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Warum Twitter so wertvoll für die soziale Arbeit ist.

Vor ein paar Monaten haben wir auf Instagram das Projekt Caritasjobs gestartet.

Das soziale Netzwerk Instagram arbeitet hauptsächlich mit Fotos und neuerdings auch ähnlich wie Snapchat mit Videos.

Fotos und Videos, das zeigen die neusten Social Media Trends , erreichen die meisten Nutzer und insbesondere junge Menschen fühlen sich durch sie angesprochen.

Dabei geht es weniger darum, Stellenanzeigen zu posten, als vielmehr aus dem Berufsalltag zu berichten und zu vermitteln wie es sich anfühlt, wenn man bei der Caritas arbeitet.

Mir gefallen persönliche Kleinigkeiten am Arbeitsplatz! #sozialearbeit #Arbeiten #Arbeitsplatz #caritas #caritasjobs

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Die Unterhaltsamkeit weckt die Kreativität und macht Freude. Wir arbeiten in einem kleinen Team von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, das in unterschiedlichen Einrichtungen unterwegs ist. Jedes Teammitglied hat einen festen Tag, an dem er oder sie fotografiert und filmt.

Wenn die Technik funktioniert, lässt sich die Arbeit fast nebenbei erledigen. Ein neues Smartphone mit guter Kamera sollte es schon sein.

Twitter

Bei unserem letzten Meeting haben wir festgestellt, dass es Sinn macht, ein weiteres digitales Netzwerk mit ein zu beziehen, damit wir auch konkrete Stellenanzeigen verlinken können, was in Instagram nicht möglich ist.

Wir haben uns für Twitter entschieden, weil sich hier viele User aus dem Kontext soziale Arbeit tummeln. Was mich gleichzeitig zu der Frage geführt hat, warum Twitter für die soziale Arbeit so wertvoll ist.

Aber wie funktioniert Twitter eigentlich genau und wie lässt es sich sinnvoll einsetzen?

… für Anfänger

1. Registrieren

Wie bei allen Netzwerken besteht der erste Schritt darin, dass man sich anmeldet.

Also: Mailadresse, Nutzernamen und Passwort eingeben. Der Nutzername will gut gewählt sein, damit jede/r sogleich versteht, worum es geht. Zum Beispiel Caritasjobs.

2. Bio einrichten

Das Kürzel Bio steht für Biographie und meint eine Kurzbeschreibung des Profils. Dazu gehört das Profilfoto, ein Hintergrundbild und die Verlinkung zur Webseite.

Es können Hashtags auf spezielle Themen hinweisen, die die Auffindbarkeit deutlich erleichtern.

3. Folgen

Twitter lebt wie andere Netzwerke von der Kommunikation und der Interaktion. Hier kommt es besonders darauf an, nicht im eigenen Dunstkreis zu verharren, sondern Kontakte auszumachen, mit denen sich eine thematische Vernetzung lohnt.

4. Teilen

Twitter ist dafür bekannt, dass es die 140 Zeichen Begrenzung eingebaut hat, was viele abschreckt. Es ist wirklich nicht ganz einfach in 140 Zeichen auf den Punkt zu bringen, was gesagt werden soll.

Es ist jedoch nicht zwingend nötig eigene Inhalte zu produzieren, sondern gerade auf Twitter lassen sich besonders gut auch Links teilen. Sogar direkt vom Web aus. Vom Smartphone oder Tablet aus gibt es häufig eine Weiterleitungsfunktion nicht nur per mail, sondern auch per Twitter oder in andere soziale Netzwerke.

Das Teilen anderer Tweets gehört bei Twitter mehr als bei allen anderen sozialen Netzwerken zur Essenz. Es heißt bei Twitter „retweet“ und wird über die Funktion unter dem Tweet neben dem Herzchen/Stern bedient.

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5. Liken

Was dem einen die Herzen sind, sind den anderen die Sterne. Unterschiedliche Twitter Apps bieten da verschiedene Varianten an.

