritas in Schleswig-Holstein aus?
  • Was braucht sie?
  • Was brauchen die Regionen?

Ich habe gelernt, unser Portfolio besteht aus:

  • Pflege (ambulant und stationär)
  • Kurkliniken
  • einem differenzierten Beratungsangebot bis hin zur Onlineberatung
  • Kitas, Jugendhilfe (stationär) und Eingliederungshilfe (stationär)
  • Fachverbände

Die Caritas im Norden ist Einrichtungsträger, Gesellschafter und Mitgliederverband.

Ich bin jetzt knapp vier Wochen da und habe viele Informationen gesammelt. Ich habe eine Reihe von Einrichtungen besucht, mit vielen Menschen gesprochen, mir ein Bild gemacht, erste Entscheidungen getroffen, die Finanzen studiert.

Konsequent von der Praxis her denken.

Haben die alten Gründer und Gründerinnen der Wohlfahrt am Reißbrett gestanden und die Praxis geplant? Ganz klar: nein! Die Initiativen, Projekte, Vereine entstanden, um Not in ihrer unmittelbare Umgebung zu lindern. Sie entstanden, weil ein Bedarf da war und, weil ein paar Engagierte, häufig Ehrenamtliche, sich zusammen taten, um den Bedarf zu decken. Das Netzwerk vor Ort ist entscheidend. Der Bügermeister, der Kommunalpolitiker, der Unternehmer, der Pastor (oder die Bürgermeisterin, Politikerin, Unternehmerin, Pastorin … )

Was ist der Bedarf in Schleswig-Holstein? Die aktuelle Kinderarmutsstudie der Bertelsmannstiftung hat gerade ein paar alarmierende Zahlen veröffentlicht.

Demnach liegt die Quote in manchen Ballungsräumen doppelt so hoch als der Landesdurchschnitt. Der Bedarf ist also da.

Not sehen und handeln, was tun und was nicht lassen?

Die Antwort ist: wir müssen konsequent von der Praxis her denken. Was braucht die Praxis, damit sie gut arbeiten kann. Was müssen andere Ebenen bereit halten und was auch nicht?

Es ist wieder wie zu den Gründerzeiten der Verbände: Die Aufgabe wird sein, der örtlichen Praxis den bestmöglichen Rahmen zu schaffen und auf der höheren Ebene exakt die Dienstleistungen bereit zu halten, die sie benötigen. Für alles andere ist kein Geld da.

Veröffentlicht in Führung

Wie das Bundesteilhabegesetz und der digitale Wandel die soziale Arbeit gerade auf den Kopf stellen.

Die Grundsätze der UN-Behindertenrechtskonvention, die 2008 beschlossen wurden, setzen eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung voraus.

Um die in der Konvention beschlossenen Grundsätze in Deutschland umzusetzen, hat die Bundesregierung am 29.12.2016 das Bundesteilhabegesetz beschlossen. Das Ausführungsgesetz in NRW wurde am 11. Juli 2018 verabschiedet.

Im gleichen Zeitraum, seit der Einführung des ersten Smartphones im Januar 2007, halten neue Technologien beschleunigt Einzug in unseren Alltag und damit in die soziale Arbeit insgesamt, sei es, dass sie von Klient/innen genutzt werden oder, dass sie die Arbeit erleichtern, unterstützen, verändern.

Angebote reichen von Sensoren in Wohngemeinschaften für an Demenz erkrankte Menschen bis hin zu Online- und Chatberatungsangeboten im Netz.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Im Mittelpunkt steht der Mensch, aber anders.

Die UN-Behindertenrechtskonvention und in ihrer Umsetzung das Bundesteilhabegesetz stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Das, so werden viele jetzt behaupten, hat die soziale Arbeit doch schon immer getan.

Ja, aber anders.

Bisher ist die Behindertenhilfe wie die soziale Arbeit insgesamt noch stark von einem Fürsorgegedanken geprägt. Diese Grundhaltung ist auch die Motivation für viele Studierende der sozialen Arbeit. Das ändert sich gerade.

Im Mittelpunkt steht fortan nachwievor der Mensch. Aber anders. Als Anwender, Nutzer, Kunde der sozialen Arbeit.

Diese Blickrichtung wurde bereits Mitte der 2000er im Zuge der Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik versucht. Angelehnt an die englische JobCenterphilosophie und den damit verbundenen Dienstleistungsgedanken wurde erstmalig ein Kundenbegriff in der sozialen Arbeit eingeführt, der in Deutschland kläglich gescheitert ist.

