Veröffentlicht in Spiritualität

Lasst uns zusammen eine Zukunft bauen.

Freitagabend hatte ich das Vergnügen, der Einladung eines langjährigen Weggefährten folgen zu dürfen, der seinen 60. Geburtstag im Zirkuszelt feierte. Einen passenderen Ort hätte der Jubilar wohl kaum finden können, denn sein Leben scheint bunt, talentiert, engagiert und spassig wie ein Zirkus eben. Ein wenig vagabundierend und doch wieder ganz verbunden mit der Sippe, die mit ihm durchs Leben zieht.

Dabei handelt es sich nicht um ein gewöhnliches Zelt, sondern um das ZAK Zirkus- und Artistikzentrum Köln. Sie bieten jungen und älteren Menschen die Möglichkeit, ihre Talente zu entdecken und zu entfalten und gaben ein paar atemberaubende Einlagen an diesem festlichen Abend.

#Performance #geburtstagsgeschenk #zirkus #zak #köln #Colonia

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Vorbilder.

Auf der Autofahrt von Essen nach Köln liess ich die Jahre Revue passieren, erinnerte ich mich, dass ich bereits seinen 40. Geburtstag mit gefeiert hatte und seinen 50. (auch in eben jenem Zirkuszelt) und freute mich, nun auch beim 60. dabei sein zu können.

In der Abenddämmerung erblickte ich die Umrisse der Kathedrale über dem Rhein und als der Jubilar seine Begrüßungsrede mit einem Rückblick verband, drehte sich auch mein innerer Film zurück.

Ich habe viel von ihm gelernt. Über Caritas. Über Strukturen. Über Ordnungspolitik. Über Leidenschaft und Engagement für eine gute Sache.

Es braucht im Leben diese Weggefährten, die einen inspirieren, ermutigen und weiterführen.

Es gibt Applaus eines ganzen Zirkuszeltes als er erwähnt, dass ich in seiner Abteilung angefangen habe und nun der VIP des Abends sei.

Die Frage ist, wer muss sich hier vor wem verneigen.

Auf dem Weg bleiben.

Die Kunst ist, auf dem Weg zu bleiben.

Nicht auf einem Beliebigen.

Sondern auf dem eigenen Weg.

Zusammen eine Zukunft bauen.

In Kirche und ihrer Caritas bauen, entwickeln, formen und vernetzen wir ständig. Mir kommt es manchmal vor wie ein Puzzle, das (neu) zusammen gesetzt wird. Um eine neue Zukunft entstehen zu lassen. Dabei wird diese nicht statisch sein, sondern regelmässig angepasst werden müssen.

Bei allem scheint heute in einer vernetzten Welt wichtig, sich zusammen zu tun und es miteinander zu schaffen.

Leben ist Veränderung.

Leben ist Altern.

Leben ist, sich weiter zu entwickeln.

Sich selbst im Spiegel betrachten und überrascht sein, irritiert, amüsiert, verliebt, glücklich, traurig, gebrechlich, vernünftig, verbohrt, verkopft, vergnügt oder einfach nur:

Angekommen.

 

 

Veröffentlicht in Soziale Arbeit

BarCamp als Beitrag zur Organisationsentwicklung – #SozialCamp 2017

Einen Raum schaffen, um eine Brutstätte für (soziale) Innovationen zu ermöglichen.

Einen Raum schaffen, um die nötigen Kulturbrüche zur Weiterentwicklung der sozialen Arbeit zu bewirken.

Eine Vision haben und sehen, dass sie … einfach … so … Wirklichkeit … wird.

Das waren meine Gefühle beim SozialCamp der sozialen Arbeit.