Seit den Anfängen von Facebook wird die Funktion des Likens kontrovers diskutiert. Es gibt dem Nutzer aber wertvolle Hinweise, ob eine Information brauchbar ist oder nicht, daher bitte beherzt mittun.

6. Hashtags

Ein Markenzeichen von Twitter sind die hashtags, die dadurch entstehen, dass man die Raute vor ein Stichwort setzt. Darüber ist es möglich alle Informationen zu einem Thema  zu sammeln, z.B. #sozialeArbeit oder #Flüchtlinge.

Die Hashtags setzen sich zwar auch langsam in anderen Netzwerken durch, sie machen aber gerade Twitter zu einem hervorragenden Instrument des Wissensmanagements, da hier eine Fülle von unterschiedlichen Texten, Links, Studien u.ä. zum Thema recherchiert werden kann.

Ein Beispiel ist aktuell der hashtag #SGBVIII, der Informationen und Aktionen zur SGB VIII Novelle bündelt.

…. für Fortgeschrittene

1. Listen anlegen (öffentlich & privat)

Twitter erlaubt das Anlegen von Listen. Zu welchem Thema ich die Liste anlege, bleibt mir selbst überlassen. Der Liste kann ich Nutzern, denen ich folge, hinzufügen.

Ich muss den Nutzern gar nicht offiziell folgen, wenn ich sie der Liste hinzugefügt habe, lese ich ihre Tweets, wenn ich die Liste öffne. Listen lassen sich öffentlich oder privat anlegen. Die öffentlichen Listen sind von anderen einsehbar und sie könnten sie auch abonnieren.

Die Listen sind neben den hashtags eine zweite gute Möglichkeit Themen zu sortieren und sind im Unterschied zu Facebook, das diese Funktion vor einiger Zeit auch nachgerüstet hat, deutlich übersichtlicher.

2. Zitieren

Wenn ich den Tweet eines anderen Nutzers retweete, habe ich die Wahl zwischen reinem Retweet und dem Hinzufügen eines Kommentars. Der Kommentar ermöglicht mir die Ergänzung von Bewertungen oder einem hashtag, z.B. #sozialeArbeit, damit andere das Thema leichter finden können.

3. Diskutieren

Die digitalen Medien leben wie andere sozialen Netzwerke von Beteiligung. Gerade Twitter lebt von der Interaktion und vom Diskurs, der ja auch ein Garant für die Qualität der sozialen Arbeit ist..

4. Gemeinsamer Account

Organisationen arbeiten häufig mit mehreren Personen unter einem Profil wie wir das mit Caritasjobs auch machen. Ich empfehle mit Kürzeln vor dem Tweet zu arbeiten, damit man erkennt, wer gerade kommuniziert.

Digitale Medien leben von der persönlichen Kommunikation. Es kann nicht oft genug gesagt werden.

5. Mehrere Profile benutzen

Jedes Profil hat eine eigene Mail-Adresse. Wer mehrere Mailadressen nutzt, kann auch mehrere Profile anlegen. In der App lässt sich im Unterschied zum Browser einfach zwischen den verschiedenen Profilen hin und her wechseln, wenn sie einmal angelegt sind.

6. Tweets in den Blog integrieren

Wer einen WordPress – Blog nutzt, die software ist auf wordpress.com kostenlos, kann mit Hilfe eines Widgets Tweets in den Seitenrand integrieren. Es werden automatisch die letzten Tweets angezeigt.

7. Gruppenarbeit

Ähnlich wie bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken gibt es bei Twitter die Möglichkeit, Direktnachrichten zu schreiben. Wenn man verschiedene User gleichzeitig anschreibt, bildet sich ein Gruppenchat.

8. Statistiken

Jeder Tweet hält eine Statistik bereit, der durch ein Diagramm kenntlich gemacht ist. Die Statistik gibt Aufschluss darüber, wie häufig der Tweet angeschaut wurde, ob und welche Art von Interaktionen es gab. Neben den Herzchen/Sternen ist das eine weitere Evaluationsmöglichkeit.