Weder die öffentliche Hand noch die Träger der sozialen Arbeit waren bereit, der neuen Philosophie in ihrer ganzen Tragweite zu folgen.

Die Methoden der digitalen Transformation wie beispielsweise  Scrum stellen ebenfalls den Anwender und damit den Menschen in den Mittelpunkt.

Diesmal muss uns der Wandel gelingen.

Was Führungskräfte können müssen.

Sowohl die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes als auch die Anforderungen des digitalen Wandels lösen Irritationen bis hin zu Ängsten bei Führungskräften auf allen Ebenen aus. Denn es ist nicht im Detail genau vorhersehbar, was zukünftig an Anforderungen zu erfüllen ist und welche Veränderungen genau bevorstehen.

Gerade aber die Behindertenhilfe wie einige andere Felder der sozialen Arbeit gleichermaßen hatte bisher die komfortable Ausgangssituation, dass die Systeme geordnet, die Finanzierungsströme geregelt und die Abläufe hierarchisch sortiert waren.

Veränderungen zu managen, bedeutet vor allem diejenigen mitzunehmen, die es betrifft. Das ist kein leichtes Unterfangen, weil weder die Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes noch die Auswirkungen des digitalen Wandels in Gänze zu überblicken sind.

Hinzu kommt, dass auch die Führungskräfte betroffen sind, das heißt, sie müssen die Notwendigkeit der Organisations- und Kulturveränderung nicht nur erkennen, sondern selbst reflektiert auch auf sich anwenden, umsetzen und ihre Mitarbeitenden dabei unterstützen, den Organisations- und Kulturwandel zu meistern.

Aktuell konzentrieren sich viele Führungskräfte noch auf die technischen und technologischen Lösungen wie im Bundesteilhabegesetz die neue Finanzierungssystematik und die damit verbundene Förderplanung, Fördergewährung und Fördererfüllung. Im Kontext des digitalen Wandels prüfen sie effiziente Softwarelösungen und Hardwaremodelle.

Die Veränderungen werden tiefgreifend sein und Neuerungen auf allen Ebenen bedeuten.

Das Anforderungsprofil an die Führungskräfte ist daher:

  • Bereitschaft zu Organisations- und Kulturveränderung
  • Transparenz
  • Agilität und Flexibilität
  • Veränderungsfähigkeit
  • offen für Innovationen
  • Veränderungsprozesse managen
  • Menschen mitnehmen
  • gute Kommunikationsfähigkeit
  • Fähigkeit zur Selbstreflexion

Wohlfahrt muss sich neu erfinden.

Das Bundesteihabegesetz bietet aufgrund seiner deutlich besseren Ausstattung hier die Möglichkeit ein echter Vorreiter in Sachen neue Wohlfahrt zu leisten. Der technologische Wandel wird keine Rücksicht auf Veränderungsresistenz legen. Organisationen, die nicht fähig sind, den Wandel zu managen, werden zukünftig keine Abnehmer/innen mehr haben und vom Markt verschwinden. Neue Organisationsformen und -typen werden an ihre Stelle treten.

  • Entsäult statt versäult
  • Offene Strukturen
  • Synergien zwischen den Geschäftsbereichen
  • Experimentierräume
  • flache Hierarchien
  • Neue Kooperationen
  • Social Entrepreneure

Auch und gerade die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege sind von diesen Veränderungen betroffen, denn ihre Aufgabe ist es, die Veränderungsprozesse ihrer Mitglieder zu begleiten und auch selbst in einer ähnlich agilen und flexiblen Weise den Wandel zu gestalten.

Beide Entwicklungen bedeuten einen Paradigmenwechsel für die soziale Arbeit. Das hat Auswirkungen auf Organisations- und Personalentwicklungskonzepte, auf Führungs- und Hierarchiefragen sowie auf Organisationsstrukturen, -prozesse und -kulturen.

Letztlich werden die Notwendigkeiten der Veränderung Wohlfahrt transformieren und neue Organisationstypen schaffen, die neue Qualifikationen und Kompetenzen der Fach- und Führungskräfte erfordern.

Zum Weiterlesen:

BTHG und Führung: Die Mitarbeitenden qualifizieren, die Organisation entwickeln

Digitale Transformation 

Veröffentlicht in New Work

Vernetzte Gesellschaft: Lobbyarbeit digital.