In Essen gibt es nach meinem Amtsantritt ganz viel zu tun. Meine Stimme versagt ab und an, weil ich so viel spreche. Kommunikation ist (gerade) die Führungsaufgabe Nr. 1. Kennenlerngespräche mit dem Team der Geschäftsstelle, Besuche bei den Mitgliedern vor Ort, Kirchenpolitik, akute gesellschaftliche Herausforderungen der sozialen Arbeit …

Die Digitalisierung der sozialen Arbeit ist die Kür all dessen, was ich tue. Immer mal zwischendurch, wenn Zeit ist. Und so habe ich mir ausnahmsweise mal drei Tage abgezweigt und auf Einladung des DiCV Osnabrück Netzpolitik.org und den Digitalverband BitCom in Berlin besucht.

Und das SozialCamp. Bei dem wir als Caritasverband im Bistum Essen Sponsor sind zusammen mit den Diözesan-Caritasverbänden Aachen, Köln, Limburg, Münster, Osnabrück, Paderborn und Speyer. 8 Diözesan-Caritasverbände, die sich die Digitalisierung der sozialen Arbeit auf die Fahne geschrieben haben. Grasrootarbeit. Wie früher zu Zeiten der Gründung der ersten Caritasverbände.

Ich komme als Gast. Als Gast ins Erzbistum Köln. Als Gast in ein Tagungshaus, das gerade erst von einem Ort an einen anderen transferiert wurde, den ich noch ganz anders in Erinnerung habe.

Veränderung. Dafür steht dieser Ort. Und dafür steht auch das Veranstaltungsformat.

Kulturbrüche geschehen lassen.

Beim BarCamp duzt man (und frau) sich. Das ist nichts weltbewegendes und nur wir Deutschen und ein paar andere verkomplizieren unser Leben mit einer Runde Du`s oder einem formalen Sie, wobei die Anrede keinen Hinweis darauf gibt, wem ich wirklich nahe bin. Aber darum geht es ja auch gar nicht.

Beim BarCamp duzt man sich. Diese Tatsache gibt einen Hinweis auf den Charakter der Veranstaltung. Das „Du“ ist ein Hinweis auf die Art und Weise wie wir zusammen arbeiten wollen. Augenhöhe. Das Du ist ein Symbol für Augenhöhe, daher passt es gut.

Es ist eine Freude zu sehen wie Start ups, Wissenschaft, eine kreuz und quer Mischung von Qualifikationen und Kompetenzen geschieht und dabei neue Kooperationen, Produkte und Geschäftsmodelle entstehen.

Ein BarCamp ist Organisationsentwicklung.

DiCV Essen vollzählig angetreten? twittert Stephanie Braun kess am ersten Tag in meine Richtung. An dieser Stelle ein tausendfaches Danke schön an Stephanie, ohne sie wäre der Hashtag #sozialCamp auf Twitter sicher unter gegangen, mein storify nur halb gefüllt und die Fleißige hat auch dafür gesorgt, dass blitzschnell der erste Blogbeitrag plus Folgebeiträge veröffentlicht war.

Aber nun die Antwort auf die Frage: Vollzählig nicht. Aber mit Fachkräften quer durch alle Arbeitsfelder.

Für uns Essener war das BarCamp ein kleiner Organisationsentwicklungsprozess nebenher. Synergieeffekt(e). Vernetzung. Ausrichtung. Strategie.

Hinzu kam, dass ich eigentlich selbst gar keine Session anbieten wollte, dann aber durch Hannes Jähnert vom Deutschen Roten Kreuz und Benedikt Gyer von IWMM eingeladen wurde, unsere Bloggeraktivitäten zu vermitteln. Wir waren kürzlich als Blogger/innen für die Sozialwirtschaft in „Wohlfahrt intern“ publiziert worden.

Dass ich damit auch Teil eines „Frauenförderprogramms“ wurde, will ich kurz erzählen, weil es mich bei dem Veranstaltungsformat überraschte. Denn die Sessiongeber waren sehr vielfältig: Menschen mit Behinderung, Migrationserfahrung etc. Nur Frauen trauten sich am ersten Tag nicht so recht an den Pitch wie man die Präsentation der eigenen Sessionidee nennt. Und so war die lange Schlange überwiegend männlich.