9. Storify

Manche Events bieten so viel Stoff, dass es sich lohnt, live zu twittern. Dann kommen unter einem hashtag viele Informationen zusammen. Wer sie bündeln und sortieren will, kann Storify benutzen.

 

10. Stammtisch

Ein Stammtisch auf Twitter scheint mir noch Seltenheitswert zu haben. Beim Stammtisch twittern User 1x wöchentlich zu einer bestimmten Uhrzeit eine Stunde lang zu einem bestimmten Thema. Strukturiert wird das Thema durch 5 – 6 Fragen. F plus Nummer wird der Frage vorangestellt, so dass der User weiß, um welche Frage es sich handelt. Mit A plus Nummer wird geantwortet.

Ich kenne bisher zwei: #RN8 (Reisenacht) montags zwischen 20 Uhr & 21 Uhr und für die soziale Arbeit interessanter der #EdchatDE (Education Chat Deutschland) dienstags zwischen 20 Uhr & 21 Uhr.

Sie werden beide gut vorbereitet und moderiert, das macht ihre Qualität aus.

Ich hätte Lust, einen Stammtisch zur sozialen Arbeit einzurichten, wenn sich ein Team aus 5 – 6 Leuten findet, das mitmachen will. Ich denke, ich werde beim BarCamp soziale Arbeit hierzu eine Session anbieten.

Mein Fazit: Es geht um gute Inhalte, wertvolle Informationen & Interaktion, reines Marketing ist absolutes NoGo auf Twitter. Auch eine Standardweiterleitung von Facebook. Nichts ist so ermüdend wie 10 Tweets hintereinander mit der Aussage: „Ich habe ein Foto auf Facebook gepostet.“

Twitter wird so samt der hashtags und unterschiedlichsten User aus Wissenschaft, Politik und Praktikern zu einem Fundus an relevanten Informationen.

Jetzt Du! Was gefällt Dir an Twitter? Was nicht? Was fehlt hier im Beitrag? Schreibt Eure Meinung gleich unten in die Kommentare!

 

 

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Warum Bürgermedien so wichtig sind. #BIG16

Unter strahlend blauem Himmel türmt sich die futuristische Architektur im Medienhafen in Düsseldorf auf, als ich dort meinen Weg zur Landesanstalt für Medien in NRW suche. Ich bin eingeladen, in einem Podium zum Thema Bürgermedien über meine Erfahrungen als Bloggerin zu sprechen.

Was sind eigentlich Bürgermedien?

„Die grundsätzliche Idee der Bürgermedien ist ganz einfach: Bürger/innen haben ein Thema, greifen selbst zu Kamera und Mikrofon, produzieren einen Radio- oder Fernsehbeitrag und gestalten so ihr eigenes Programm. Kinder, Jugendliche, Studierende, Senioren und viele andere Gruppen haben mit den Bürgermedien eine Plattform für ihre Themen und Geschichten – sie erhalten praktische Einblicke hinter die Kulissen von Medienproduktionen und lernen dabei viel über die Mechanismen der Medienwelt.“ (Quelle: Medienkompetenzportal NRW)

Im Vortrag von Herrn Prof. Dr. Leif heisst es später:

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Blogger, Podcaster und YouTuber und co. würden jetzt erstaunt aufsehen und sagen, ja, das machen wir doch die ganze Zeit.

Genau! Zuspruch!

Bürger produzieren heute selbst.

Ganz leicht per Smartphone, Tablet und Laptop.

Möglicherweise ist das mit ein Grund dafür, dass (Rundfunk-) Journalismus diese Form der Einbeziehung aus den Augen verloren hat und sich auch sonst nicht so gerne mit dem digitalen Wandel befasst.

Die gestrige Veranstaltung Bürgermedien im Gespräch sollte daher dazu beitragen, das Phänomen Bürgermedien zu beleuchten und eine Renaissance einzuläuten.

Landesanstalt für Medien NRW

Veranstalter war die Landesanstalt für Medien NRW (LfM).

