Veröffentlicht in Spiritualität

Über Amt, Aufgabe & Beruf.

Wie einige wissen, befinde ich mich in einem Übergang von einer Aufgabe zu einer anderen, von einer Organisation in eine andere, von einer Region zu einer anderen.

Viele, viele Menschen haben mir gratuliert. Ich wurde sehr herzlich willkommen geheißen und erntete auch viel Bedauern, dass ich die alte Funktion verlasse.

Das ist außerordentlich wohltuend.

Und gibt starken Rückenwind.

Die Zahl hat mich überrascht  und überwältigt und gab mir gleichzeitig eine Bestätigung, dass ich die richtige Wahl getroffen habe.

In einem Kommentar hieß es:

„Da bist Du ja genau richtig.“

Und je mehr ich mich in die Rolle bewege, um so mehr erkenne ich:

Ja…

…genau da bin ich richtig.

Warum eigentlich?

Und die schlichte Antwort ist:

Weil die Aufgabe passt.

„Bist Du denn nicht furchtbar aufgeregt angesichts der Verantwortung?“

Und ich musste feststellen:

Nein.

Bin ich nicht.

Warum?

Weil die Aufgabe passt.

Die Aufgabe passt zu dem, was ich gelernt habe und zu meinen Erfahrungen und zu dem, was ich gerne tue.

Karrieresprung, sagen einige.

Ja, klar, ist es auch und freut natürlich ebenso.

Und gleichzeitig weiß ich, dass ich nicht in irgendetwas springen würde, nur der Karriere wegen.

Die Aufgabe muss spannend sein.

Und warum dann genau das?

Einfache Antwort:

weil sie jemanden gesucht haben.

Vor dem Hintergrund meines Glaubens aber auch:

es ist offensichtlich mein Weg.

Caritasarbeit im Ruhrbistum.

Wenn nicht dort…,

…wo dann?

Und das Amt?

Ein Amt ist nicht nur einfach so ein Wort. Ein Amt ist eine Verantwortung.

Alle getroffenen Entscheidungen haben Auswirkungen. Vor allem auf Menschen.

In erster Linie. Ein Amt ist eine große Verantwortung.

Davor habe ich Respekt.

Aber keine Angst.

Ist es also mehr als ein Beruf?

Sollte man tatsächlich das große Wort Berufung bemühen?

Nein.

Aber…

…wenn ein Weg stimmig ist, stimmt, ist es wirklich eine göttliche Fügung.

Es sind diese Momente,

wo man aufschaut und denkt:

„Ach,

…das sollte es sein…“

Veröffentlicht in Tagebuch

„LOVE OUT LOUD“ klingt irgendwie nach Caritas, oder? – rp17

Ich bin richtig stolz.

Dieses Mal will ich alles richtig machen.

Die VeranstaltungsApp ist downgeloaded, die Veranstaltungen sind favorisiert und terminiert (sogar mit Wecker) und so marschiere ich los. Zur Anmeldung.

Es ist der Vorabend der Re:Publica. Noch läuft kein Programm. Deswegen heißt es Pre:Publica.

Ich erhalte das Armband und ein Umhängeschild mit meinem Namen, der Firma (Caritas) und dem Namen meines Blogs. Und als ich mich gerade wegdrehen will, wird mir eine Umhängetasche mit einem schweren Buch in die Hand gedrückt. Eher Broschüre als Buch. Aber schwer.

Arbeiten 4.0. Das Weissbuch des Arbeitsministeriums.

Ganz haptisch soll der Ankommende wohl begreifen, dass das ein wichtiges Thema unserer Zeit ist. Ist es ja auch.

LOVE OUT LOUD.

LOL.

Nein, jetzt mal ernsthaft.

Zunächst musste ich das Thema auf mich wirken lassen.

Ein PR Gag? Ein Wortspiel? Aus Laugh wird love? Vielleicht doch ein Zusammenspiel?

Ich betrete den Hof der Station Berlin, wo die Re:Publica statt findet. Es ist wieder ein herrlicher Sommerabend. Und wie beim letzten Mal auch springt mir die katholische Community gleich ins Auge. Sie sammelt sich unter dem riesig pink leuchtenden Würfel mitten im Hof, auf dem das Motto in grossen Lettern prangt: LOVE OUT LOUD.