Nach dem ersten Abend als Hannes und ich beim Bier unsere Session für den nächsten Tag vorbereiteten, ergab sich ein Gespräch zum Thema, in dem ich erwähnte, dass es mir unverständlich sei, dass auch die zuletzt anstehenden höheren Positionen (Direktorenstellen bei der Caritas) in schöner Selbstverständlichkeit mit Männern besetzt worden sind. Ich hatte eine wage Hoffnung, dass nach Essen nun auch andere sich ein Beispiel nehmen würden. Sozialpolitik, das traut man den Frauen noch zu, aber, wenn es kaufmännisch wird, dann doch besser ein männlicher Vorstandsvorsitzender oder Generalsekretär.

Und so kam es, dass ich unsere Session mit dem schönen Titel „Einladung zum Tanz …“ präsentieren (musste).

Was hat das mit dem BarCamp zu tun? Nun, das sind Themen, die aufploppen und vielleicht auch gerade, weil die Caritas nicht in ihrem Brei campt, sondern aufmerksame Kooperationspartner anderer Organisationen mitmischen. Eine echte Bereicherung in vielerlei Hinsicht.

Warum sich der zweite Tag eines BarCamps so sehr lohnt.

Klar ist der erste Tag schön. Wir treffen uns auf der weitläufigen Terrasse des KSI mit atemberaubenden Blick über Siegburg wahlweise nach Bonn oder Köln. Es ist ein fröhliches Wiedersehen oder Erkennen, weil man und frau sich ja schon eine Weile auf Twitter oder anderen Kanälen folgen.

Es ist Neugierde. Welche Themen werden wohl angeboten. Was wird entstehen?

Meine Erfahrung vom letzten BarCamp ist, dass am zweiten Tag eigentlich das Große entsteht. Die Verknüpfung des Gehörten. Die Bewegung. Eine soziale Bewegung für die Digitalisierung in der Sozialwirtschaft.

Auch, wenn ich selbst nicht an vielen weiteren Sessions teil genommen habe, da ich am nächsten Tag ungeplant (aber so ist ein BarCamp) und spontan selbst zwei anbot, war das Kribbeln in der Luft. Das Flimmern. Das Zusammenführen und Kommen der neuen Ideen.

In meiner zweiten Session ging es um das InnovationsLabor. Ein Thema, das ich bereits beim ersten SozialCamp vorgestellt hatte, allerdings mit deutlich weniger Konzept. Jetzt ist die Vision klarer, zu Mal wir in Essen bereits Raum dafür gefunden haben. Und auch eine Strategie dahinter steht. Wir wollen den Fortschritt in der Digitalisierung der sozialen Arbeit mit unserem Fort- und Weiterbildungszentrum verknüpfen.

Die Ideen sprudelten. Und die FlipChart Seiten füllten sich schnell. Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammen setzen und beschließen, welche Schritte wir nun konkret angehen. Eines ist sicher: Wir machen es nicht alleine, sondern mit den Partnern, die wir hierfür beim SozialCamp gefunden haben. Auf diese (neuen) Freunde /Kooperationen für die Sozialwirtschaft freue ich mich.

Was möchte ich vom BarCamp mit in den Alltag nehmen?

Die kreative, quirlige Atmosphäre.

Die Begeisterung und Leidenschaft für Themen.

Den wertschätzenden, respektvollen Umgang.

Das vielfältige Miteinander.

Die neuen Netzwerke für soziale Innovationen.

 

Weitere Rückblicke und Eindrücke findet ihr hier.

 

 

Veröffentlicht in Führung

Gute Führung.

Lernende Organisationen und agiles Management brauchen schlichte Werkzeuge, um gute Führung zu ermöglichen.