„Sie ist die Aufsichtsinstitution für den privaten Rundfunk in Nordrhein-Westfalen. Die LfM ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts, also keine staatliche Einrichtung. Die Arbeit der LfM wird nach dem Rundfunkstaatsvertrag aus einem Anteil des in NRW erhobenen Rundfunkbeitrags finanziert. Dies soll Unabhängigkeit, Staatsferne und ihr Wirken für einen unabhängigen Rundfunk sichern.“ (Quelle: Wikipedia)

Empfehlungen von Prof. Dr. Thomas Leif

Der Beitrag von Prof. Dr. Thomas Leif war ein inspirierender Input, der mit Empfehlungen für die Zuhörer abschloss. Es ging in erster Linie darum, dort hinein zu gehen, wo die großen Medienanstalten nicht hinkommen. O-Töne z.B. in Flüchtlingsheimen und hinter den Kulissen aufzuschnappen. Nicht namhafte Persönlichkeiten, sondern junge Expertinnen und Experten wie beispielsweise Doktoranden zu interviewen.

Zwei Aspekte sind mir dabei allerdings aufgefallen: die digitalen Medien spielten bei den Empfehlungen keine Rolle und wurden nur einmal beiläufig erwähnt mit der These, dass sie zu einer Bildungsverwahrlosung führen würden.

Zu Letzterem: Das Gegenteil ist der Fall. Der Prozess Bildung 4.0 und seine frisch heraus gegebenen Leitlinien zeigen, dass digitale Netzwerke und Medien einen wichtigen Beitrag zu Bildung für alle leisten.

Podiumsdiskussion

Eigentlich hätte hier die anschließende Diskussion ansetzen müssen, an der neben mir Jürgen Mickley (Bürgermedienvertreter in der Medienkommission), Prof. Dr. Leif, Abteilungsleiterin LfM Mechthild Appelhoff und der Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe beteiligt waren.

Denn solange sich diese Haltung nicht ändert, wird auch das Vorurteil nicht abgelegt und die Öffnung hin zur Nutzung der digitalen Welt kann nicht geschehen. Ohne die Nutzung fehlt die Erfahrung und die Anwendungskompetenz.

Somit geschieht nicht, was die Zukunft der herkömmlichen Bürgermedien sichert: dem Neuen einen geeigneten Rahmen zu geben.

Meine Empfehlungen an Medienmacher/innen im Rundfunk:

  1. Digitale Netzwerke und Medien  aktiv nutzen
  2. Sich fit machen im kompetenten Umgang mit digitalen Medien
  3. Das Potential von Twitter als Recherche und Wissensmanagementtool verwenden
  4. (Lokalen) Facebookgruppen beitreten
  5. Blogs als Recherchetool einbeziehen
  6. Blogger, Youtuber und Podcaster interviewen
  7. Die digitalen Bürgermedien in Szene setzen

Bürgermedien der Vergangenheit und digitale Bürgermedien müssen zusammengehen, dann gelingt ihnen ein entscheidender Beitrag zur Erhaltung der Demokratie.

 

 

 

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WHO’s WHO des BarCamps soziale Arbeit (Teil 2) #SozialCamp

In Teil 2 des Who’s WHO darf ich Euch weitere interessante Teilnehmer vorstellen!!