Interessenverbände stehen wie alle anderen Organisationen vor großen Herausforderungen, wenn sie sich dem digitalen Wandel stellen wollen.

Alle Arbeitsbereiche sind davon betroffen. Die Praxis erreicht ihre Klienten mittlerweile besser über das Internet als über klassisches Streetwork und bietet Chatberatung für Schwangere, mobile Straßenzeitungen oder Fachkräfteportale für Pflegeberufe an.

Aber auch und besonders die Spitzenverbände sind gefordert, nicht nur Vorreiter/innen zu sein, sondern auch ihre Kernarbeit zu verändern.

Zu den Kernaufgaben von Spitzenverbänden gehören: Information und Beratung ihrer Mitglieder, Fördermittelakquise und Fundraising, Fort- und Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit und in erster Linie sozialpolitische Interessenvertretung.

Paradigmenwechsel.

Und genau hier, in der sozialpolitischen Interessenvertretung, zeichnet sich gerade ein Paradigmenwechsel ab.

Sozialpolitische Interessenvertretung geschieht in Verbänden seit ihrer Entstehung in Gremien. Analog den Strukturen, die wir auch aus der Politik kennen, stimmen sich Menschen in Landes- und Bundesarbeitsgemeinschaften ab und bearbeiten in aufwändigen Prozessen wichtige Positionen.

Die Schnelllebigkeit der Zeit bewirkt gleichzeitig, das macht uns die Politik vor, dass politische Entscheidungsprozesse mittlerweile auch auf anderen Kanälen zustande kommen.

Die amerikanischen Wahlkämpfe belegen das mit guten und schlechten Beispielen wie Wahlkämpfe überhaupt. Aber nicht nur das. Auch Koalitionsverhandlungen und Gesetzgebungsverfahren finden mittlerweile im Internet statt.

Beispiel Kinder- und Jugendhilfereform.

Im Jahr 2016 stand eine große Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (Sozialgesetzbuch VIII) auf der politischen Agenda, die sogenannte „große Lösung“, die darauf abzielte, dass Kinder und Jugendliche mit körperlicher und geistiger Behinderung in das Sozialgesetzbuch VIII aufgenommen werden. Endlich eine Gleichbehandlung aller Kinder und Jugendlicher! Dafür waren wir auch als Verbände der Freien Wohlfahrtspflege. Aber nicht zu den Rahmenbedingungen, die damals politisch gewollt waren.

Das Gesetzgebungsverfahren rollte interessanterweise auch gar nicht im klassischen Sinne an, heißt, es gab keinen „Referentenentwurf“, der dann wie immer, den Interessenverbänden hätte vorgelegt werden müssen. Es gab ein Diskussionspapier. Hört sich unverfänglich an. Manche Vertreter/innen von Wohlfahrtsverbänden verweisen daher darauf, dass sie warten würden, bis der Referentenentwurf da wäre.

Zu befürchten war, dass das Gesetz in einem Eilverfahren durchgesetzt würde, damit es noch in der aktuellen Legislaturperiode als Ergebnis gewertet würde. Solche Schnellschüsse vergleichbar der Arbeitsmarktreform im Jahr 2002, die unmittelbar vor Weihnachten am 23.12. durch den Bundestag eilte und im Nachgang erhebliche Mängel zeigte, sollten vermieden werden.

Daher hatte sich im Netz eine Gruppe gefunden, die sich zügig zu den SGB VIII Reformen ausgetauscht hatte – ich hatte u.a. über die Knackpunkte des Vorhabens gebloggt – und wir haben mit darauf hin gewirkt, dass noch vor dem möglichen Referentenentwurf eine Einladung an die Interessenverbände ins Ministerium erfolgte und das Gesetz in der Tragweite, die befürchtet wurde, verhinderte.

Ein aktuelles Beispiel ist das Bundesteilhabegesetz:

Lobbyarbeit 4.0.

Wie sieht sie denn dann nun aus, die Lobbyarbeit 4.0? Sind die alten Gremien vollständig out? Nein, sind sie nicht. Sie sind neben einer Reihe anderer Maßnahmen wertvolle Instrumente.