Selbst auf der Suche nach Handwerkszeug, das kommunikatives Miteinander unterstützt und gleichzeitig Zeit und Raum lässt, Knackpunkte zu identifizieren und zu lösen, stieß ich dieser Tage auf die Information, dass Google seine Führungstools ins Netz gestellt hat.

Auf der Suche nach der Antwort, was gute Führungskräfte ausmacht und wie Organisationen zu guten Führungskonzepten kommen, stellt Google im so genannten Re:Work Blog diese Informationen zur Verfügung.

Googles Führungstools

  • 8 zentrale Führungsmerkmale
  • Feedbackfragebogen zur Beurteilung von Vorgesetzten
  • Leitfragen für Mitarbeiter/innengespräche
  • Unterlagen für interne Fortbildungen
  • Anleitungen zur Zielformulierung
  • Merkmale für ein gutes Vier-Augen-Gespräch

Da es sich um eine Organisation handelt, deren zentrale Mission der digitale Wandel und das digitale Lernen ist, bin ich neugierig und gehe in die Tiefe.

Was macht bei Google eine gute Führungskraft aus?

1. ist ein guter Coach

2. ermutigt und befähigt das Team ohne klein-klein zu managen

3. drückt sein Interesse am Erfolg und Wohlsein der Mitarbeitenden aus

4. ist produktiv und ergebnisorientiert

5. ist ein guter Kommunikator – hört und teilt Informationen

6. unterstützt die berufliche Entwicklung

7. hat eine klare Vision und Strategie für das Team

8. hat Schlüsselqualifikationen, die ihr oder ihm helfen, das Team zu führen

Schon in einem früheren Beitrag „Was ist eigentlich ein Traumjob oder was wir von Google lernen können“  hatte ich Larry Page zitiert:

Überzeugungen von Google Gründer Larry Page

  • Mitarbeitende wollen an einer wirklich wichtigen Sache gerne mitarbeiten.
  • Die größte Aufgabe von Führungskräften ist es, den Mitarbeitenden eine bedeutungsvolle Aufgabe zu geben, an der sie wachsen und sich entfalten können
  • alle Informationen im Unternehmen sollten allen Mitarbeitenden zugänglich sein.
  • Führungskräfte sollen führen können, bevor sie einen Titel dafür bekommen.
  • Bei guten Chefs werden die Mitarbeitenden besser, bei schlechten Chefs bringen gute Mitarbeitende weniger Leistung.

Diese Haltung lässt sich durchaus in den Tools wieder finden.

Sicherlich tun wir uns an der ein oder anderen Stelle schwer mit der amerikanischen Kultur, die sich in den Fragebögen ausdrückt und doch gefällt mir deren Einfachheit. Wie dieses Tool beispielsweise:

Leitfaden für Mitarbeiter/innengespräche

  1. Was sind die Ziele des Beschäftigten?
    U. a. verknüpft mit der Frage: Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was wäre Deine Traumaufgabe im Unternehmen? Oder Was sind Deine Leidenschaften? Was motiviert Dich?
  2. Wie sieht die aktuelle Situation aus?
    Was sind Störfaktoren? Was frustriert Dich?
  3. Welche Fortbildungen o.ä. könnten interessant sein?
  4. Welche Projekte oder anderen Ziele stehen als Nächstes an?

Die Klärung dieser Fragestellungen sind wichtig. Was stört die Arbeit? Was macht Lust? Was kann unterstützen? Und gleichzeitig ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen, sich zu begegnen und vielleicht ist der Leitfaden gar nicht immer nötig.

Werteorientierte Führung

Forscht man in den Schulungsunterlagen, findet sich auch das Thema „Werte“ wieder. Die Rolle von Werten ist in einer Führungskultur nicht zu unterschätzen. Gerade im kirchlichen Kontext und generell bei Non-Profitorganisationen sicher ein Faktor, der keine untergeordnete Rolle spielt.

Dabei geht es nicht um eine besondere Form von Kirchlichkeit oder ein Parteibuch, sondern Überzeugungen, die das Handeln eines Menschen, häufig auch unbewusst, bestimmen.