Hendrik Epe

„Ich habe im Sommer diesen Jahres mein Master-Studium abgeschlossen. Meine Master-Thesis habe ich zu der Frage geschrieben, wie es Organisationen der Sozialwirtschaft, trotz finanziell begrenzender Rahmenbedingungen, gelingen kann, Innovationen zu ermöglichen. Dabei habe ich ein sehr breites Innovationsverständnis angelegt und Innovation als die zielgerichtete Durchsetzung von neuen sozialen Dienstleistungen, wirtschaftlichen, organisationsstrukturellen und -prozessualen sowie sozialen Problemlösungen definiert, die darauf ausgerichtet sind, die Unternehmensziele auf eine neuartige Weise zu erreichen. Und ein wesentlicher Punkt, wie es Organisationen der Sozialwirtschaft, gelingen kann, Innovationen zu ermöglichen, ist die Vernetzung mit anderen Menschen, Institutionen, Netzwerken etc., um so neue Ideen zu generieren und nicht nur „im eigenen Saft zu schmoren“.
Das Barcamp Soziale Arbeit stellt für mich eine optimale Möglichkeit dar kann, Vernetzung über die Grenzen der Organisationen hinaus zu ermöglichen. Ich freue mich damit einfach auf spannende Menschen, die die Herausforderungen, vor denen die Soziale Arbeit steht, auf neue, andere Wege angehen wollen, um so Entwicklung zu ermöglichen. Die Digitalisierung ist für mich ein Teil dieser Herausforderungen, hinzu kommt für mich aber unbedingt die Frage, wie es Organisationen der Sozialwirtschaft schaffen können, in Zukunft weiterhin attraktive Arbeitgeber zu bleiben und gleichzeitig die hohen Anforderungen an die Bearbeitung der Sozialen Probleme meistern zu können. Wie sieht die Zukunft der Arbeit in Organisationen der Sozialwirtschaft aus? Das bewegt mich und da freue ich mich auf einen Austausch in Bonn!“

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Hendrik Epe in about me : Consultant, Vater, Schreiber und beruflich: Referent für Qualitätssicherung im Bereich Gesundheit und Soziales.

Sein Blog: Ideequadrat

 

Thomas Münch

„In einer digitalen Welt muss die Soziale Arbeit digital sein! Wird sie es nicht, wird sie nicht mehr lange sein. Vom Bar camp erhoffe ich mir Irritationen, Ideen und praktische wie theoretische Anregungen für diese gewaltige Herausforderung an unsere Profession.“

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Prof. Dr. Thomas Münch lehrt an der

Hochschule Düsseldorf
im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften

Sein Blog: Praktische Sozialwissenschaften

 

Hans-Peter Merzbach

„Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die soziale Arbeit und die Aufgaben der Wohlfahrtsverbände insgesamt?
Das ist für mich eine der Kernfragen für unsere zukünftige Arbeit. Und so fahre ich mit einer Reihe von Fragen zu diesem Thema zum Barcamp und will zunächst hören und versuchen, die Dimension dieses Themas zu erfassen. Hiermit meine ich nicht „nur“ Themen wie die Anschaffung einer Beratungssoftware, die Umsetzung von Online-Beratung oder die Nutzung sozialer Medien. Sondern ich frage mich, ob wir die Digitalisierung und Ihre Auswirkungen nicht grundsätzlicher diskutieren sollten und uns fragen müssen, wie wir mit diesem Phänomen umgehen und es positiv nutzen können? Die Digitalisierung wirkt sich z.B. nicht nur auf die eigentlichen Beratungs- und Pflegedienstleistungen aus, sondern wirkt weit in unsere Verbandsstrukturen hinein und betrifft auch das bisherige Grundverständnis unserer Arbeit.

Wie erreichen wir zukünftig unsere „Kunden“ und potentiellen Mitarbeiter? Wie kommunizieren wir nach innen, aber auch außerhalb unserer Verbände? Wie verändert sich unser Leitungsverhalten und unsere Führungskultur? Wie gestalten wir in Zukunft die Abläufe und Prozesse in unseren Einrichtungen und Diensten? Viele weitere Fragen ließen sich anschließen.

Letztlich stellt sich die Frage, welche Chancen in der Digitalisierung liegen und wie ein solch dynamischer Veränderungsprozess im Sinne unserer Kunden und Klienten aktiv gestaltet werden kann.

Ich freue mich auf eine spannende und anregende Diskussion.“

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Hans-Peter Merzbach ist Vorstand beim Caritasverband Ahaus.

Hier geht es zur Internetseite.

 

 

Ich bedanke mich herzlich für Eure Statements!

LG Sabine

 

Das könnte Euch auch interessieren: Who’sWho des BarCamp Soziale Arbeit Teil 1. 

Neugierig geworden? hier geht es zur Anmeldung.

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Snapchat – Ein Selbstversuch.

Ich konnte mal wieder meinen Mund nicht halten und twitterte  munter: „Muss man denn jetzt jeden Snapchat mitmachen?“

Und ein paar Tage später war ich drin.