Wo auch sonst?

Die Re:Publica will ein Zeichen setzen gegen Hass. Darum haben die Veranstalter diesen Titel gewählt. Lachen, leben, lieben. Alles gehört zusammen.

Sie ist nicht nur Deutschlands größte Internetmesse, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis mit medialer Wirkung. Von welcher Veranstaltung wird soviel getwittert, gestreamt, gepostet und gebloggt?

Dafür sind dramatische Effekte, große Plakate, Lichtspektakel und Farben gut. Vor allem, weil Einfachheit gestaltet. Schlichtheit bei der Präsentation, beim Veranstaltungsort, bei den Mitteln überwiegt. Wohltuend.

Und zwischen Sprecher/innen und nicht offiziell Beitragenden wird kaum ein Unterschied gemacht. Denn alle sind ja aktiv. Und interaktiv.

Übrigens:

Und, wenn auch kein Unterschied gemacht wird, ist es doch gut, dass wir in diesem Jahr mit einem Programmpunkt dabei sind. Und der fällt auf.

Allein der Titel:

WTF – Katholische Kirche will Netzpolitik mitgestalten?!

Ganz ehrlich: als ich den Titel las, dachte ich zunächst: Was soll das? Das tun wir doch schon lange. Aber darum geht es nicht. Wenn es nicht auf der Re:Publica Thema ist, findet es nicht statt.

Nein, ernsthaft.

Es ist wichtig, dass wir dort mit Themen vertreten sind. Und wir haben auch echt etwas zu bieten. Denn die katholischen Bischöfe haben sich mit dem Thema Digitalisierung auseinander gesetzt und hierzu Impulse zu Medienbildung und Teilhabegerechtigkeit verfasst.

Prof. Andreas Büsch, der die Clearingstelle der Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz leitet, weiss das Thema im Re:Publica Stil zu präsentieren. Auf großen Fotos wirken die Werte der katholischen Soziallehre, der digitale Lebenswelten standhalten müssen, nachhaltig in den gut gefüllten Sessionraum.

Die Auseinandersetzung mit Hatespeeches ist nicht nur ein Freudenfeuer aus Pink und Herzchen, auch, wenn hier musikalisch, visuell und im guten Miteinander wohltuende Gegenakzente gesetzt werden. Es ist auch eine Auseinandersetzung mit vielen dunklen Momenten, die es nicht wegen des Internets gibt, sondern auch dort.

Allein wegen der drei großartigen Vorträge von Carolin Emcke, Gunter Dueck und Sascha Lobo hat sich der Besuch der Re:Publica schon gelohnt.

„Liebe den Fremden wie Dich selbst und sag nicht Pack zu Deinem Nächsten.“  (Gunter Dueck)

Die Botschaft wirkt.

Darauf kommt es doch an.

Mit einfachen Sätzen „Das Internet geht nicht wieder weg.“ oder „Geisteswissenschaftler sind ein wenig netzphob. Wir brauchen euch.“ bringt er die Dinge auf den Punkt.

Laugh out loud. Mehr als einmal.

Mit dem Motto und der Wirkung, die sie entfaltet, ist die Re:Publica ein grosses Friedenscamp. Ich war nicht bei Woodstock und kenne auch keine Pfadfinderlager, aber so stelle ich es mir vor.

Einfach großartig.

Friedlich.

Mit Tiefgang.

Inspirierend.

Da wirken wir als Kirche mit ihrer Caritas doch gerne mit. Und es passt gut, dass mitten in das Geschehen die Nachricht flutet, dass die Caritas im Bistum Essen den 1. Preis der Deutschen Bischofskonferenz für ihr Projekt gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gewonnen hat. Genau!  „Sach wat! Tacheles für Toleranz“!

Es geht nicht um Arbeiten 4.0, es geht um eine (neue) Kultur des Miteinanders, die Früchte trägt, weil Menschen leidenschaftlich bei der Sache sind.

Inspiriert.

Fasziniert.

Engagiert.

Ganz ohne Weissbuch.

Re:Publica sortiert nacht Themen.

Viele Vorträge und Sessions lassen sich auch im Nachhinein noch anschauen und -hören.