Im Vortrag von Prof. Peter Fischer von der Universität Regensburg gibt es gute Hinweise zu diesem Thema, u.a. zur Frage, was humanistische Führung ist:

  •  3Vs: Vorbild, Verpflichtung, Verantwortung
  • 4Ms: Man muss Menschen mögen
  • 3Ks: Kommunikation, Kooperation, Kompetenz

In diesem Sinne beobachten, lernen und handeln wir weiter, um vernetztes und doch geordnetes Miteinander gekonnt hin zu bekommen. Dabei spielt natürlich auch die Aufbauorganisation eine Rolle, die neben der Linienhierarchie eine brauchbare Matrixorganisation benötigt. Hierzu später mehr.

 

Veröffentlicht in Tagebuch

Agile Wohlfahrt? Kein Widerspruch.

Hinter mir liegen fünf bis zum Rand gefüllte erste Wochen im neuen Amt.

Ich lerne viel.

Ich lerne das Team kennen.

Unsere Mitglieder.

Die Mitglieder der Hauptabteilungsleiterkonferenz im Bistum.

Viele, viele Einzelgespräche, die mir wertvolle Hinweise für meine Arbeit geben.

Ich mache meine täglichen Erfahrungen als Vorstandsvorsitzende.

Und meine Erfahrungen als Diözesan-Caritasdirektorin.

Zwei verschiedene Ämter, die jeweils ihre Bedeutung haben.

Die Geschäftsstelle.

Die Geschäftsstelle eines Spitzenverbandes der Freien Wohlfahrtspflege ist eine organisatorische Einheit. Sie ist das Zentrum der Aktivitäten eines Verbandes im jeweiligen Einzugsgebiet. In diesem Fall des Ruhrbistums.

Dabei ist das Ruhrbistum eine Region mit besonderen Herausforderungen.

Als Freie Wohlfahrtspflege stehen wir heutzutage vor besonderen Herausforderungen.

Wir haben es mit knapper werdenden Mitteln zu tun, mit Strukturen, die sich fragen müssen, ob sie auf aktuelle Entwicklungen noch zeitgemäss agieren. Mit Kulturen, die tradiert sind und sich nicht von heute auf morgen ändern wollen. Mit technologischen Entwicklungen, die eine mittelalte Belegschaft älter aussehen lassen als sie ist.

Wir haben satzungsgemäße Anforderungen zu erfüllen, deren Prioritäten uns unsere Mitglieder vorgeben und deren erstes Anliegen berechtigterweise die sozialpolitische Interessenvertretung ist und qualifizierte Beratung.

Darüber hinaus ist es aber auch unser Anspruch, neue Entwicklungen vorzudenken und entsprechende Projekte und Fortbildungen anzubieten.

Das Team.

Um hier eine gründliche Kenntnis der Menschen und Kompetenzen in unserem Haus zu erhalten, führe ich Kennenlerngespräche. Sie dauern in der Regel bis zu 2 1/2 Stunden und folgen einem Leitfaden. Sie bringen tatsächlich das, was der Name sagt: sich kennenzulernen.

Zu sprechen. Zuzuhören. Fragen zu klären. Vertrauen herzustellen. Es ist ein Mammutprogramm, das sich absolut lohnt.

Wir müssen gegenseitig wissen, mit wem wir es zu tun haben.

Ein wenig vergleichbar mit einer Mannschaft in einem U-Boot. Man muss sich gegenseitig aufeinander verlassen können, wenn man zusammen auf große Fahrt geht.

Ich lerne bei diesen Gesprächen am meisten. Ein besseres Einarbeitungsprogramm ist wohl kaum denkbar.

Und die Gespräche sind echte Begegnungen, die mir gleichzeitig zeigen, wieviel Kompetenz in der Geschäftsstelle sitzt.

Unsere Mitglieder.

Das Gleiche gilt für die Vor-Ort-Besuche.