Ich hätte es mir ja denken können. Es war eigentlich genau wie damals als ich 2010 diesen „Unsinn“ mit diesem Facebook & Co. nicht mitmachen wollte. Dafür bin doch jetzt wirklich eigentlich zu alt, dachte ich.

Ich fand heraus, dass die sozialen Medien eine prima Möglichkeit sind, das Bildungswesen interessanter zu machen. Und seit uns die neu zugewanderten Menschen zeigen wie sie mittels digitaler Medien ihre Reise, ihre Zugänge und ihre Sprachbarrieren meistern, gehören sie, die sozialen Netzwerke, nun (fast) zu den gesellschaftlichen Gepflogenheiten.

Und immer denkt man ja, jetzt hat man endlich die Hürde zum nächsten Medium genommen, zum Beispiel Instagram, da kommt schon wieder etwas Neues daher.

Ja, so ist es.

Und so kam auch snapchat.

Was ist Snapchat?

„Snapchat ist ein sog. Instant-Messaging-Dienst, bei dem man Fotos oder 10-sekündige Videos an seine Freunde schicken kann.

Man kann diese Fotos/Videos gestalten, in dem man einen kleinen Text (meist nur kurze Sätze oder Wörter), Smileys, einen Filter oder die derzeitige Uhrzeit hinzufügt.

Man bestimmt, wie lange der Freund, der das Foto erhalten wird es sehen kann (zwischen 1 und 10 Sekunden). Man kann ein Foto/Video aber auch für alle Kontakte sichtbar machen, indem man dieses zu seiner “Geschichte” hinzufügt. Dann können alle Kontakte 24 Stunden lang dieses Foto/Video so oft anschauen, wie sie möchten.“ (aus: Snapchat & Co. – Ein Interview.)

Ich gebe zu, es war schwer gewöhnungsbedürftig. Es erfordert fast eine gewisse soical media Vorerfahrung, denn die Benutzeroberfläche lässt sich am besten spielerisch erschließen. Es gibt auch ein sehr brauchbares eBook hierfür, das ich gelesen und aus dem ich ein paar sehr gute Tipps entnommen habe.

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Was bringt Snapchat für die soziale Arbeit?

Es ist das Medium, das gemäß Statistiken derzeit am meisten von jungen Menschen genutzt wird, weil es einfach witzig und unterhaltsam, aber eben auch privater als andere sozialen Medien ist. Die Eltern oder Erzieher/innen lesen nicht mehr mit.

Gerade weil es so beliebt ist, macht es Sinn, das Medium auszuprobieren und bestenfalls selbst Spaß daran zu finden, damit es einem nicht so suspekt erscheint bzw. ungeprüfte Vorurteile darüber entstehen.

Abgesehen davon bietet es viel Potential für den Einsatz im Unterricht. Es lassen sich kleine Filme drehen und bearbeiten.

Es weckt die Kreativität. Es können kleinere oder größere Drehbücher entwickelt werden und ähnlich wie Instagram kann sich Snapchat in bewegten, bemalten und besprochenen Bildern, die sich auch speichern lassen, in der Bildungsarbeit einsetzen lassen.

Ich selbst konnte das zum Beispiel beim Barcamp Bonn feststellen, das gestern statt gefunden hat und bei dem ich nicht teil genommen habe.

Durch Snapchat habe ich verlebendigt mitbekommen, was dort passiert ist. Natürlich auch durch Twitter und Instagram. Aber Snapchat bringt es auf den Punkt.

Mich begeistert, dass Du eine Geschichte erzählst. Die clips, die Du Deinen Followern zeigst, heißen: „Meine Geschichte.“

Die kann jeden Tag anders sein. Mal von einer Kampagne, mal von einem Ausflug. Es kann so eine Art Geschichte hinter der Geschichte sein. Es kann ein gefilmtes Reisetagebuch sein.

Und daher lautet die Antwort auf die Frage:

Muss man denn jeden Snapchat mitmachen?