Aber die Meinungsbildung hat sich verändert. Auch in der klassischen Verbandsarbeit finden und fanden, genau wie in jeder Politik, Seitengespräche statt, die Meinungsbildungen befördern. Diese Meinungsbildungsprozesse finden mittlerweile auch im Internet statt und es ist hier sehr viel schneller möglich, sich mit Entscheidungsträgern zu vernetzen. Ganz unkompliziert diskutieren hier Expert/innen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft miteinander und fördern damit auch Prozesse.

Arbeiten 4.0.

Mobiles Arbeiten verlangt andere Abstimmungsformen. Eine neue Zeitsouveränität ist gefragt. Für Führungskräfte ist in Bezug auf Ihre Mitarbeitende die Stärkung von Netzwerk- und Dialogkompetenz und Ermutigung statt Kontrolle angesagt.

Quelle: Telekom

Twitter.

Nicht nur der amerikanische Wahlkampf auch die deutschen Politiker/innen wissen mittlerweile um die Bedeutung von Twitter, wenn es um Kommunikation, Austausch von Papieren aus Koalitionsverhandlungen und Meinungsbildung geht. Aber nicht nur die Politik – unterm Strich tummeln sich die deutschen Intellektuellen aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft in diesem Netzwerk, weil es in Bezug auf Themen, Wissensmanagement und Kommunikation deutlich bessere Voraussetzungen als andere Netzwerke bietet und damit auch gerne für die Pressearbeit und den Fernsehjounrnalismus genutzt wird. Häufig heißt es ja in den Nachrichten mittlerweile: XY hat getwittert.., Facebookposts werden dagegen eher in Promimagazinen gezeigt.

Da ich selbst eine Weile gebraucht habe, das Netzwerk zu ergründen, habe ich meine Erfahrungen in einer Anleitung für Twitter aufgeschrieben.

Wissensmanagement.

Während wir gefühlt gerade unser Ablagesystem in Papierform in unsere EDV-Ablage umorganisieren, ohne dabei wesentliche innovative Strukturen zu entwickeln, erfordert Lobbyarbeit 4.0 ganz neue Wege des Wissensmangagement.

Ich organisiere meine Dateien mittlerweile hauptsächlich über E-Mails und Clouds. Das geht nicht in allen Arbeitsbereichen. Aber je mobiler wir werden, umso notwendiger ist es.

So sehr ich die Tageszeitung aus Papier immer noch liebe, benutze ich sie nicht mehr, weil ihre Information weit hinter den Aktualitäten her hinkt. Ich organisiere Onlineartikel über einen RSS Reader, aus denen heraus ich auch sofort twittern kann. Und Twitter selbst ist eine wesentliche Informationsquelle. Besonders die Hashtags bieten gute Sortierungsmöglichkeiten und neue Quellen und Expert/innen, denen ich folge.

Vernetzung & Kommunikation.

Was eigentlich genau bedeutet Vernetzung? Vernetzung ist so alt wie die Verbandsarbeit selbst und noch viel älter. Freundschaften, Seilschaften und Interessengruppen gab es schon immer. Von daher gilt das auch für digitale Netzwerke.

Ungewohnt für unsere deutsche Mentalität ist der öffentliche Diskurs. Hier ist gute Kommunikation und ein Stück Medienkompetenz erforderlich. Als Kompetenzprofil der Verbandsarbeit zukünftig nicht mehr weg zu denken.

Die digitale und analoge Vernetzung greift ineinander. Das digital soziale Netzwerk ist mittlerweile eine Art Adrema. Begegnungen und Kontakte mit denen ich auch über Netzwerke beständig in Verbindung sein kann, sind mental eher präsent als andere.

Agile Organisation.

Befasst man sich mit den Megatrends einer zukünftigen Organisationskultur, so gibt es Szenarien, die von der Peer-to-Peer Arbeit statt Hierarchiearbeit bis hin zu Auflösungen von Organisationsstrukturen denken. Klar ist, dass sich die Organisationsstruktur der neuen Arbeitskultur anpassen muss. Für eine gelingende Lobbyarbeit 4.0 bedeutet das eine Qualifizierung der Informations- und Kommunikationsarbeit quer durch die Organisation.

Unterm Strich.

Menschen, die sich überwiegend ausserhalb der digitalen sozialen Netzwerke bewegen, verpassen die Chance einer modernen digital sozialen Lobbyarbeit, die nicht nur den Vorteil hat, wirkungsvoll Meinungsbildungsprozesse mitgestalten zu können, sondern auch den damit einhergehenden Modernisierungsbedarf für ihre Organisationen zu erkennen.