Mir hilft es am meisten, wenn ich die praktischen Herausforderungen unmittelbar erlebe und weiss, wofür wir uns einsetzen müssen.

Hier gab es dieser Tage eine sehr anschauliche Begegnung in einem Arbeitsprojekt von Menschen mit psychischer Behinderung, das nach der sogenannten Teachmethode arbeitet und die Beschäftigten in sehr kleinschrittigen Prozessen Aufträge von Wirtschaftsunternehmen erledigen lässt.

Ich war beeindruckt, wie viel Zeit sich der Vorstand für meinen Besuch genommen hat und zu welchen guten Kooperationsvereinbarungen der zukünftigen Zusammenarbeit wir gekommen sind.

 

Kirche vor Ort.

Dort wo Menschen in Suppenküchen, im Arbeitsprojekt für Psychisch Kranke, in der Bahnhofsmission zusammen kommen und Nächstenliebe erfahren, erlebt Kirche ein hohes Ansehen wie eine Studie jüngst wieder zeigte.

Gerade die Dienste, wo wir als Kirche mit ihrer Caritas besonders gebraucht werden, erhalten die wenigsten staatlichen Zuschüsse: allgemeine Sozialberatung, Kleiderkammern, Arbeitsprojekte, Suppenküchen.

Ein wichtiges Anliegen ist uns daher, dafür Sorge zu tragen, dass Kirchensteuermittel, die der Caritas zugewiesen werden, insbesondere diese Angebote unterstützen.

Innovationen.

Einerseits bietet die solide Struktur der Geschäftsstelle ein gutes Gerüst, um die täglichen Anforderungen zu bearbeiten, andererseits erlebe ich bei den Gesprächen Engagement und Eifer auch neue Wege zu gehen, weil die aktuellen Formate nicht immer den aktuellen Herausforderungen genügen. Wir müssen schneller und agiler handeln. Es gibt bald ständig neue Themen, die anzugehen sind.

Das Leitungsteam kommt wöchentlich zusammen, um die aktuellen Herausforderungen zu benennen, zu diskutieren und anzugehen. Hierbei arbeiten wir mit neuen Formaten, in denen u.a. Teams gebildet werden, um anstehende Fragen zu beantworten bzw. zu bearbeiten.

Wo digitale Medien helfen können, werden virtuelle Gruppen gebildet. Die Erfahrung zeigt, dass sozialpolitische Interessenvertretung längst nicht mehr ausschließlich über Gremien läuft, sondern vielfältige Wege sucht. So hat sich Twitter hierfür als ein mögliches Instrument herausgebildet, da sich Politik hier auch gerne aufhält.

Ein Organisationsnetzwerk ähnlich Facebook soll zeitnah eingeführt werden und die verbandsinterne Netzwerkarbeit unterstützen.

Das InnovationsLAB ist Kür und Pflicht, da es Kernstück unserer Fort- und Weiterbildung werden soll und gleichzeitig die Heranführung an digitale Entwicklungen in der sozialen Arbeit sicher stellt, ohne die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege heutzutage nicht mehr auskommen.

Als Vorstandsvorsitzende unserer Geschäftsstelle trage ich Verantwortung dafür, dass wir zeitgemäß und gut aufgestellt auf die Anfragen unserer Mitglieder reagieren.

Als Diözesan-Caritasdirektorin ist es mir ein Anliegen, die Entwicklung der caritativen Arbeit in Verbindung mit der Kirchenentwicklung insgesamt im Blick zu haben, zu fördern und mit zu entwickeln.

Beides wirkt aufeinander ein.

Und ist mehr als spannend.

 

Veröffentlicht in Soziale Arbeit

Zwischen Vision und Wirklichkeit – #InnovationsLabore

Es ist jetzt etwas über ein Jahr her, dass ich in meinem Blog schrieb:

Gründen wir doch einfach ein LAB!

Ja, aber was heißt das?