Ja, ich zumindestens mache auch diesen nächsten Social Media Schritt.Und nicht nur von Berufs wegen.

Und, wenn ihr wissen wollt, wie mein Selbstversuch weitergeht, folgt mir doch einfach auf Snapchat. Das hier ist mein Code.

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Links & Tools

Snapchat in Deutschland mit mehr aktiven Nutzern als Twitter 

Snapchat & Co. – Ein Interview

eBook: snap me if you can

Snapchat für Bildung und Wissenschaft

Das Bistum Münster auf Snapchat.

Museen, die bei Snapchat sind.

Snapchat – So gelingt der Einstieg garantiert. 

 

 

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Hat Snapchat das Potential, die neue Sesamstrasse zu sein?

Social Media in der sozialen Arbeit.

 

 

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Social Media & Kirche? (Interview)

Heute für Euch im Interview: Tobias, der Initiator von Dreifachglauben, das Blog einer jungen Theologengruppe!

Tobias, Du bist der Initiator des Blogs Dreifachglauben. Wie bist Du auf die Idee gekommen ein Blog zu schreiben? Was treibt Euch? Warum gerade als Theologiestudierende?

Im Rahmen meiner Abschlussarbeit beschäftigt mich die Frage des persönlichen Glaubens und Gemeindebildung. So hat sich der Wunsch entwickelt, mich mit Theologen und Theologinnen zu vernetzen, die auch an neuen Pastoralenprojekten und neuen Wegen zu Gott interessiert sind.

Wir wollen mit eigenen Worten erzählen, wer dieser (abstrakte) Gott eigentlich für uns ist.

Im Studium lerne ich rational Gott zu erklären. Zusagen, was wer über ihn gesagt hat. Aber für Existentielles wie die Frage nach meiner eigenen Beziehung zu Gott, meine eigenen Worte über Gott, dafür gab es keinen Raum.

Unser erster Artikel „Ich weiß nicht was Gott ist“, den wir am 5. Juli 2015 veröffentlicht haben, stieß auf hohe Resonanz! Er wurde bis heute über 700 mal gelesen. Und so ging es weiter:  Seitdem wird jeder Artikel am ersten Tag 100 mal gelesen.

Unsere Facebookseite erreicht im Durchschnitt 2000 Menschen. Und bei allem ist die Tendenz steigend.

Wir wissen nicht was Gott ist, aber wir können darüber schreiben und davon erzählen wie wir ihn erleben. Welche Splitter sich in unserem Leben zeigen.

Wir arbeiten in einem Team von 11 Autoren und einem Kolumnisten ab 2016. Eifel, Freiburg, Trier, Mainz, Marpingen – wir sind verteilt. Ein virtuelles Netzwerk: Keiner von uns kennt alle Autoren persönlich. Und trotzdem klappt die Zusammenarbeit und interne Kommunikation.

In Zukunft wollen wir das Blog als Inqubator für weitere Projekte nutzen, so haben wir am 27. November unseren Shop eröffnet in dem wir tragbare(!) TShirts und Umhängetaschen anbieten.

Welche Wirkung wollt ihr mit Eurem Blog erzielen?

Ich kann nicht sagen, welche Wirkung unser Blog erzielen soll. Wir haben keinen Auftraggeber und sind deswegen von der Last befreit, irgendwelche Ziele, Quoten oder Meilensteine zu definieren. Ich schätze an unserem Projekt sehr, dass wir unverkrampft schreiben können.

Aber ich kann sagen, welche Wirkungen wir bisher erreicht haben: Unsere einfache Sprache und die Nähe zum Leben wird gelobt. Außerdem zeigt die Statistik, dass unsere Leserschaft vor allem jungen Erwachsenen (18 – 34 Jahre) sind. Eine Generationen, die klassischer Weise schon als Glaubensferne gilt!

Wie schätzt Du das Thema Kirche & Social Media im Allgemeinen ein? Kennst Du gute Beispiele?