Lobbyarbeit 4.0 bedeutet einen Kulturbruch mit der bisherigen klassischen Verbändearbeit und einen Paradigmenwechsel für die Zukunft der Arbeit von Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege.

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Veröffentlicht in New Work

Ein Blick in die Zukunft: Verbandsarbeit 2020.

tricornsIn den Anfängen war es eine kleine Community, die sich in den sozialen Netzwerken tummelte. Alle waren von einer Art Goldfieber gepackt. Neugierde und Abenteuerlust, die neue Welt zu entdecken, überflügelten Hierarchien und Barrieren. Die Pioniere ließen sich von denen draußen nicht aufhalten, denn einmal dabei, witterten sie die Chancen, die in den neuen Kommunikationsformen lagen. Es wurde geliket, gescherzt, kommentiert, diskutiert, gelacht. Allmählich kehren die Akteur/innen nun zur gewohnten professionellen Tagesordnung zurück. Die Profile werden profilierter. Die sozialen Medien vielfältiger. Der Einzelne überlegt gezielter, wo er oder sie etwas veröffentlicht.

Die Pionierphase ist abgeschlossen. Die Grenzen von Facebook sind erreicht. Und war ich früher von google+ wegen seiner vermeintlichen Rückständigkeit gelangweilt, weiß ich es heute wegen seiner eher nüchternen Sachlichkeit mehr zu schätzen.

Und dennoch weigere ich mich vor Festlegungen. Denn die sozialen Medien sind in Bewegung. Was heute hipp ist, kann morgen out sein oder anderen Zwecken dienen. Aktuell gefällt mir neben Twitter Instagram am besten. Warum? Instagram verkörpert eine leichte, moderne Art der Kommunikation, die durch die Beschränkung auf eine einziges Bild doch einen starken Ausdruck haben kann. Ähnlich wie Twitter. Du hast nur 140 Zeichen. Genial! Kampagnenfähig. Und profiliert.

Eine wirkliche Zukunft schreibe ich dem Blog zu. In den USA hat es normale Zeitungen längst abgelöst. Und wenn Zeitung, dann bitte im Blogstil, wofür die Huffington Post ein gutes Beispiel ist.

Wohin also geht es für uns Non-Profits? Insbesondere für die Verbändearbeit?

Wissensarbeit.

“Wissensarbeiter arbeiten zumeist problembezogen. Sie finden neuartige Lösungen für bekannte Probleme und/oder behandeln bislang unbekannte Fragestellungen. Dafür benötigen sie eine erhöhte Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen. Es kann aber durchaus auch bei Wissensarbeit der Fall eintreten, dass ein Problem als solches noch gar nicht erkannt oder definiert wäre. Gerade in kreativen und explorativen Bereichen wird der Problemraum erst durch die Arbeit erschlossen.“ Manfred Kofranek

Zum Weiterlesen:  Blog Wissensarbeiter .

Im Rahmen einer Blogparade ist ein lesenswertes eBook zu den notwendigen Rahmenbedingungen von Wissensarbeit entstanden.

 

Interessenvertretung 2.0

Die Aufgabe von Verbänden ist es, ihren Mitglieder  für ihre Arbeit nützliche Trends und Informationen aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Dafür gibt es landläufige (elektronische) Infodienste, Printmedien und Webseiten. Zieht man die neuen Medien hinzu, ist das Potential bei Weitem noch nicht ausgeschöpft, denn die traditionellen Dienste sind a) bereits zu langsam und b) in den seltensten Fällen interaktiv. Das Web 2.0 aber ist interaktiv. Der Nutzer ist es gewohnt, zu teilen, zu verlinken, Politikern und Kirchenvertreter/innen bis hin zum Papst zu folgen und ist so teilweise näher am Geschehen dran als wir. Ausserdem: Allgemeine Informationen sind gar nicht so interessant. Viel interessanter ist, was geschieht im Prozess? Im politischen Prozess? Wo ist die Diskussion um ein Gesetz gerade? Wo kann man und frau noch mit diskutieren? Sich einmischen? Die Auswirkungen auf die Praxis als Kommentar beschreiben?

Es braucht eloquente Akteur/innen, die in den neuen Medien unterwegs sind, informieren, diskutieren, sich einmischen, mit Politikern twittern, Infos zeitnah weitergeben, in Gruppen (Xing, Facebook, google+) Themen wiedergeben und diskutieren, Blogs schreiben und Kampagnen auf Instagram begleiten.