Veröffentlicht in Soziale Arbeit

re:publica 2017 & Soziale Arbeit #Rp17

re:publica und soziale Arbeit – hat das etwas miteinander zu tun? Das habe ich mich letztes Jahr schon gefragt.

Dieses Jahr bin ich etwas schlauer. Und auch meine Vorbereitungen laufen gezielter. Zumal ich genauer weiß, wofür ich das Gehörte und Erlebte anschließend einsetzen möchte.

Grundsätzlich wird man aus allem, was dort präsentiert wird, etwas ziehen können.
Aber ein paar Themen bieten sich natürlich direkt an.

Interessant ist auch, was nicht mehr im Programm ist. Was noch immer und was neu ist.

Muss jede/r dort hin? Nein. Müssen nur die Öffentlichkeitsarbeiter/innen hin? Nein. Das wäre eine vertane Chance.

Aber: die re:publica ist gewöhnungsbedürftig.

Das fängt schon beim Programm an. Eine Fülle von Speakern und Sessions werden präsentiert. Alleine die Begriffe schon. Und die Hälfte auf Englisch.

Also, was passt denn nun?

Wer auf Programm und dann auf Sessions klickt, kommt zu einer großen Auswahl unterschiedlicher Themen (Tracks). Dort gilt es nun zu erschließen, was für die Sozial- und Gesundheitswirtschaft von Interesse sein kann.

Politik & Gesellschaft

Im Programmteil Politics & Society ist die Auswahl groß. Über 100 Angebote habe ich zu diesem Thema bis heute gezählt. Es geht um Datenschutzverordnungen in Europa, um den Umgang mit Hassreden, um eine Internet Gesundheitsklinik, um Lobbyarbeit für das Gute und auch die katholische Kirche bietet ein Forum zu der Fragestellung: Katholische Kirche will Netzpolitik gestalten?! Es geht um digitalen Nachlass und digitalen Kapitalismus im Kontext digitalen Grundeinkommens.

Business & Work

Bei Business & Work  gibt es rund 20 Angebote bis heute. Die Auswahl reicht von der Frage „Sind die Algorithmen die neuen Chefs?“ über „Wie passen Makerspace und Traditionsunternehmen zusammen?“ bis zu der Frage: „Wie kann Deutschland die Führung in der digitalen Wirtschaft übernehmen?“ und die damit verbundene Frage der Zukunft der Arbeit.

Bildung

Das Thema Bildung firmiert unter dem Begriff re:learn . Hier geht es um neue Lernformen, die Frage, ob Kinder schon früh das Programmieren lernen sollten. Neue Bildungsformate für generationsübergreifendes Lernen. Natürlich darum wie Schulen das Lernen in digitalen Lebenswelten gestalten.

Gesundheit

Bei Re:Health geht es um Apps als Hilfen für sehbehinderte Menschen, um e-Health, um digitale Therapiemodelle und Gesundheitsversorgung in Echtzeit.

Recht & Gesetz

Das sogenannte lawLab hält Themen wie Medienstrafrecht, Social Media Recht und ein Meet up für Juristen bereit. Hier begegnet uns im Besonderen Dr. Thomas Schwenke, der Medienanwalt, dessen blauer Pinguin auf Snapchat bei der Erklärung komplizierter juristischer Zusammenhänge hilft.

Generell ist nochmal nach Veranstaltungsformaten zu unterscheiden: Es gibt die Vorträge, die Workshops, die Meet ups und die Ligthning Talks. Nach meinen Erfahrungen im letzten Jahr sind die Vorträge und Workshops inhaltsreich, unterhaltsam und inspirierend. Die Meet ups und Ligthning Talks (Blitzvorträge) sind eher zum Mitmachen und spontanen Austausch gedacht.

Es lohnt einen Blick auf die Speaker zu werfen: Auch hier eine Fülle und einige echte Highlights.

Das Motto der diesjährigen re:publica ist Love out loud . Auch hier gibt es ein buntes Programm. Und es ist gleichzeitig eine Programmatik. Es soll ein Zeichen setzen gegen Hass und Tiraden im Netz.

Bei aller Vorplanung lohnt es sich aber auch, sich einfach treiben zu lassen. Sich von der Atmosphäre inspirieren und vernetzen zu lassen.