Ich glaube, dass die Geschichte von Sozialen Medien und Kirche vor allem durch gegenseitige Ignoranz geprägt ist. Die Subventionierung von Kirchenzeitungen scheint vielen Bistümern immer noch näher zu liegen als eine Investition in neue Medien. Kardinal Marx berühmter Ausspruch „Verbloggung führt zu Verblödung“ und denen um diese Phrase gemachten Aussagen, zeigt, dass man dem Medium sehr undifferenziert gegenüber steht.

Dabei verkennt man meiner Meinung nach absolut das Potential. Hohe Reichweite zu niedrigen Betriebskosten. Ein Server, ist er auch noch so gut, kostetet immer weniger als eine gedruckte Zeitung. Unser Blog kostet 25€ pro Jahr Serverkosten. Zum Jahreswechsel haben wir aufgerüstet auf 120€ pro Jahr (Alles aus eigener Tasche). Bei einer generierten Reichweite von ungefähr 2000 Personen pro Beitrag. Von dem eingesparten Geld können gute Medienarbeiter eingestellt werden.

Bei der Kritik an der publizierten Meinung sollte man auch nicht vergessen, dass man eine Meinung eines Mediums nur mitbestimmen kann, wenn man selber in diesem Medium aktiv ist. Deswegen gibt es ja auch die KNA. Radio Vatican. Die Kirchenzeitungen der Bistümer. Kirche hat sehr viele fähige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Der Schritt ins Digitale ist gar nicht so schwierig.

Dass solche Schritte funktionieren, hat sich zu letzt am Relaunch von katholisch.de gezeigt. Hier finden wir exzellente Social Mediaarbeit. Gut geplant und für verschiedene Kanäle angepasst. Jeder Kanal bekommt nach seinen Spielregeln den jeweils passenden Inhalt. Damit hat es katholisch.de geschafft (nach sehr, sehr langer Zeit) ein Nachrichtenportal jenseits von kath.net aufzubauen.

Wie wollen Deiner Meinung nach, junge Menschen heute angesprochen werden – zum Thema Glauben, aber auch von potentiellen Arbeitgebern oder auch diejenigen, die Unterstützung und Hilfe brauchen?

Jeder Mensch mag Geschichten. Ich glaube, das ist damals wie heute gleich. Ich glaube auch nicht, dass sich viel an den Inhalten geändert hat, die Menschen ansprechen.

Der christliche Glaube zieht seit mehreren tausend Jahren Leute an. Der Glaube an einen Gott sogar noch länger. Die Frage ist nur, welche Form gerade gebraucht wird, um den Inhalt zu transportieren. Dieser Wandel der Form zeigt sich schon in der Bibel. Mal waren es Geschichten. Mal Psalmen. Mal Briefe. Mal Sprichwörter. Mal Gleichnisse. Jede Zeit hat ihre Form. Jede Gruppe hat ihre Form.

Da sehe ich eher das Manko im Moment. Wir haben kein Glaubensproblem, sondern ein Vermittlungsproblem, weil wir Leuten antworten, ohne dass sie fragen, auf Kanälen, die sie nicht empfangen. Und dann konstruieren wir daraus eine glaubensferne Gesellschaft, in der wir eine unverstandene kleine Herde sind. Eine fatale Fehleinschätzung, die uns isoliert.

Denkst Du, dass Social Media ein Hype ist, der bald wieder vorbei ist oder geht es um die gelungene Verbindung von digitalen Medien mit dem Alltagsleben? Was kann Deiner Meinung nach hier helfen?

Es ist schwierig etwas als Hype zu bezeichnen, was schon einige Zeit existiert und so elementar im Leben der Menschen angekommen ist. Die Frage nach der Beurteilung eines Mediums sollte sich für uns nur sekundär stellen. Denn Verkündigung sollte da geschehen, wo die Menschen sind. Und Menschen sind (u.a.) bei Facebook, WhatsApp, SnapChat und Co. Die Frage, die uns leitet, sollte sein: Wie transportiere ich, was ich zu sagen habe,  für den  jeweiligen Kanal passend.

Vielen Dank Tobias für das Interview! Und viel Erfolg weiterhin mit Euren Projekten rund um Dreifachglauben!!