Online-Beratung.

Die konzeptionelle Beratung spielt eine Rolle. Wie werden Beratungsdienste finanziert? Welche Professionen brauchen die Beschäftigten? Wie muss die Einrichtung räumlich gestaltet sein etc. Soweit so gut. Jedoch, die Klienten finden ihre Wege, je jünger sie sind, umso weniger durch eine reale Aufsuchstruktur, sie werden auch nicht lange im Internet recherchieren, sie finden sie durch Empfehlung oder, weil sie dort sind, wo sie selbst auch sind. In der virtuellen Welt. Was steht also an Aufgabe an?

Auf- und Ausbau der Onlineberatung, Auf- und Ausbau der Chatangebote, Entwicklung von Kampagnen zur Werbung für die Angebote in den verschiedenen Netzwerken, Nutzung unterschiedlichster Kanäle zur Verbreitung der Angebote, Schulung von Peergroups, die direkt mit den Nutzern in Kontakt treten können.

eLearning & EdTech

Die Fort- und Weiterbildung ist ein Kerngeschäft der Verbändearbeit. Wo geht es mit ihr hin? Begriffe wie Blended Learning und eLearning weisen den Weg. Menschen sind mobil. Unterwegs. Universitäten, Bibliotheken, Blogger richten sich darauf ein. Es ist gar nicht mehr unbedingt die Institution selbst, das Gebäude, in dem Bildung stattfindet. Es ist die Kompetenz, die zählt. Und das passgenauen Medium: eBook, der online-Kurs, das Lerntool, das Klassenzimmer via Skype. Lern- und Arbeitsräume werden vielfältiger. Flexibler. Können drinnen und draußen sein.

Fundraising via Internet.

Soziales Netzwerken gehört (bald) so selbstverständlich zu unseren Kommunikationsformen wie Telefonieren, Briefe schreiben und eMailen. Medienkompetentes Verhalten wird zu einer Kernkompetenz und sollte in jedem kleineren oder größeren Team vorhanden sein.

Fundraisern ist dies schon seit längerem bewusst. Fundraising, eine Aufgabe, die älter als ihr Name ist, ist ohnehin nicht ohne Medien ausgekommen. 

Ob es die Aquise von Stiftungsmitteln, die Beantragung von EU-Geldern oder Corporate Social Responsibility ist, eine Sensibilität für Öffentlichkeitsarbeit, soziales Netzwerken und gute Verbindungen spielen hier eine wichtige Rolle. Also, die Aktivitäten, die sich durch das soziale Vernetzen beschleunigen und verbessern lassen. 

Social Recruiting.

Die Not in Deutschland wird größer, das zeigt die Arbeit in unseren Diensten und Einrichtungen tagtäglich. Der 14. Kinder- und Jugendbericht wies nach, dass ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter schlechten Rahmenbedingungen heranwachsen. Keine ausreichende Bildung. Sozial schwierige Verhältnisse.

Gleichzeitig wird bis Mitte 2025  die Zahl der jungen Heranwachsenden, die dann unsere zukünftigen Mitarbeitenden sein werden, drastisch weniger werden.

Die Zahl der Interessierten für den Sozial- und Gesundheitssektor müsste sich verdoppeln, wollten wir genug Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Diensten und Einrichtungen haben.

Was also tun? Dort unterwegs sein, wo sich junge Menschen aufhalten. Online. Und zwar mit Menschen, die diese Altersgruppe verstehen und anzusprechen wissen. Ein gutes Beispiel hierfür sind Young Caritas Deutschland und Soziale Berufe kann nicht jede/r.

Zum Weiterlesen: Social Media Recruiting Studie 2015.

Trendscouting.

Wohin geht es in Zukunft? Da bieten die sozialen Medien tagtäglich eine Fülle an Informationen. Hier die Nase in die Luft zu halten, zu wittern, was angesagt sein wird, zu prüfen, ob es ein Weg ist, der einzuschlagen ist, ist mit eine zentrale Aufgabe.

Die traditionellen Verbändeaufgaben gehen online. Die erforderlichen Kompetenzen ändern sich. 

Karrierebibel nennt 8 Eigenschaften, die Mitarbeitende im Jahr 2020 haben müssen. Heißt also jetzt schulen, weiterbilden, fündig werden. Denn die Zukunft beginnt heute.

 

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