Und wie geht das?

Und macht das überhaupt Sinn?

Und im Anschluss ergab sich auch ein kontroverser Diskurs, der der Diskussion sehr gut getan hat.

Hendrik Epe und Hannes Jähnert haben sich gerade noch zu dem Thema geäußert und mich wiederum inspiriert, mal den aktuellen Stand einer Praktikerin aufzuschreiben.

Denn die einfache Frage ist, was wird gebraucht?

Ein Raum.

Seit dem ich in den neunziger Jahren meine Diplomarbeit über Wohnen im Alter geschrieben habe, lässt mich die Faszination von Räumen nicht mehr los. In der Pädagogik spricht man ja von dem Raum als dem dritten Erzieher. Die Gestaltung von Räumen hat Auswirkungen auf das, was dort geschieht. Kreativität braucht Freiraum und Farbe. Geeignete Möbel. Architektur. Design.

Ich kann nicht verschweigen, dass Google-Offices eine gewisse Faszination auf mich ausüben. Gewisse Retroelemente erinnern vielleicht an die offene Jugendarbeit und sind auch wieder neu gemischt mit Spielecken wie man sie von großen Warenhäusern kennt. Egal wie.

Möbel, Farbe, Raum wirken sich auf das was geschieht aus.

Das Haus der Caritas im Bistum Essen, das schon asymetrisch gebaut ist, hat auch innen Elemente, die die Fantasie wecken und Potentiale für neue Lern- und Arbeitsräume darstellen.

Vor dem geistigen Auge werden nicht nur bei mir, auch bei Besucher/innen, solche Bilder wach.

Ein Konzept.

Räume alleine genügen nicht. Es braucht ein Konzept. Die Beiträge von Hendrik und Hannes haben meine alte Vision abgelöst, dass InnovationsLabore sich fern ab von der eigentlichen Organisation befinden müssen, die sie beflügeln wollen.

Können sie nicht Teil der Organisation sein?

Seit ich mich mit dem Thema „Digitales Lernen“ und „neue Lern- und Arbeitsformen“ befasse und gleichzeitig die Gelegenheit habe, im Caritashaus des Ruhrbistums, den Aufgabenbereich Fort- und Weiterbildung mit weiter zu entwickeln, erkenne ich immer mehr Verbindungen zwischen den neuen Lern- und Arbeitsräumen, dem neuen Arbeiten grundsätzlich und den sozialen Innovationen, die wir dringend benötigen, denn

Das Einzige was bleibt, ist die Veränderung.

Soziale Innovationen sind also das Gebot der Stunde.

Eine Strategie.

Strategisch werden die Fort – und Weiterbildung mit Makerspaces, Coworkingarealen und Innovationslaboren verknüpft.

Davon leben sie aber noch nicht. Sie leben durch neue Organisationsformen und kleinen Kompetenzzentren innerhalb der Organisation. Hier kommen diejenigen zusammen, die den Spirit ebenso fühlen und Lust haben, an der Sache zu arbeiten.

Sie kommen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen, beleben das eigene Arbeitsfeld und entwickeln es weiter. Gleichzeitig bringen sie die Bedarfe in die Labore und die Fort- und Weiterbildung.

Eine Vision.

So bilden sich neue Netzwerke, die sich in die herkömmlichen Strukturen einweben. Nicht nur innerhalb einer Organisation, sondern auch innerhalb eines Verbandes und/oder der Verbände und anderer Akteur/innen der Sozialwirtschaft.

Auf diese Weise entsteht die neue Arbeits- und Organisationskultur im hier und jetzt von Menschen, die inspiriert sind und andere weiter begeistern. Das Digitale ist das Hilfsmittel, das der Unterstützung dient.

Auf diese Weise entsteht die …

Zukunft!

Gleich im hier und jetzt!

 

Der Rohdiamant.

 

Und wer Lust hat, mit zu wirken…wir suchen gerade Verstärkung!