Ich wünsche viel Vergnügen!

Veröffentlicht in Soziale Arbeit

Nächster #SozialChat am 28.04.2017 von 20 Uhr bis 21 Uhr

Die Idee zum SozialChat wurde beim ersten SozialCamp – BarCamp der sozialen Arbeit geboren und in einer Facebookgruppe weiterentwickelt. Beispielgebend für diese Form des Austauschs war der EdChatDE – herzlichen Dank hierfür!

Was ist der #SozialChat?

#SozialChat ist ein Twitterchat unter dem „hashtag“ #SozialChat.

Engagierte Menschen der sozialen Arbeit (Studierende, Fachkräfte, Ehrenamtliche, Wissenschaftler & Co.) treffen sich am letzten Freitag im Monat von 20-21 Uhr auf Twitter und diskutieren über 7-8 Fragen, die von Moderator/innen  im 10 Minuten-Takt getwittert werden.

Die Teilnehmenden antworten auf eine Frage: F1 Welche digitalen Hilfen nutzt ihr in der sozialen Arbeit? mit A1: Onlineberatung (Beispiel).

Entwickelt und gegründet wurde der #SozialChat bis heute von Hendrik Epe, Christian Müller, Reiner Knudsen, Stephanie BraunBenjamin Wockenfuss und mir. Monika Heusinger hat ihre Erfahrung eingebracht. Herzlichen Dank dafür!

Termin: 28.04.2017 20 Uhr bis 21 Uhr

Die Fragen.

F1: Welche Kompetenzen brauchen Sozialarbeiter/innen, um den digitalen Wandel zu meistern?

F2: Arbeiten 4.0: Wie lässt sich Privates & Berufliches voneinander abgrenzen?

F3: Ist ein Grundeinkommen eine ernst zunehmende Möglichkeit im digitalen Zeitalter?

F4: Welche Chancen hat der Einsatz von Robotik und bots für die soziale Arbeit?

F5: Ist Virtual Reality interessant für die soziale Arbeit?

F6:  Wie sollte ein InnovationLab eingerichtet sein?

F7: Welche Themen sollen beim nächsten SozialChat diskutiert werden?

Was wird benötigt?

Einen Twitteraccount, den du hier anlegen kannst.

Wie das mit Twitter funktioniert, findest Du hier.

Füge den Hashtag #SozialChat zu deinen Tweets hinzu, damit sie im Chat erscheinen.

Wenn du auf die Antworten anderer Chatteilnehmer antworten willst, nutze die „Replyfunktion“ von Twitter.

Viel Spaß beim Twittern!!

 

Frühere Termine:

Termin: 31.3.2017 20 Uhr bis 21 Uhr

Die Fragen.

F1: Welche digitalen Hilfen nutzt ihr in der sozialen Arbeit?

F2: Wie kann digitale Inklusion gelingen?

F3: Wie können digital fitte Fachfrauen und -männer für die soziale Arbeit gewonnen werden?

F4: Welche digitalen Hilfen gibt es bei der Arbeit mit Flüchtlingen?

F5: Wie kann Twitter der sozialen Arbeit dienen?

F6: Welche Auswirkungen hat das Internet der Dinge für die Arbeit mit alten Menschen?

F7: Wie lassen sich Verantwortliche in den Organisationen für digitale Transformation sensibilisieren?

Veröffentlicht in Soziale Arbeit

Agile Prinzipien – warum das agile Manifest der Softwareentwicklung auch der Sozialwirtschaft den Weg weist

Ich stelle schon seit längerem fest, dass die Digitalisierung in der sozialen Arbeit einen Kulturwandel beschleunigt, der anhand der Prinzipien der Softwareentwicklung von Thomas Michel toll beschrieben ist. Historisch hat sich die soziale Arbeit genauso entwickelt: selbstorganisiert. Mit dem Begriff der Sozialwirtschaft tue ich mich etwas schwer, weil er in der europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik zu einer Reduzierung der sozialen Arbeit auf ökonomisches Handeln führt. Der andere Teil nennt sich zivilgesellschaftliches Handeln. Die deutsche Sozialpolitik bzw. Soziale Arbeit kennt mehr Facetten. Persönlich schätze ich die hier beschriebene agile Methode sehr.